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Hemmingen Rekord: Mehr als 2000 Gläser Marmelade für Basar
Umland Hemmingen

Hemmingen Pattensen: Basar der katholischen Gemeinde

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16:16 21.11.2019
Regina Kalkmann (links) und Agnes Diedrich organisieren und leiten den Basar. Quelle: Torsten Lippelt (Archiv)
Hemmingen/Ricklingen/Pattensen

Nach etwa vier Jahrzehnten ist Schluss: Der Basar der katholischen Kirchengemeinde am Sonnabend, 23. November, in Hemmingen-Westerfeld wird der letzte auf diese Art sein. Das kündigen die Organisatoren an.

„Viele werden aus gesundheitlichen und aus Altersgründen nicht mehr mitmachen können“, erläutert Regina Kalkmann. Ob es 2020 anders weitergeht oder mit dem Basar vielleicht erstmal pausiert wird, sei unklar. Doch der Basar wartet noch mal mit einem Rekord auf: Mehr als 2000 Gläser Marmelade und Eingemachtes werden angeboten. Agnes Diedrich aus Hemmingen-Westerfeld, die Mutter von Regina Kalkmann, hat sie weitgehend allein gemacht. Schon in den Vorjahren waren ihre Marmeladenpyramiden gigantisch, darunter 1900 Gläser allein im vergangenen Jahr. Jetzt gibt es 41 unterschiedliche Sorten, ebenfalls ein Rekord.

2000 Gläser Marmelade auf Basar

„Ich habe 13 Eimer Quitten verarbeitet“, sagt sie. „Die Quitten kann man doch nicht verkommen lassen“. Das Obst für die Marmeladen wird größtenteils gespendet, einiges kauft die 83-Jährige zu. Die leeren Gläser, das hat Tradition, stellen ihr Bürger vor die Haustür. Nicht nur mit dem Marmeladenmachen soll Schluss sein, sondern auch mit der Organisation. Diedrich hatte die Organisation und Leitung 1984 übernommen, sich dieser Aufgabe also 35 Jahre in Folge angenommen, in den vergangenen Jahren mit ihrer Tochter.

Das Bild von 2016 zeigt Agnes Diedrich mit den Marmeladen-Kartons im Keller ihres Hauses. Quelle: Andreas Zimmer

Die Türen des Pfarrheims St. Johannes Bosco an der Berliner Straße öffnen sich um am Sonnabend um 11 Uhr. Der Basar dauert bis 19 Uhr, doch die Erfahrung zeigt: Die Pyramide an Marmeladen kann schnell schrumpfen. 2016 hieß es schon, drei Stunden vor dem offiziellen Ende: Keine Marmelade mehr da! Es gibt auch selbst gestrickte Socken, Karten für unterschiedliche Anlässe, Basteleien, Advents- und Weihnachtsdekoration sowie einen Bücherflohmarkt. In einer Cafeteria bietet die Gemeinde selbst gebackenen Kuchen und Waffeln an. Herzhaftes gibt es am Grillstand, wo auch Glühwein gereicht wird. Der Gottesdienst beginnt um 17 Uhr.

Basar St. Johannes Bosco: So fing alles an

Wie hatte es einst mit dem Basar begonnen? 1979 trafen sich mehrere Frauen unter der Leitung von Margret Richter zu einem Handarbeitskreis in der katholischen Gemeinde in Hemmingen. Anfangs sei nur für den eigenen Bedarf gearbeitet worden, erinnert sich Agnes Diedrich. „Dann entstand die Idee, im Rahmen eines Basars den Erlös zu spenden.“ Bis 1989 gab es unterschiedliche Adressaten, darunter das Kinderhospiz in Bethlehem, und Projekte wie neue Tische für Herz Mariä-Kirche am Pattenser Feldweg in Arnum und die Krippe in St. Johannes Bosco. Im November 1984 übernahm Agnes Diedrich die Leitung und Organisation.

Wie beim Schlussverkauf: Gedränge beim Basar im Pfarrheim in Hemmingen-Westerfeld. Das Bild stammt von 2007. Quelle: Petra Zottl

Seit 1990 floss der Erlös zu gleichen Teilen nach Kenia, wo sich Pfarrer Bernhard Ruhnau unter anderem um Brunnenbauten kümmerte, und an die Vinzentinerinnen für ihre Aufgaben in Peru, darunter das Kinderheim. Nach dem Tod von Pfarrer Ruhnau im Oktober 2015 unterstützen die Hemmingen die Don-Bosco-Mission der Salesianer in Nairobi (Kenia), die sich hauptsächlich um Straßenkinder kümmert.

Zum Vorbinden der Kränze, die am Sonnabend in Hemmingen-Westerfeld angeboten werden, treffen sich Helfer am Donnerstag, 21. November, um 18 Uhr im Don-Bosco-Haus an der Göttinger Chaussee in Ricklingen. Zur St.-Augustinus-Gemeinde gehören Ricklingen, Hemmingen und Pattensen. Jeder, der mitbinden möchte, ist willkommen.

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Von Andreas Zimmer

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