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Hemmingen Zingsheim nimmt die Gäste auf eine Reise des Verzichts mit
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Hemmingen: Zingsheim nimmt die Gäste auf eine Reise des Verzichts mit

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14:30 22.11.2019
Der Comedian Martin Zingsheim plädiert bei seinem bauhof-Auftritt für den Verzicht als wahren Luxus. Quelle: Torsten Lippelt
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Hemmingen-Westerfeld

Mit seinem neuen Solo-Programm „aber bitte mit ohne“ gastierte Martin Zingsheim am Donnerstagabend im mit 100 Besuchern ausverkauften bauhof. Der mehrfach ausgezeichnete Kölner Comedian (Deutscher Kleinkunst-Förderpreis 2015, Radio-Kabarettpreis „Salzburger Stier“) und Dauerplauderer nahm die Gäste mit auf eine Reise in die Welt des Verzichts. Denn „Verzicht ist heutzutage der wahre Luxus“, führte er nachfolgend mit zahlreichen humorig-hintersinnigen Beispielen aus.

Zingsheim verschont auch die Politik nicht

Scharfsinnig philosophierte Zingsheim bei seinem inzwischen dritten bauhof-Auftritt – zuletzt mit dem Programm „Kopfkino“ vor rund zweieinhalb Jahren – über die Widersprüche, die das Leben so bietet. Echte Teilzeit-Asketen würden dabei eigentlich auf alles verzichten: Fleisch und Laktose, Religion und vor allem eine eigene Meinung. In einem Parforceritt durch die Gesellschaftskultur streifte Zingsheim dabei Themen wie Sport – auf den würden inzwischen viele auch verzichten – und den Meinungsspagat zwischen einem Kind – „Herzlichen Glückwunsch“ und vier Kindern – „asozial“. Auch die Politik erhielt von Trump über Erdogan bis hin zur Großen Koalition im Bundestag ihr Fett weg.

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Zingsheim fand darüber hinaus eine ganze Menge Wahnsinn, auf den man sofort verzichten könnte: Kundenrezensionen, Terrorismus-Experten und Tierfreunde, Hobbypsychologen, Online-Petitionen und gluten- und laktosefreie Sprühsahne – „die kann allerdings eventuell noch Spuren von Nüssen enthalten.“

Comedian lobt das Publikum

Zwischendurch lobte Zingsheim sein Publikum auf ungewöhnliche Art: „Ich habe mir am Wochenende am Bettpfosten den kleinen Zeh gebrochen. Aber ihr seid so toll, ihr wirkt besser als Ibuprofen 600!“

Der Comedian forderte zum Schluss hin sein Publikum dazu auf, einfach heraus zu gehen und das wahre Leben im Kontakt mit anderen zu genießen – und Theater zu besuchen. Und einfach mehr verrückte Sachen zu tun. Beispielsweise sich mit einem alten orangefarbenen Wählscheibentelefon in die Straßenbahn zu setzen und die Mitfahrer dort mit einem Telefongespräch zu verblüffen. Auch E-Mails mal mit dem Füller zu schreiben, könne ganz interessant sein.

Der Musikwissenschaftler präsentiert einen Rap

Auf sein musikalisches Können als promovierter Musikwissenschaftler und Klaviereinlagen wie vor zwei Jahren musste das Publikum dieses Mal allerdings verzichten. Nur mit der rasanten Gangsta-Rap-Einlage „Ich habe keine Zeit“ – thematisch als Vater mit seinen vier auf dem Spielplatz herum tobenden Kleinkindern angelegt – zeigte er seine kreative Spannbreite. Das begeisterte Publikum bedankte sich am Ende mit viel Applaus.

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Von Torsten Lippelt

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