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Umland Hemmingen Nachrichten Großes Bürgerinteresse am Verkehrsplan
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09:59 10.11.2017
Es mussten noch Stühle geholt werden: Der Verkehrsplan stößt bei den Zuhörern im Ratssaal auf großes Interesse. Quelle: Andreas Zimmer
Hemmingen

 Verkehr ist ein Thema, das die Hemminger bewegt: Der Ratssaal am Donnerstagabend war voll. Mehr als 50 Frauen und Männer hörten zu, als das Büro Schnüll, Haller und Partner Ingenieure aus Hannover 45 Minuten lang den ersten Entwurf des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) 2030 vorstellte. Hinzu kamen etwa 30 weitere Teilnehmer: die Mitglieder zweier Fachausschüsse, denn es war eine gemeinsame Sitzung, sowie die Vertreter der Verwaltung.

 Die Kommunalpolitiker und die Verwaltung machten zwar deutlich, dass sie sich über das rege Interesse freuen, dennoch wurden die Zuhörer gleich am Anfang gebremst. Fragen, Kritik und Anregungen sollen sie möglichst erst in einer Bürgerversammlung voraussichtlich im Februar oder März 2018 stellen. Der Grund: Der mehr als 100 Seiten umfassende Entwurf sei zu komplex, als das man am Donnerstagabend gleich losdiskutieren könne. „Wir widmen uns den Themen stufenweise, haben aber noch keine Reihenfolge festgelegt“, erläuterte Bürgermeister Claus Schacht. Für den Hohen Holzweg in Arnum, die Neugestaltung von Arnum-Mitte und den Hochwasserschutz und seine Auswirkungen seien eigene Versammlungen vorgesehen.

 Ein Zuhörer gab zu bedenken, dass es für Bürger in Hemmingen zwar viele Wege gebe sich schriftlich in aktuelle Debatten einzubringen. „Das ersetzt aber keine Diskussion direkt miteinander“, mahnte er und fragte, wie zum Beispiel mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) Hemmingen 2025 weiter verfahren werde. Die Stadt hatte den ISEK-Entwurf im Februar 2017 vorgestellt. Schacht bat um Verständnis, dass die Diskussion seine Zeit brauche. „Wir sind eine kleine Verwaltung, und jede Versammlung muss vor- und nachbereitet werden.“ Hinzu komme: „Eine ISEK-Diskussion hat es in dieser breiten Form in Hemmingen noch nicht gegeben.“ Der Verkehr habe sich als das „Oberthema“ bei der ISEK-Debatte herausgestellt.

 Fachbereichsleiter Axel Schedler wies darauf hin, dass der VEP zurzeit im Bürgerinformationssystem auf stadthemmingen.de im Internet als Drucksache 163/2017 abrufbar sei und demnächst auf der Stadtseite mit einer Kommentarfunktion. Auch bei der öffentlichen Auslegung – der Zeitpunkt steht noch nicht fest - können Bürger ihre Meinung einbringen und sich den Entwurf erläutern lassen. 
Bürgermeister 
Schacht sagte, es bestünde keine Eile den VEP zu diskutieren, da zurzeit in keinem Hemminger Stadtteil Neubaugebiete geplant seien.

 Eine der Hauptaussagen im VEP: Auf der heutigen B3 ist wegen der Ortsumgehung mit einer Halbierung der Verkehrsstärke zu rechnen. Zudem wird die Stadtbahnverlängerung bis Hemmingen-Westerfeld zu veränderten Verkehrsströmen führen. Jan Dingeldey (CDU) bewertete den „ersten Aufschlag“ als sehr gut. „Es ist ein Nebeneinander aller Verkehrsteilnehmer“, sagte er. Wolf Hatje (DUH) wollte wissen, ob der Verkehrsplan auch eine Lösung für die Situation vorsehe, wenn die B3-neu mal komplett dicht sein sollte. Wolfgang Haller vom Planungsbüro entgegnete, dass es zum Beispiel bei einem Unfall kein Konzept gebe. Meist suchen sich die Fahrer dann ihren Weg über die Dörfer. Bei Absehbarem werde der Verkehr über großräumige Umleitungen geleitet. Haller warnte davor, beim Rückbau der heutigen B3 auf die Bremse zu treten, also die geplante Neugestaltung der Ortsdurchfahrten in Arnum und Hemmingen-Westerfeld auf solche „Havarien“ auszurichten. Diese blieben Einzelfälle.

Von Andreas Zimmer

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