Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Hemmingen So sehen die Bürger das neue Arnum
Umland Hemmingen

Hemmingen: Programm Städtebauförderung neues Arnum und ISEK mit Ergebnissen der öffentlichen Auslegung

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:42 07.05.2019
Wenn ein Großteil des Verkehrs auf der B-3-Ortsumgehung fließt, kann die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt in Arnum beginnen. Quelle: Fotos: Andreas Zimmer
Arnum

Ende dieses Monats soll es so weit sein: Der Rat der Stadt Hemmingen ebnet den Weg dafür, dass Arnum in das Programm zur Städtebauförderung aufgenommen werden könnte. Was hat die öffentliche Auslegung der Pläne ergeben? Was ist noch bis zur Ratssitzung vorgesehen? Alles, was man zu dem Thema wissen sollte, hat diese Zeitung unter anderem aus Quellen der Stadtverwaltung und des Planungsbüros zusammengefasst: von A wie Anwohner bis Z wie Zentrumspark.

A wie Anwohner: Etliche, ob an der B 3 oder in benachbarten Straßen, haben Kritik und Anregungen verfasst. So kritisiert eine Frau, dass die Anlieger nicht genau wüssten, welche Kosten auf sie zukommen. Andere befürworten, dass sich Hemmingens größter Stadtteil weiterentwickelt und eine Ortsmitte bekommen soll. Andere sind gegen die „Megasanierung“, wie sie sie nennen, und bemängeln, dass es keine Alternativplanung gibt, also ohne Städtebauförderung und mit Erschließungsbeiträgen, und damit kein Vergleich möglich sei. Mehrere hinterfragen, ob der Pflegeaufwand für den vorgesehenen Blumenboulevard nicht zu groß werde. Eine andere Anwohnerin hält ein Stadttor für überzogen. Eine weitere schlägt stattdessen einen Rosenbogen vor. 

B wie Bushaltestellen:Es soll eine weitere Haltestelle geben, damit die Ortsmitte besser angebunden ist. Ein Vorschlag lautet, Haltebuchten zu Buskaps umzubauen, also an Haltestellen, die an die Fahrspur herangezogen werden. Dies sowie Fahrbahnverengungen betrachtet die Industrie- und Handelskammer im Hinblick unter anderem auf den Verkehrsfluss und die Sicherheit als Verschlechterung. Die Kammer begrüßt jedoch den Ausbau der Ortsmitte. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) schlägt vor, die Bushaltestelle Arnum-Mitte nach Süden zu verlegen, um die dortigen Geschäfte besser anzubinden.

C wie ca.:Bislang liegen für die Projekte nur Kostenschätzungen vor. Zurzeit sind insgesamt etwa 9,1 Millionen Euro für das Programm kalkuliert. Davon will die Stadt 3 Millionen Euro finanzieren. Je ein Drittel soll von Bund und Land kommen.

D wie Detailplanung: Sie folgt ebenso wie die weitere Bürgerbeteiligung, wenn das Vorhaben ins Programm der Städtebauförderung aufgenommen wurde.

E wie Entwurf:Dieser ist im Internet auf stadthemmingen.de abrufbar.

F wie freiwillig:Die Stadt kann niemanden zwingen, sein Haus zu sanieren.

G wie grün:Die Flächen an der Ortsdurchfahrt sollen grüner werden. Mit welchen Pflanzen, das soll später bestimmt werden.

H wie Humor: Manche haben ihre Einwände lebendig und mit einer Prise Humor verfasst. Ein Beispiel: „Bitte nicht von zu beseitigenden Leerständen faseln. Wenn man hier in Arnum nur Vorhänge zum Waschen abgenommen hat, kann es passieren, dass man gefragt wird, ob da eine Wohnung frei wird.“

I wie ISEK:Laut Planern ergeben sich aus den Anregungen und Bedenken der Betroffenen „keine notwendigen Änderungen“ des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) und der sogenannten Vorbereitenden Untersuchungen (VU).

J wie Juni: Die Aufnahme soll von der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) zum Juni 2010 beantragt werden. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt diskutiert am morgigen Donnerstag ab 19 Uhr öffentlich im Rathaus. Der vertraulich tagende Verwaltungsausschuss tagt am 16. Mai sowie der Rat öffentlich am 23. Mai (siehe auch Ratsbeschluss).

K wie Kreisel: An zwei Kreuzungen sind Kreisel geplant: an der B 3/Hoher Holzweg und an der B 3/Wilkenburger Straße. Es ist aber unter anderem durch verkehrstechnische Untersuchungen noch genauer zu prüfen, ob der Kreisverkehr so überhaupt möglich ist und die beste Lösung für Fahrzeugführer, Radfahrer und Fußgänger darstellt.

L wie Landwehr: Die Arnumer Landwehr soll stärker „erlebbar und wahrnehmbar“ sein. Ob die Flächen für eine Renaturierung und eine neue Wegeverbindung nach Westen überhaupt zur Verfügung stehen, ist noch zu klären. Der Gewässer- und Landschaftspflegeverband Mittlere Leine macht gegenüber der Stadt deutlich: „Sie planen sehr interessante städtebauliche Maßnahmen. Leider kommen die Gewässer, hier insbesondere die Arnumer Landwehr, bei Ihren Überlegungen zu kurz.“

M wie Maria-Magdalena-Kapelle:„Die bessere städtebauliche Einbindung der Kapelle ist als Maßnahme aufgenommen“, heißt es in den Stellungnahmen der Stadtverwaltung. Das kleine Gotteshaus mit dem Bibelgarten liegt an der B 3, aber direkt zwischen Häusern und ist nur von der B 3 aus zu erreichen.

N wie Nutzungsänderungen:Es gibt viele Ideen, darunter die Öffnung eines Hofes zum Beispiel als Café.

O wie Ortsumgehung:Die B-3-Umgehungsstraße ist der Anlass für die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt in Arnum. Die B-3-neu soll im Herbst 2019 für den Verkehr freigegeben werden.

P wie Parkplätze:Sie reichen aus, meinen die Planer. An der Ortsdurchfahrt soll es auch Parkflächen geben, wenn diese umgestaltet ist. In einigen Bereichen hingegen werden Parkplätze entfallen, zum Beispiel im Zentrumspark an der Alten Wilkenburger Straße.

Q wie Qualität:Ob Aufenthaltsqualität, Erlebnisqualität, Freiraumqualität, Gestaltqualität oder Stadtbildqualität – alle sollen erhöht werden.

R wie Ratsbeschluss:In der öffentlichen Sitzung am Donnerstag, 23. Mai, 19 Uhr, im Rathaus in Hemmingen-Westerfeld soll der Rat den neuen Bericht zur Sanierung „zustimmend zur Kenntnis“ nehmen, wie es die Stadtverwaltung vorschlägt. Mit dem Beschluss wäre der Rat auch dafür, die Aufnahme ins Programm der Städtebauförderung zu beantragen und das Geld, das die Stadt zu zahlen hätte, bereitzustellen. Das ist voraussichtlich ein Drittel der Sanierungskosten.

Swie Shared Space:Hinter diesem Begriff verbirgt sich Straßenraum, in dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind. Ob dies auf einigen Abschnitten der Ortsdurchfahrt sinnvoll ist, soll geprüft werden.

T wie Tempo 30:Zurzeit beträgt die Höchstgeschwindigkeit 50 Kilometer pro Stunde. Tempo 30 will die Stadt „demnächst“, wie die Verwaltung schreibt, bei der Region Hannover beantragen.

U wie Umbau:Das frühere Gemeindehaus an der Schule soll zum Kulturhaus werden. Laut Planung könnte es der „Stärkung der Identifikation, Kommunikation und des gemeinschaftlichen Zusammenlebens aller Altersgruppen an einem zentralen Treffpunkt und Aufenthaltsort“ dienen. Manche sehen das Vorhaben skeptisch. Ein Anwohner fragt in seiner Stellungnahme: „Ist das in der künftigen Gesellschaft noch ein zeitgemäßes Instrument?“

V wie Verweilbereiche:Lutz Worat, Behindertenbeauftragter der Stadt, fordert unter anderem „Verweilbereiche mit seniorengerechten Bänken“, eine öffentliche Behindertentoilette und zusätzliche Zebrastreifen an den Kreiseln.

W wie Wertsteigerung: Wer im sogenannten Sanierungsgebiet wohnt, muss am Ende der Sanierung Ausgleichsbeiträge zahlen. Deren Höhe ist unklar.

X wie x-fach:So wird der Posten noch im Haushalt der Stadt stehen, ab 2020 sollen voraussichtlich über zehn Jahre jährlich 250 000 Euro als Investition bereitgestellt werden.

Y wie Y: Dieser Buchstabe kommt in einem Wort vor, das im Plan häufig auftaucht: Synergieeffekt, zum Beispiel beim Umbau des früheren Gemeindehauses am Klapperweg zum Kulturhaus.

Z wie Zentrumspark:An der Alten Wilkenburger Straße sollen Autos verbannt werden, damit das Areal zur Parkoase werden kann. In einer Stellungnahme schreibt eine Anwohnerin, sie lehne den Zentrumspark ab, weil die Parkplätze dort benötigt werden und der Park in der Nähe des geplanten neuen Edeka-Marktes an der B 3, also in der Nähe von Hundepfuhlsweg und Schulwald, aus ihrer Sicht besser gewesen wäre.

Von Andreas Zimmer

Im Freibad Arnum beginnt am Sonnabend, 11. Mai, die neue Saison. Dem Anschwimmen ab 10 Uhr schließt sich ein Frühschoppen an. Ab 10.30 Uhr spielt die Arnumer Band ,B“Arnum“ia’. Es gibt auch einen Flohmarkt und einen Kinderflohmarkt.

10.05.2019

Der Streit um das geplante Naturschutzgebiet Linderter und Stamstorfer Holz hält an. Kritik und Anregungen nach der öffentlichen Auslegung füllen 200 Seiten. Am Donnerstag erläutert die Region ihre Pläne im Ausschuss in Hemmingen.

06.05.2019

Der Entwurf des Bebauungsplans für das neue Feuerwehrgerätehaus in Hemmingen-Westerfeld liegt öffentlich aus. Erstmals im Stadtgebiet entsteht voraussichtlich ab 2020 ein Neubau für zwei Ortsfeuerwehren: Wilkenburg und Hemmingen-Westerfeld.

06.05.2019