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Hemmingen 100 Real-Mitarbeiter bangen um ihren Job
Umland Hemmingen

Hemmingen: Real-Markt Zukunft unklar Edeka meldet Übernahme bei Kartellamt an

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18:35 29.10.2019
Im Hemminger Gewerbepark befindet sich unter anderem der Real-Markt. Quelle: Andreas Zimmer (Archiv)
Hemmingen

Wie geht es weiter mit dem Real-Markt in Devese, einem der größten Arbeitgeber im Hemminger Stadtgebiet? Das ist laut Markus Jablonski, Pressesprecher des Unternehmens, unklar. Edeka hat beim Kartellamt eine Übernahme von Real-Märkten angemeldet. Die entsprechende Liste sei bei Real noch nicht bekannt, sagte Jablonski.

„Die Zahlen im Hemminger Markt sind aber gut“, betonte er. Außerdem liege die Filiale an einem attraktiven Standort: an der B-3-Ortsumgehung, die zurzeit gebaut wird und im Frühjahr 2020 für den Verkehr freigegeben werden soll. Die Umgehungsstraße soll auch einer der Gründe gewesen sein, warum sich Real entschieden hatte, den Markt 2001 in Hemmingen zu eröffnen.

Rund 100 Mitarbeiter bei Real in Devese tätig

Rund 100 Mitarbeiter sind in dem Selbstbedienungswarenhaus tätig. Der Marktleiter wollte am Dienstag auf Anfrage keine Stellungnahme abgeben und verwies an die Pressestelle. Die Mitarbeiter in Devese haben keinen leichten Job, denn immer wieder war in den vergangenen Monaten ein möglicher Verkauf Thema, was Kunden entsprechend irritierte. Bei der Eröffnung des Bauprojektes für umgerechnet etwa 15 Millionen Euro waren noch etwa 170 Mitarbeiter beschäftigt.

Der Markt in Devese, einer von 279 deutschlandweit, hat eine Verkaufsfläche von rund 7000 Quadratmetern. Dazu gehören nicht nur Lebensmittel, sondern auch Elektrogeräte, Kleidung, Bücher, CDs und DVDs. Bei einer Übernahme beispielsweise durch Edeka oder Rewe wird es das Non-Food-Sortiment in dieser Größenordnung wahrscheinlich nicht mehr geben.

Markt wurde 2016 umgebaut

Mehr als 500.000 Euro hatte Real 2016 in den Umbau seiner Geschäftsfläche an der Alfred-Bentz-Straße investiert. Die Arbeiten dauerten etwa zwei Monate und erfolgten während des laufenden Betriebes. Seitdem gibt es breitere Gänge, einen freien Mittelgang und niedrigere Regalhöhen. Damit sollte das Warenhaus größer und übersichtlicher wirken als bisher. Der Markt in Hemmingen, der auch Paypack-Partner ist, befindet sich in einem Einkaufszentrum, denn in einer Passage gibt es mehrere Shops, die auch von der Kundenfrequenz im Markt abhängen.

Die nächste Real-Ära mit der Real-Markthalle hat schon begonnen, allerdings an anderen Standorten. Der von Hemmingen aus nächstgelegene Standort ist in Braunschweig. Wie der Name schon sagt, sollen die Kunden in einem Ambiente wie in einer Markthalle einkaufen. Es gibt auch Kochkurse und Weinabende. Vier Real-Markthallen gibt es mittlerweile in Deutschland.

Zukunftspapier: Wichtigster Bereich zum Einkaufen

Die Supermärkte wie Real spielen auch für die Weiterentwicklung Hemmingens in dem Gebiet eine Rolle. Die sogenannte Fläche 60 befindet sich zwischen dem Real-Markt und der heutigen Bundesstraße 3 und gegenüber der geplanten Stadtbahn-Endhaltestelle. Im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) Hemmingen 2030, das der Rat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat, wird der Gewerbepark Hemmingen II unter anderem mit dem Real-Markt und dem Gartencenter Stanze als wichtigster Bereich im Stadtgebiet zum Einkaufen bewertet. Generell brauchen die Supermärkte heute mehr Verkaufsfläche, heißt es in dem Zukunftspapier.

In Devese gibt es neben Real auch den Aldi-Markt. In Hemmingen-Westerfeld sind Jawoll, Lidl, Netto und Penny ansässig. Penny hat zudem in Arnum, dem größten Hemminger Stadtteil, eine Filiale. Dort wird zurzeit ein Edeka-Markt errichtet, den Stefan Ladage, selbstständiger Edeka-Einzelhändler, betreiben will. Die Eröffnung ist für Frühjahr 2020 vorgesehen.

Real-Märkte gibt es in der Region Hannover auch in Hannover-Linden, Altwarmbüchen und Garbsen.

Mit der Anmeldung Edekas beim Kartellamt beginnt nach langer Verzögerung die Zerschlagung von Real. Die Metro AG hatte nach langen Verhandlungen beschlossen, die defizitäre Verbrauchermarktkette an den Immobilienentwickler Redos zu verkaufen. Diesen Verkauf hatten Redos und Metro nach einem Bericht des „Handelsblattes“ Anfang Oktober beim Kartellamt angemeldet. Redos hatte aber von Beginn an klargemacht, dass er nur einen Teil der Real-Standorte weiterführen will. Die Rede war von etwa 60 Häusern. Bis zu 40 Standorte sind den Plänen zufolge von der Schließung bedroht.

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