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Umland Hemmingen Nachrichten So sieht der Entwurf des Verkehrsplans 2030 aus
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00:19 11.11.2017
Das wird später einmal ein Abschnitt der B3-Ortsumgehung: Baustelle zwischen Arnum und Ohlendorf. 
Hemmingen

Auf dem Papier ist Hemmingen seiner Zeit schon weit voraus: Der Entwurf des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) 2030 liegt vor. Diese Zeitung fasst die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema zusammen.

Wie sieht die Entwicklung grob aus?

Die B3-Ortsumgehung, die 2019 freigegeben werden soll, wird die Verkehrsströme im Stadtgebiet verändern. Verlaufen sie bisher eher in Nord-Süd-Richtung, wird sich dies in die Ost-West-Richtung verlagern. „Auf der heutigen B3 ist mit einer Halbierung der Verkehrsstärke zu rechnen“, heißt es in dem Entwurf. Die Ortsdurchfahrten in Arnum und Hemmingen-Westerfeld werden somit entlastet, allerdings könnte es in einigen Gebieten dieser beiden Stadtteile sowie in Devese Schleichverkehr geben. Auf den Anschlussstellen zur B3-neu erwarten die Planer Mehrbelastungen. Viele Bürger werden die Stadtbahn nutzen, die von Hannover bis Hemmingen-Westerfeld verlängert und frühestens 2020 fertig sein wird. Es gibt auch einen Trend zum Fahrrad

Wann wird der Entwurf erstmals öffentlich erläutert?

Das geschieht in einer öffentlichen Sitzung am Donnerstag, 9. November, ab 19 Uhr im Rathaus in Hemmingen-Westerfeld. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt tagt gemeinsam mit dem Ausschuss für Soziales, Kultur, Sport und Verkehr.

Und danach?

Die Stadt plant für das erste Quartal 2018 eine Informationsveranstaltung. Dort, aber auch zum Beispiel auch über die Internetseite der Stadt kann jedermann Kritik und Anregungen äußern. Sie werden in den Verkehrsplan eingearbeitet, erst dann entscheidet der Rat, voraussichtlich im Sommer 2018.

Wer hat den Plan erarbeitet?

Die Stadt hat das Büro Schnüll, Haller und Partner (SHP) Ingenieure aus Hannover beauftragt.

Wie schätzt das Büro die Lage in Hemmingen ein?

In dem Entwurf heißt es: „Insgesamt sind in Hemmingen durch das Maßnahmenbündel aus B3-neu und Stadtbahnverlängerung die Weichen für eine spürbare Änderung des Mobilitätsverhaltens grundsätzlich richtig gestellt.“ Dias Büro empfiehlt aber die „anstehenden städtebaulichen Entwicklungen künftig unter stärkerer Berücksichtigung der verkehrlichen Erschließung zu planen“. 

Was wird aus der heutigen B3?

In Hemmingen-Westerfeld wird die Stadtbahn verkehren. „Durch den Bahnkörper wird der neue Straßenraum eine beträchtliche Trennwirkung haben. Umso wichtiger wird es sein, an den Knotenpunkten das einfache Queren ohne große Wartezeiten zu ermöglichen.“ Für Arnum schlagen die Planer eine „attraktive Ortsmitte“ im Bereich um den Harkenblecker Weg, der Hiddestorfer Straße und der Bockstraße vor.

Welches sind die beiden Straßen, die heute am stärksten belastet sind?

Es ist die B3 mit bis zu 25.000 Fahrzeugen pro Tag im Norden in Hemmingen-Westerfeld und etwa 17.000 in Arnums Süden, gefolgt von der Weetzener Landstraße mit 14.000 Fahrzeugen pro Tag.

Wie kann die Weetzener Landstraße entlastet werden?

Eine Möglichkeit wäre die Alfred-Bentz-Straße bis zur B3 zu verlängern. Denkbar wäre auch eine weitere Straße mit direktem Anschluss an den Knotenpunkt Devese der B3. 

Wieso wird der Hohe Holzweg in Arnum so wichtig?

Er ist bislang eine Sackgasse, wird aber zum Zubringer zur B3-Ortsumgehung. Für den Ausbau gibt es mehrere Varianten. Für die Anwohner des Hohen Holzweges plant die Stadt eine eigene Versammlung.

Was passiert mit der Deveser Straße?

Der Planfeststellungsbeschluss für die B3-neu sieht vor diese Straße für Fahrzeuge zu kappen. Das Problem: Der Verkehr verlagert sich dann auf die ohnehin schon viel befahrene Weetzener Landstraße. Ein Kompromiss wäre eine „Ein-Richtungs-Regelung“. Denkbar wäre auch sie in beiden Richtungen offen zu halten. Die Planer gehen davon aus, dass Fahrer mit Ziel Ricklingen die dann attraktivere Verbindung über die Ortsumgehung nehmen werden und nicht wie bisher die Deveser Straße. 

Was verändert sich bei den Linienbussen?

Einiges. Zwei Beispiele: Wenn die Stadtbahn fährt, sollen die Direktbusse an der Endhaltestelle in Hemmingen-Westerfeld enden. Die Buslinie von Devese nach Ohlendorf entfällt, weil ein großer Abschnitt derK225 zu einem Hauptwirtschaftsweg werden soll. 

Sind denn Radfahrer und Fußgänger auch im VEP berücksichtigt?

Natürlich. Die Vorschläge fürs Radwegenetz basieren vorwiegend auf dem Radverkehrskonzept der Stadt von 2015. Im Hinblick auf Fußgänger empfiehlt das Büro vor allem Kinder und Ältere stärker in den Blick zu nehmen und beispielsweise mehr Sitzgelegenheiten und Spielelemente aufzustellen.

Wie sieht es denn mit der Elektromobilität aus?

Hier bleibt der Entwurf auf etwa einer DIN-A-4-Seite eher allgemein. Ein Vorschlag lautet stark frequentierte Bereiche wie rund ums Rathaus und am Real-Markt mit Ladesäulen zu versehen.

Es sind Zählungen gemacht worden. Sind diese überhaupt noch aussagekräftig, schließlich hat es wegen der Arbeiten an der Ortsumgehung viele Umleitungen und Sperrungen gegeben?

Das Büro verweist darauf, dass die Zählungen schon im September 2015 gemacht wurden, also „vor verkehrsrelevanten Sperrungen oder Umleitungen“.

Gibt es ein Hauptziel?

Ja. Es lautet: „Mit einem umweltfreundlichen VEP soll die eigenständige und intelligente Mobilität für alle gefördert werden.“ Dazu gehören Themen wie Verkehrssicherheit, Klimaschutz und E-Mobilität.

Woran hat sich die Stadt bei der Verkehrsplanung bisher orientiert?

Grundlage war der VEP aus dem Jahr 2002. Mittlerweile sind Teile der B3-Ortsumgehung fertig und es gibt neue Baugebiete.

Von Andreas Zimmer

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