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Hemmingen So war der Auftritt von Waghubinger im bauhof
Umland Hemmingen

Hemmingen: Stefan Waghubinger im bauhof mit Programm Jetzt hätten die guten Tage kommen können

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18:56 08.12.2019
Der Kabarettist Stefan Waghubinger in Hemmingen: Er blickt auf dem Dachboden seiner Eltern aufs Leben zurück. Quelle: Torsten Lippelt
Hemmingen-Westerfeld

Stefan Waghubinger hat es bis ganz oben geschafft – wortwörtlich in seinem aktuellen Bühnenprogramm: Auf den Dachboden seiner Eltern. Dort wartet er den gesamten Abend auf seinen Freund Wolfgang, der ihm beim Transport von Umzugskisten helfen soll. Die rund 90 Besucher im Kulturzentrum bauhof in Hemmingen-Westerfeld hatten am Donnerstagabend viel Vergnügen, den österreichischen Kabarettisten, Cartoonisten und Kinderbuchautoren dabei zu beobachten. In seinem dritten Soloprogramm „Jetzt hätten die guten Tage kommen können“ sinnierte der in diesem Jahr mit der Freiburger Leiter und dem Hessischen Kabarettpreis ausgezeichnete Künstler über sein bisheriges Leben.

Stefan Waghubinger im bauhof

„Wozu gegen Kosten ein Unternehmen beauftragen? Wozu hat man denn Freunde?“, fragt Waghubinger und ignoriert dabei geflissentlich den Umstand, dass er die letzten zehn Jahre gar keinen Kontakt zum Freund gepflegt hatte, als unwichtig. Nun sollte ihm Wolfgang jedoch helfen, nach der von der Ehefrau geforderten Trennung den zugeteilten Hausrat auf dem Dachboden der eigenen Eltern zu verstauen.

Gerahmte Weisheiten: der Kabarettist Stefan Waghubinger im bauhof. Quelle: Torsten Lippelt

„Vielleicht sollte ich es bei meinen Eltern einfach machen wie Probleme, die als kurzzeitig im Leben auftauchen und dann einfach für immer bleiben“, sagte er – und blickte scharfsinnig und zynisch, warmherzig und komisch, aber auch schon öfter mal tieftraurig für das bauhof-Publikum auf sein Leben und die Gesellschaft.

„Jetzt hätten die guten Tage kommen können“

Da ging es ebenso um die von ihm begeistert betrachteten roten Eichhörnchen, denen er bei Eigenbedarf schon mal die Nüsse aus ihrem Versteck klaut, ebenso wie um den Lichtstrahl eines Sternes am Abendhimmel, dem er einen halben Meter vor dem Auftreffen auf sein Auge einfach mit einem aufgeklappten Sonnenschirm kurz vor dem Ziel den Weg versperrt. In der gegenüber seinem Elternhaus eröffneten „Unfehl-Bar“ würden der Papst, der Dalai Lama und die Vertreter weiterer Weltreligionen zurzeit zusammen Scrabble spielen – aber das einzige Wort, auf das sie sich als vorhanden einigen könnten, sei die „Wahrheit“. Weil diese alle für sich selbst allein beanspruchen würden.

Da gab es viel hintergründigen Humor: „Ich möchte jetzt nicht schlecht über meine Frau reden. Aber wer sonst“, fragte er ins schmunzelnde Publikum. Der seit 32 Jahren in Deutschland lebende Künstler entschuldigte sich bei kritischen Worten über japanisches Sushi - „viel Geld für wenig Essen“ - auch: „Ich bin zwar Österreicher, aber kein Rassist. Es gibt Kulturen, die ich noch weniger mag.“

Feinsinniger Humor im Kulturzentrum

In eine der Dachbodenkisten - „ganz schön schwer“ – schaute er nicht, sondern erläuterte beim Gedanken an sein Haustier in der Jugend das physikalische Gedankenexperiment von „Schrödingers Katze“. „Unsere Katze war damals auch plötzlich weg“, fügte er an und legte den Karton beiseite.

Glänzend formuliert trotz staubiger Oberflächen stellte Stefan Waghubinger für sein Leben fest, dass er jetzt am besten dort weitermachen müsste, wo er als Kind aufgehört hatte. Sich nämlich nicht nur auf dem Papier auszumalen, wie man in späteren Jahren sein möchte, sondern einfach damit anzufangen und weiterzumachen. Damit später auf dem eigenen Grabstein zurecht die Inschrift stehen kann: „Jetzt hätten die guten Tage kommen können“.

Ganz schön voll auf der bauhof-Bühne, wenn der Kabarettist Stefan Waghubinger auftritt. Quelle: Torsten Lippelt

Als Zugabe gab es neben Passagen aus einem seiner Kinderbücher noch einen Auszug aus seinem vorherigen Programm „Außergewöhnliche Belastungen“, mit dem Stefan Waghubinger bereits im Jahr 2017, bei seinem ersten Auftritt im Hemminger bauhof, zu unterhalten wusste.

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Von Torsten Lippelt

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