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Nachrichten Polizei nimmt sechs jugendliche Sprayer fest
Umland Hemmingen Nachrichten Polizei nimmt sechs jugendliche Sprayer fest
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18:49 14.01.2015
Auch vor Autos machten die jugendlichen Sprayer nicht halt. Quelle: Elsner
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Hannover

Sie sind erst 14 und 15 Jahre alt, und doch müssen sie sich für 65 Taten verantworten: Die Polizei hat die Serie der Farbschmierereien in Hemmingen aufgeklärt. Auf die Eltern der Jugendlichen kommen möglicherweise Schadensersatzklagen in Höhe von mehreren Zehntausend Euro zu. Beamte der Ermittlungsgruppe Graffiti sind den Teenagern aus der Region Hannover auf die Spur gekommen.

Diese waren offenbar in zwei Gruppen unterwegs: Zur ersten gehören zwei 15-jährige Jungen, zur zweiten ein 14-jähriges Mädchen und drei Jungen. Zwei von ihnen sind 14 Jahre und einer 15 Jahre alt. Zum Wohnort der Jugendlichen machte die Polizei keine Angaben. Auch das Motiv sei noch unklar, die Ermittlungen dauern an. Das Mädchen und die beiden 15-Jährigen der ersten Gruppe werden noch vernommen, berichtete die Polizei.

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Unbekannte beschmierten in der Nacht zu Sonntag zahlreiche Autos, Wände und Hinweisschilder in Hemmingen. Nun ermittelt die Polizei.

Den entscheidenden Hinweis habe es nicht gegeben, erläuterte Polizeisprecherin Tanja Rißland. Vielmehr habe sich im Zuge der Ermittlungen ein Bild der Täter ergeben. Mit einem Durchsuchungsbeschluss stand die Polizei vor den Wohnungen, in denen sich einer der 14-Jährigen und die beiden 15-Jährigen der einen Gruppe aufhielten. „In allen drei Wohnungen fand die Polizei umfangreiches Beweismaterial wie Sprayvorlagen und Speichermedien“, erklärte Rißland und nannte Handys und USB-Sticks als Beispiele. Bei der Vernehmung habe ein 14-Jähriger die Taten zugegeben und erklärte, sie wiedergutmachen zu wollen. Auch seine beiden Komplizen haben die Schmierereien gestanden. Alle drei gehören zu der Vierergruppe.

Mitte September begann die Serie. Gebäude wie das Stanze-Gartencenter und der Real-Markt sowie geparkte Fahrzeuge – auch an einem Autohaus – wurden mit Farbe besprüht. Auch Anfang November und Anfang Dezember waren die Täter unterwegs, erneut am Wochenende. Ob die Serie von rund 30 Taten Anfang Oktober auf das Konto der Jugendlichen geht, ist unklar. Die Polizei prüft, ob es Zusammenhänge gibt.

Die Stadt, die einen Schaden von rund 10 000 Euro zu beklagen hat, setzte eine Belohnung aus: zunächst 1000 Euro, später 3000 Euro. Zurzeit sei das Geld noch nicht ausgezahlt, sagte Bürgermeister Claus Schacht auf Anfrage, doch er kenne auch noch keine Details aus den Ermittlungen. Ob die Stadt Schadensersatz fordert, werde rechtlich geprüft.

Von Andreas Zimmer

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