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Hemmingen Region will Römerfunde sichern lassen
Umland Hemmingen

Hemmingen: Region will Römerfunde bei Wilkenburg sichern lassen

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16:07 21.06.2019
Robert Lehmann (rechts), einer der Sprecher der Römer AG Leine, unterhält sich mit zwei traditionell gekleideten Mitgliedern am Infostand am Römerlager. Quelle: Tobias Lehmann
Wilkenburg

Die Regionsverwaltung ordnet das bei Wilkenburg entdeckte Römerlager eindeutig als Kulturdenkmal ein, schließt eine Genehmigung des auf der Fläche geplanten Kiesabbaus trotzdem nicht aus. Aber sie kündigt an, in dem Fall „durch denkmalrechtliche Auflagen“ sicherzustellen, dass die „kulturhistorischen Aussagen des Bodendenkmals dokumentiert und die Funde gesichert werden“. Das geht aus der Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage des Hemmminger Ratsherrn und Regionsabgeordneten Jan Dingeldey (CDU) hervor.

Bürgerinitiative will Lager als Lernort erhalten

Auf einem rund 40 Hektar großen Gelände am Südrand von Wilkenburg waren 2016 bei Ausgrabungen Funde entdeckt worden, die belegen, dass dort vor gut 2000 Jahren mehrere römische Legionen mit etwa 20.000 Soldaten gelagert haben. Eine Bürgerinitiative will das Areal als außerschulischen Lernort erhalten. Da eine Firma dort jedoch Kies abbauen will, hatte die Initiative den Landtag mit einer von 5000 Bürgern unterzeichneten Petition gezwungen, sich mit dem Thema zu befassen.

Außerdem hatte sich Dingeldey mit einer Anfrage an die Region gewandt, die für die Genehmigung des beantragten Kiesabbaus zuständig ist. Er wollte unter anderem wissen, ob die Verwaltung der Auffassung ist, „dass es sich bei dem Römerlager Wilkenburg um eine bedeutende archäologische Fundstätte handelt“. In der Antwort wird bestätigt, dass es sich unbestritten um ein Kulturdenkmal handele. Das Denkmalschutzgesetz sehe jedoch keine Klassifizierungen wie einfach, bedeutend oder herausragend vor.

Pflicht zur Erhaltung gegen öffentliches Interesse

Die Regionsverwaltung weist auch darauf hin, dass zwar grundsätzliche eine Pflicht zur Erhaltung von Kulturdenkmälern bestehe. Es könne aber sein, dass „ein anderes öffentliche Interesse“ dem entgegenstehe und einen Eingriff rechtfertige. Das könne auch die Gewinnung von Rohstoff sein. Im konkreten Fall finde diese Abwägung zurzeit noch in dem laufenden Genehmigungsverfahren statt. Sollte das Vorhaben genehmigt werden, werde jedoch durch Auflagen sichergestellt, dass die Funde dokumentiert und gesichert würden, sodass sie „auch für spätere Generationen erhalten“ blieben, für Forschungen zur Verfügung stünden und „später in geeigneter Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht“ werden könnten.

Auf Dingeldeys weitere Frage, ob es möglich sei, einen Kompromiss zwischen Rohstoffsicherung und vollständigem Erhalt des Römerlagers zu finden, fällt die Antwort knapp aus: „Dies fällt nicht in den Aufgabenbereich der Region Hannover als Genehmigungsbehörde.“

Römische Masken selbst gestalten

Zu einer Informationsveranstaltung über das römische Theater lädt die Römer-Arbeitsgemeinschaft Leine für Sonnabend, 22. Juni, von 14 bis 15 Uhr ein. An dem Infostand am Rande des Römerlagers am Ende der Straße Dicken Riede erfahren die Besucher etwas über die Geschichte des antiken Theaters und können dabei verwendete Masken in Augenschein nehmen. Außerdem besteht Gelegenheit, Kopien von römischen Masken selbst farblich zu gestalten. tb

Von Thomas Böger

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