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Hemmingen Stiftung will Ausbildung von Lehrern im Tschad finanzieren
Umland Hemmingen Stiftung will Ausbildung von Lehrern im Tschad finanzieren
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12:52 06.04.2019
Der Schulgarten des Evangelischen Lyzeums in Koyom dient auch der Versorgung der Schüler. Quelle: Privat
Hemmingen-Westerfeld

„Im Tschad fehlt es vor allem an Bildung“, sagt Friedrich Wolter. Daher unterstützt er mit seiner Stiftung „Für Menschen in Not“ gleich mehrere Bildungsprojekte in dem afrikanischen Land. „Damit wollen wir auch Fluchtursachen beseitigen und dazu beitragen, dass sich Menschen vor Ort eine Existenz aufbauen können“, sagt der Hemminger.

Am Evangelischen Lyzeums in Koyom werden mehr als 100 Schüler unterrichtet. Für 30 von ihnen zahlt die Friedrich-Wolter-Stiftung das Schulgeld. Quelle: Privat

Seit 2017 finanziert seine Stiftung 30 Kindern aus armen Familien und Halbwaisen den Schulbesuch am Evangelischen Lyzeum im ländlichen Koyom. Dazu zahlt sie pro Schuljahr rund 14.000 Euro für Schulgeld, Unterbringung im Internat, Essen und Betreuung der Schüler. „Die Kinder würden sonst keine Bildung erhalten“, sagt Wolter. „Doch ohne Schulbildung wäre die Zukunft der Jungen und Mädchen aussichtslos und der Sog in die Migrationswege nach Libyen und zum Mittelmeer eine irrationale Hoffnung für sie, ohne eine Ahnung von dem unmenschlichen Elend in den Lagerzentren dieses ungeordneten Landes.“

Internatsgarten wird mit einer Solarpumpe bewässert

Im Januar hat die Friedrich-Wolter-Stiftung zusätzlich für die Bewässerung des Internatsgartens in den Trockenperioden eine Solarpumpe und verschiedene Gartengeräte beschafft. „Mit der Pumpe kann der Garten aus einem weiter weg gelegenen Brunnen bewässert werden“, erklärt Wolter. „Dadurch können Erträge erwirtschaftet werden, so dass die angespannte wirtschaftliche Lage des Internats etwas entlastet werden kann.“ Denn mit dem Gemüseanbau tragen die Schüler zu ihrer eigenen Versorgung bei.

Spenden für Lehrerausbildung und Werkstatteröffnung gesucht

Doch die Not im Tschad ist groß und die Schule braucht dringend weitere Unterstützung. „Um das Bildungsniveau aufrecht zu erhalten, werden drei weitere Lehrer benötigt“, sagt Wolter. Da es in dem Land jedoch kaum ausgebildete Lehrkräfte gibt, will der Schulleiter drei Grundschullehrer zu Fachlehrern ausbilden lassen. „Das staatliche Schulwesen liegt im Tschad darnieder“, berichtet Wolter. In vielen Klassen seien mehr als 100 Schüler. Daher sei es so wichtig, alternative Projekte wie das in Koyom zu fördern. „Die universitäre Weiterbildung der Lehrer kostet pro Person mehr als 8000 Euro“, sagt Wolter. Dafür sucht die Stiftung nun weitere Spender, die bereit sind, sich an den Kosten zu beteiligen.

Mit der Solarpumpe auf dem Wasserbehälter kann der Schulgarten bewässert werden. Quelle: Privat

Außerdem benötigt Wolter weitere Spenden für den Aufbau von weiteren Zweigwerkstätten der Ausbildungswerkstatt in Koyom. Dort werden 16 junge Afrikaner im dualen System als Schreiner, KfZ-Mechaniker und im Bereich der Metallverarbeitung ausgebildet. Die Ausbildungswerkstatt wurde vor 18 Jahren aufgebaut und betreibt bislang sieben kleinere Zweigwerkstätten in der Umgebung von Koyom. In diesen werden unter anderem Trecker für die Feldarbeit sowie Lastwagen und Autos repariert, aber auch Metall verarbeitet und Schreineraufträge erledigt. Nun will die Werkstatt eine weitere Zweigstelle eröffnen, in der einige der ausgebildeten jungen Afrikaner arbeiten sollen. „Aber wird die Gründung wird Geld benötigt“, sagt Wolter. Wie viel genau, stehe zur Zeit noch nicht fest.

Für ihre Projekte im Tschad hofft die Friedrich-Wolter-Stiftung daher auf Spenden. „Das Geld kommt 100-prozentig dort an, wo es gebraucht wird“, versichert Wolter. Weitere Informationen über die Stiftung und ihre Projekte gibt es im Internet unter www.fuer-menschen-in-not.de. Spenden nimmt die Stiftung „Für Menschen in Not“ unter dem Stichwort „Tschad 2019“ auf ihrem Konto IBAN DE90 2507 0070 0015 6455 00 bei der Deutschen Bank Hannover entgegen.

Lesen Sie auch: Hemminger Stiftung will den Tschad unterstützen (HAZ-Artikel, Oktober, 2018), Stiftung baut Gesundheitsstation im Tschad (HAZ-Artikel, Juni 2017), Hemminger Stiftung bekämpft die Not im Tschad (HAZ-Artikel, Dezember 2017).

Von Stephanie Zerm

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