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Nachrichten 130 Schüler informieren sich über Berufe
Umland Hemmingen Nachrichten 130 Schüler informieren sich über Berufe
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16:02 18.01.2017
Von Tobias Lehmann
Leutnant Oliver Bahls stellt den Beruf des Bundeswehrsoldaten vor. Quelle: Tobias Lehmann
Hemmingen-Westerfeld

"Die Planung ist eine logistische Herausforderung", sagte Martin Braunschmidt, der den Marktplatz für Berufe für die Bürgerstiftung organisiert hat. Rund 130 Schüler konnten sich jeweils fünf Berufe aussuchen, die von Vertretern von 28 verschiedenen Berufszweigen in der KGS am Mittwoch vorgestellt wurden. "Wir haben die individuellen Wünsche aller Schüler berücksichtigt und es gibt auch keinen Leerlauf", sagte er.

Der Marktplatz der Berufe ist für die Schüler eine Pflichtveranstaltung. "Sie müssen sich ihre Teilnahme auch abzeichnen lassen", sagte Braunschmidt. Aus seiner Sicht, gefällt es den meisten Schülern aber auch. Diese bestätigen das. "Es ist toll, mal einen Einblick in die Ausbildung und die anschließenden Tätigkeiten zu bekommen", sagte eine Schülerin. Eine weitere ergänzte, dass es auch spannend sei, Lebensgeschichten und berufliche Laufbahnen kennenzulernen. Nicht zuletzt sind viele Schüler an den Gehältern der verschiedenen Berufszweige interessiert.

Besonders beliebt waren wie jedes Mal Bundeswehrsoldat und Polizeibeamter. Gerhard Bubel, der Braunschmidt bei der Organisation unterstützte, sagte: "Der Renner war dieses Jahr auch der Beruf des Anwalts." Gefragt waren zudem Unternehmensberatung und das Duale Studium, das die Industrie- und Handelskammer anbietet. Erstmals dabei war ein Vertreter des Fernwärme-Instituts im Gewerbegebiet von Hemmingen-Westerfeld. "Hier bekommen die Schüler einen Einblick in eine mögliche Berufsrichtung eines Maschinenbauingenieurs", sagte Bubel.

Die Bürgerstiftung bietet jedes Jahr zwei Marktplätze an: einen für die Sekundarstufe I und einen für die Sekundarstufe II. Der Marktplatz für die Sekundarstufe I wird kurz vor den Sommerferien sein. Bubel bedauert, dass nicht noch mehr Vertreter der verschiedenen Berufszweige das Angebot nutzen, ihre Tätigkeiten vorzustellen. "Die Ärztekammer habe ich zum Beispiel schon mehrfach angeschrieben. Sie hat nicht darauf reagiert", sagte er. Auch Berufe aus dem kreativen Bereich und aus der Informationstechnologie könnten noch stärker vertreten sein. So haben die Schüler zum Beispiel Interesse an einem Web-Designer geäußert. "Organisatorisch wäre es möglich bis zu 40 Berufsvertreter einzuladen", sagte Bubel.

Besonders beliebt: Bundeswehr und Jura

Mit jeweils knapp 50 Schülern in fünf Durchgängen waren die Berufszweige Jura und Bundeswehr bei den Schülern dieses Jahr besonders beliebt. Leutnant Oliver Bahls stellte die Anforderungen an einen Bundeswehrsoldaten vor. Soldaten müssten Verantwortung übernehmen und mobil sein. Ihren Einsatzort innerhalb Deutschlands können sie sich nicht aussuchen. Sie dürfen zudem keine Angst vor dem Umgang mit Waffen haben. Auch körperliche Fitness sei gefordert.

Soldaten werden medizinisch von Ärzten innerhalb der Bundeswehr betreut. "Ich habe keine Chipkarte, mit der ich zum Arzt gehe. Selbst der Hausarzt wird von der Bundeswehr gestellt", sagte Bahls. Wer zur Bundeswehr gehen will, dürfe zudem nicht vorbestraft sein und niemals Drogen genommen haben. Bezüglich der Vorstrafen lasse sich etwa bei einem einmaligen Diebstahl in der Jugend möglicherweise noch diskutieren. Doch wer auch nur einmal an einem Joint gezogen hat, werde nicht genommen. "Dieser Beruf kann nervlich sehr belastend sein. Wer einmal zu Drogen gegriffen hat, um sich mental zu entlasten, macht dies möglicherweise auch wieder", sagte Bahls.

Rechtsanwältin Juliane Focke-Steinmetz, die auch zum Vorstand der Bürgerstiftung gehört, stellte den Beruf des Anwalts vor. "Häufig gefragt wurde von den Schülern, ob es mit dem Gewissen vereinbar ist, einen Schuldigen zu verteidigen", sagte sie. Thema war auch, dass viele Schüler sich das Jurastudium als sehr schwer vorstellen. "Das kann ich nicht bestätigen. Wer Interesse daran hat, kann das auch schaffen", sagte Focke-Steinmetz. Sie wies auch darauf hin, dass das Studium nicht aus dem Auswendiglernen von Paragrafen bestehe, was viele vermuten. Es gehe eher darum, juristische Vorgaben auf Alltagssituationen anzuwenden.

Etwas problematisch sei aus ihrer Sicht allerdings, dass die erste schwere Prüfung, das Staatsexamen, erst am Ende des Studiums komme. "In anderen Studiengängen gibt es auch während des regulären Studiums schon schwere Prüfungen, an denen die Studenten sehen können, ob sie für den Beruf geeignet sind", sagte Focke-Steinmetz. Das Jura-Studium könne hingegen fünf Jahre lang gut bewältigt werden und erst dann müssen sich die Studenten wirklich beweisen. Wer dann nicht bestehe, müsse sich noch einmal etwas Neues suchen.

Braunschmidt übernimmt Organisation

Der ehemalige KGS-Lehrer Martin Braunschmidt übernimmt fortan die Organisation des Marktplatzes der Berufe. Er hatte die Veranstaltung 2007 ins Leben gerufen, sie dann aber an die Bürgerstiftung übergeben. "Die Schule war immer schon daran interessiert, den Schülern auch praktische Einblicke in die Berufe zu vermitteln", sagte er. Die KGS trägt auch das Gütesiegel "berufs- und ausbildungsfreundliche Schule".

Früher sind die Schüler noch direkt zu den jeweiligen Berufsstätten gegangen. Doch das war im Hinblick auf die Organisation deutlich schwieriger. "Wir haben dann damit begonnen, die Vertreter der verschiedenen Berufszweige zu uns einzuladen", sagte Braunschmidt.

Der stellvertretende Vorsitzende der Bürgerstiftung, Gerhard Bubel, hatte sich in den vergangenen Jahren um die Organisation der Veranstaltung gekümmert. Bubel wird jetzt allerdings in den Raum Köln-Bonn ziehen. "Wichtig ist mir, dass die Zukunft der Veranstaltung gesichert ist", sagte Bubel. Sie liege bei Braunschmidt in guten Händen. Der 68-jährige KGS-Lehrer ist vor zwei Jahren in den Ruhestand gegangen. "Jetzt freue ich mich auf meine neue Aufgabe", sagte Braunschmidt.

Gerhard Bubel (links) übergibt die Organisation an Martin Braunschmidt. Quelle: Tobias Lehmann

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