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Nachrichten Hochwasserschutz: Bald erstes Votum?
Umland Hemmingen Nachrichten Hochwasserschutz: Bald erstes Votum?
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20:16 12.02.2015
Von Andreas Zimmer
Hannover, 28.05.2013, Hochwasser, Dorfstraße Hemmingen, Kreuzung Wilkenburger StraßeFoto: Uwe Dillenberg
Hannover, 28.05.2013, Hochwasser, Dorfstraße Hemmingen, Kreuzung Wilkenburger StraßeFoto: Uwe Dillenberg Quelle: Uwe Dillenberg
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Hemmingen

Harald Paul, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt, zeigt sich skeptisch. „Es muss zum Beispiel erst klar sein, wie hoch die Landesförderung ausfällt und wer das Planfeststellungsverfahren macht“, sagt er. Näheres erhofft sich Paul von der öffentlichen Ausschusssitzung am Mittwoch, 18. Februar. Ab 19 Uhr stellen die beauftragten Ingenieurbüros den aktuellen Stand der Planung vor. Wegen des großen Interesses von Bürgern ist die Sitzung in der Aula der KGS Hemmingen. Von den vier Varianten hat weiterhin jene, die südlich nach Wilkenburg führt, die besten Bewertungen der Behörden. Wie das politisch gesehen wird, steht auf einem anderen Blatt. Das gezielte Fluten von Flächen spiele zum Beispiel eine große Rolle, sagt Paul.

Alle Trassen beginnen an der B 3 im Norden von Hemmingen-Westerfeld. Sie führen vom Klewertweg auf unterschiedlichen Wegen entlang am Stadtrand zum Gutshof im Alten Dorf im Südosten, wo sie nach 3,3 Kilometern enden. Die Trasse nach Wilkenburg sieht einen 620 Meter langen Deich vor. Diese Kosten werden mit 9,3 Millionen Euro beziffert. Die Stadt hofft auf eine bis zu 70-prozentige Förderung des Landes, den Rest muss sie selbst tragen. Der Schaden bei einem Hochwasser in Hemmingen wird auf 30 bis 49 Millionen Euro beziffert.

Kommt es zum Grundsatzbeschluss, sollen weitere Aufträge an die Ingenieurbüros erteilt werden. Danach ist ein sogenannter Scoping-Termin vorgesehen. Dabei wird Behörden und Naturschutzverbänden das Projekt vorgestellt, die Kritik und Anregungen äußern können. Daraus entsteht ein Entwurf, dem sich ein Planfeststellungsverfahren anschließt. Dieses wird voraussichtlich zwölf bis 18 Monate dauern. Dann geht es in die sogenannte Ausführungsplanung, bei der der Blick näher auf einzelne Grundstücke gerichtet wird. Der genaue Zeitplan ist laut Stadtverwaltung unklar. Sie spricht von „einigen Jahren“. Auch Paul vermag keinen zu nennen: „Es gibt noch viele Unwägbarkeiten.“