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Umland Hemmingen Nachrichten Diese Vereine können auf Zuschüsse hoffen
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00:15 21.01.2018
Die Musikschule verfolgt die Sitzung im Ratssaal. Auf dem Bild spricht Vorstandsmitglied Sabine Schofer. Quelle: Andreas Zimmer
Hemmingen

 Von der Musikschule bis zum Freibad-Förderverein: Der Hemminger Ausschuss für Soziales, Kultur, Sport und Verkehr hatte am Mittwochabend etliche Zuschussanträge auf dem Tisch. Mit Verweis auf die laufenden Beratungen über den Haushalt 2018 haben die Kommunalpolitiker noch nichts beschlossen, aber „Tendenzen“ genannt. Der Rat will den Etat am 22. Februar verabschieden. Diese Vereine dürfen auf Zuschüsse hoffen:

Musikschule

Die Anspannung unter den Zuhörern von der Musikschule ließ nach, als eine Frau spontan applaudierte. Der Ausschuss hatte gerade einen höheren Zuschuss signalisiert. Die Musikschule Hemmingen und ihr Trägerverein sind damit wohl aus dem Gröbsten heraus. Die Schulebefindet sich nach eigenen Angaben in einer „schwierigen finanziellen Situation“. Vorstandsmitglied Sabine Schofer erläuterte im Ausschuss, dass die Musikschule Hemmingen im Regionsvergleich die höchsten Gebühren erhebt und die geringsten städtischen Zuschüsse erhält. Deshalb fordert die Hemminger Einrichtung einen höheren Zuschuss von der Stadt. Er soll künftig 25.000 Euro mehr betragen, also dann etwa 160.000 Euro, plus tarifliche Lohnsteigerungen. Schon in einem Brief im Mai 2017 hatte die Schule auf ihre prekäre Situation hingewiesen. Vertreter der Musikschule haben dann auch Ratsfraktionen besucht. Die Große Koalition von SPD/CDU machte am Mittwochabend deutlich, dass sie mindestens 20.000 Euro als Zuschuss plus Tarifsteigerungen für die richtige Lösung hält. DUH und Bündnisgrüne schlossen sich dem an. SPD und CDU kündigten an, die genaue Summe „mit den Minderheitsfraktionen“ zu besprechen. „Die Musikschule darf wirtschaftlich nicht in eine Schieflage geraten“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Jens Beismann. Stimmt auch der Rat zu, soll die Vereinbarung zwischen Stadt und Musikschule aus dem Jahr 1996, zuletzt geändert im Jahr 2013, entsprechend angepasst werden. Der Berechnungsfaktor gehe „an der Realität vorbei, aber das war damals so nicht erkennbar“, sagte Beismann. Alle Fraktionen würdigten die gute Arbeit der Musikschule, die früher eine städtische Einrichtung war. 

Freibad Arnum

Im Herbst 2018 soll der Bau des Kleinkindbeckens im Freibad Arnum beginnen. Das Vorhaben will die Stadt finanziell unterstützen. Der Ausschuss signalisierte die vom Förderverein des Freibades und der Gemeinnützigen Bäder GmbH beantragten Zuschüsse zu gewähren, also jeweils 20.000 Euro für dieses und nächstes Jahr. Allerdings forderte das Gremium ein Konzept ein. Die Gesamtkosten betragen 93.000 Euro. 33.000 Euro soll die Gemeinnützige Bäder GmbH übernehmen und 20.000 Euro der Förderverein. Jürgen Grambeck, Geschäftsführer der Bäder GmbH, erläuterte im Ausschuss, dass mittlerweile beim Bau oder der Sanierung von Freibädern ein Kleinkindbecken Standard sei. Anträge beim Regionssportbund seien nicht möglich. Grambeck wies darauf hin, dass die Folgekosten aus dem laufenden Betrieb gedeckt werden. Das Becken solle dort entstehen, wo sich zurzeit die Tischtennisplatten befinden. Auch der Fördervereinsvorsitzende Daniel Josten nahm an der Sitzung teil. Er sagte, es werden mehr Besucher erwartet, wenn es ein Kleinkindbecken gibt.

Tennisanlage Hiddestorf

Werner Passoter redete nicht lange um den heißen Brei herum. „Auf der Anlage ist einiges in die Jahre gekommen“, sagte der Leiter der Tennissparte des 40 Jahre alten Sportvereins Eintracht Hiddestorf. Die Beregnungsanlage funktionierte nicht mehr richtig. Zudem war das Flachdach des Clubhauses undicht. Beides sei mittlerweile nahezu repariert, sagte Passoter. Die Kosten betragen insgesamt etwa 18.000 Euro. Die Tennissparte erhofft sich einen Zuschuss der Stadt in Höhe von 6500 Euro. Der Ausschuss stellte ein Drittel der Gesamtkosten in Aussicht und macht damit eine Ausnahme, denn eigentlich fördert er Projekte nicht im Nachhinein. Passoter erklärte aber, dass der Antrag bereits im September 2017 gestellt worden sei. Die Dachsanierung sei „nicht aufschiebbar“ gewesen, und auch die Beregnungsanlage habe vor dem Winter erneuert werden müssen. Fachbereichsleiter Sven Bertram pflichtete ihm bei: „Es ist ein städtisches Gebäude. Der Schaden wäre größer geworden, wenn nicht schnell saniert worden wäre.“

Sporthalle Harkenbleck

Auf der Empore der Mehrzweckhalle soll ein schallschluckender Vorhang angebracht werden. Nicht nur dafür hat sich der Ausschuss ausgesprochen, sondern auch die Kosten von schätzungsweise etwa 3500 Euro in voller Höhe zu übernehmen. Der Sportverein hatte einen entsprechenden Antrag gestellt und die Höhe des Zuschusses offen gelassen. Die zweite Vorsitzende Ulrike Schottmann erläuterte im Ausschuss, dass dort früher bereits ein Vorhang hing, dieser aber in so schlechtem Zustand gewesen sei, dass er entfernt werden musste. Kerstin Liebelt (SPD) verwies auf die knappe Hallenkapazität im Stadtgebiet und darauf, dass die Harkenblecker, was Zuschüsse anbelangt, in den vergangenen Jahren äußerst bescheiden gewesen seien.

Schützengesellschaft Hemmingen

Der Antrag hat im Ausschuss eine lebhafte Debatte ausgelöst. Die Schützen möchten 2018 zwei sogenannte Jugend-Starter-Ausrüstungen kaufen. Sie bestehen aus einem Jugend-Luftgewehr, Jacke, Hose, Handschuhen und Schuhen. Damit lässt sich altersgerecht trainieren. Die Kosten betragen insgesamt 2100 Euro. Der Verein erhofft sich einen Zuschuss von etwa 1500 Euro, was die DUH befürwortet. SPD und CDU hingegen wollen es bei 500 Euro belassen. Jens Beismann (SPD) warnte vor einer Ungleichbehandlung gegenüber anderen Vereinen, sonst könnten demnächst Tennisvereine für junge Spieler Zuschüsse unter anderem für Hosen und Socken beantragen. Weil kein Vertreter der Schützengesellschaft an der Sitzung teilnahm, ergriff Harald Gries als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Sportvereine das Wort. Er sprach sich für eine Förderung in Höhe von 1500 Euro aus. „Es dreht sich hier um die notwendige Ausrüstung, um auf den Schießsport vorzubereiten“, sagte er. Gries würdigte die Bemühungen der Schützen um die Jugendarbeit. In den anderen beiden Hemminger Schützenvereinen gebe es keine Jugendgruppen mehr. Unter den rund 40 Mitgliedern der Schützengesellschaft Hemmingen sind zwar bisher nur drei Jugendliche. Der Verein erhofft sich aber mehr, wenn sie altersgerecht trainieren können. Die Grünen merkten an, sie hätten in der Fraktion kontrovers über den Antrag diskutiert. Gries entgegnete, man könne unterschiedlicher Meinung über Schützenvereine sein, doch sie haben Tradition und ein Zuschuss sei auch ein Betrag zur Brauchtumspflege. 

Verein HemmingWay

Fürs Oldtimertreffen 2018 auf dem Rathausplatz in Hemmingen-Westerfeld fordert der Verein einen Zuschuss von 1000 Euro. Doch SPD, CDU und Grüne wollen es bei der Hälfte belassen – auch wenn HemmingWay eine „sichtbare und attraktive Arbeit“ leiste, wie Jan Dingeldey (CDU) betonte. Jens Beismann (SPD) sprach von einem „kleinen Obolus, der so bleiben soll“. Die DUH widersprach dem. Fraktionschef Wolf Hatje gab zu bedenken, dass viele andere Vereine im Stadtgebiet „auch tolle Angebote auf ihren Plätzen machen“. Er betonte: „Wenn die Einnahmen nicht stimmen, muss man den Eintritt erhöhen oder die Kosten reduzieren.“ Der Verein hatte in seinem Antrag erklärt, dass er das Geld unter anderem für Miettoiletten benötigt, die beim Oldtimertreffen erstmals aufgestellt werden sollen. Vertreter des Vereins verfolgten den Verlauf der Sitzung.

Von Andreas Zimmer

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