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Nachrichten Fliegende Flaschen und Schlägerei bei Fußballspiel
Umland Hemmingen Nachrichten Fliegende Flaschen und Schlägerei bei Fußballspiel
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00:18 02.12.2017
Symbolbild Quelle: Arne Dedert
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Hannover

 Pöbelnde Zuschauer, ein Ellenbogencheck, eine rote Karte, Rudelbildung, fliegende Flaschen und eine Schlägerei: Ein in Hemmingen-Westerfeld völlig aus dem Ruder gelaufenes Fußballspiel ist am Mittwoch zum Fall für das Amtsgericht Hannover geworden. 

Laut Staatsanwaltschaft sollen nach dem Spiel in der 3. Kreisklasse zwei Spieler des SV Degersen Hemminger Fußballzuschauer geschlagen haben. Eines der Opfer soll kurzzeitig das Bewusstsein verloren haben, das andere Opfer musste an der Nase operiert werden und verbrachte eine Woche im Krankenhaus. Beschuldigt werden zwei Brüder, Orhan S. und Ferhat S., 20 und 21 Jahre alt. Sie müssen sich wegen Körperverletzung verantworten.

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Nach der Verhandlung am Mittwoch war die Lage aber nicht mehr so eindeutig, wie in der Anklageschrift. Offenbar hatte bei dem Flutlichstpiel vor fast genau einem Jahr eine größe Gruppe alkoholisierter Anhänger der Mannschaft von Hemmingen-Westerfeld Spieler und Trainer das gesamte Spiel über beleidigt. In der 88. Minute versetzte dann ein Degerser Spieler einem Gegner einen Ellenbogencheck. Der Mann ging zu Boden, eine rote Karte für den Täter, dessen Mannschaft zu diesem Zeitpunkt 4:2 führte, war die Folge. 

Staffelleiter: Jeder Fußballplatz hat „Dorfhooligans“

Weil die Spieler beider Mannschaften begannen, sich gegenseitig zu beschimpfen und zu schubsen, und auch Zuschauer auf den Platz liefen, brach der Schiedrichter das Spiel ab. Richter Jens Buck muss jetzt versuchen, vor allem beim nachfolgenden Geschehen Licht ins Dunkel zu bringen. Denn nachdem die Spieler den Platz verlassen hatten, ging das Flutlicht aus und die Szenerie wurde offensichtlich noch turbulenter. Nach Zeugenaussagen sollen auf die beiden Brüder aus der Gruppe der angetrunken Zuschauer Flaschen geflogen sein, daraufhin kam es zur Schlägerei im Dunkeln. 

„Die Zuschauer scheinen sich nicht mit Ruhm bekleckert zu haben“, sagte Richter Buck in der Verhandlung. Das berichtete auch der Stafelleiter des Niedersächsischen Fußballverbandes, der sich das Spiel angeschaut hatte. Jeder Fußballplatz habe inzwischen seine eigenen „Dorfhooligans“, sagte der Staffelleiter. In Hemmingen-Westerfeld seien die Zustände „unglaublich“ gewesen. Denn direkt neben dem Spielfeld habe eine Bierbude gestanden.

Richter Buck will vor einem Urteil am 13. Dezember noch einen Zeugen hören. Beim Sportgerichtsverfahren gab es dagegen schon kurzen Prozess: Das Spiel wurde für beide Mannschaften als 5:0-Niederlage gewehrtet, Hemmingen-Westerfeld musste eine Geldstrafe wegen Nichtwahrung der Platzdisziplin zahlen und der Rotsünder erhielt eine lange Sperre. 

Von Mathias Klein