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Nachrichten Hochwasserschutz: So könnte es weitergehen
Umland Hemmingen Nachrichten Hochwasserschutz: So könnte es weitergehen
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00:58 15.04.2018
Die Grafik zeigt die Wasserstände 2015 (links) und 2018 (rechts) in Metern über Normal Null. Wilkenburg (rechts unten) ist stärker betroffen als angenommen. Quelle: BPR Stadt-Land-Fluss/Stadt Hemmingen
Hemmingen

 Wilkenburg ist nach den neuesten Berechnungen bei einem sogenannten HQ100 stärker vom Hochwasser bedroht als bisher angenommen. Mit der Abkürzung ist statistisch ein Hochwasser gemeint, wie es in 100 Jahren einmal vorkommt. Eine Fläche in Höhe des Friedhofes an der Weetzener Landstraße in Hemmingen-Westerfeld hingegen gehört nun nicht mehr zum Hochwassergebiet. Dort will die Stadt deswegen einen Kindergarten bauen. 

Die Stadtverwaltung hat am Donnerstagmittag in einem Pressegespräch Auszüge aus der aktualisierten Machbarkeitsstudie vorgestellt. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt will sich am Donnerstagabend mit der Studie befassen. Ein politisches Votum wird aber noch nicht erwartet, dafür ist das Thema zu komplex. Die Stadtverwaltung schlägt vor, dass der Rat in der letzten Sitzung vor der Sommerpause, also am 7. Juni, entscheidet. 

Diese Zeitung fasst die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem Thema zusammen:

Es gibt jetzt drei Varianten für einen Deich. Welche sind das? 

Alle Varianten beginnen am Klewertweg in der Nähe der B3 in Hemmingen-Westerfeld und reichen bis etwa in Höhe des Dörrieweges in Wilkenburg. Erst dann unterscheiden sie sich. Die Variante 1 umschließt Wilkenburg im Norden. Die Variante 2a verläuft mehr in Richtung Sundern und die Variante 2b in Richtung Hammfeld. Beide ergänzen die Variante 1.

Wie hoch sind die Kosten?

Bisher ging die Stadt von 9,3 Millionen Euro für einen etwa vier Kilometer langen Deich aus. Für die Variante 1 mit fast sieben Kilometern sind es 16,5 Millionen Euro und für die Variante 2 mit etwa acht Kilometern sind es 19,5 Millionen Euro. Die Stadt hofft auf Zuschüsse. Hinzu kommen jährliche Folgekosten in sechsstelliger Höhe, um die technischen Anlagen zu erhalten. 

Wie geht es jetzt weiter?

Die Planer schlagen drei Möglichkeiten vor. Entweder die Planung wird auf der Grundlage der aktualisierten Machbarkeitsstudie fortgesetzt, also für den HQ100-Fall. Denkbar ist auch, einen Deich mit „solidem Grundschutz“ zu bauen. Dann aber lautet die Formel „HQ 100 minus x“. Die dritte Alternative wäre auf den Deichbau zu verzichten und einen Katastrophenschutzplan zu erstellen. Für die zweite und dritte Alternative soll eine Untersuchung für 35.000 Euro gemacht werden, an welchen Stellen genau das Hochwasser die Stadt bedroht. 

Angenommen der Rat entscheidet sich für das erste Szenario. Wann ist der Deich dann frühestens fertig?

Das kann bis zum Jahr 2028 dauern. Drei Jahre dauert vermutlich die sogenannte Planfeststellung. Hinzu kommen drei bis fünf Jahre Bauzeit für den Deich. 

Angenommen der Rat entscheidet sich für die weitere Untersuchung. Wie geht es dann weiter?

Die Ergebnisse werden für Oktober 2018 erwartet. 

Wie hoch ist das Schadenpotenzial?

Es beläuft sich auf bis zu 47 Millionen Euro.

Ich wohne im Hochwassergebiet. Was sollte ich tun?

Die Stadtverwaltung rät dazu Gebäude zu versichern. Bei Neubauten sollten die Hauseigentümer auf einen Keller verzichten. Wo es möglich ist, sollte die Heizung ins Dachgeschoss verlegt werden. Bei drohender Gefahr sollten sich die Hausbesitzer mit Sandsäcken schützen.

Sind weitere Stadtteile betroffen?

Ja, auch Ferienhäuser und -wohnungen am Arnumer See sowie einige Flächen westlich vom Steinbrink und Maschweg in Harkenbleck. Die Schutzpläne sollen in der Sitzung am Donnerstagabend erläutert werden.

Von Andreas Zimmer

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