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Umland Hemmingen

Radfahren in Hemmingen: Stadt ist als fahrradfreundliche Kommune ausgezeichnet

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16:28 26.09.2019
Setzen sich gemeinsam für das Radfahren ein: Christoph Wilk (von links), Claus Schacht, Axel Schedler, Sven Baumgarte und Frank Otte bei der Verleihung in Lüneburg. Quelle: privat
Hemmingen

Die Stadt Hemmingen darf ab 2020 offiziell das Zertifikat fahrradfreundliche Kommune tragen. Als Begründung führt die Jury unter anderem an, dass die Hemminger Verwaltung und Politik auf dem Gebiet „eng und konstruktiv“ sowohl untereinander als auch mit Verbänden, der Region Hannover und den Nachbarkommunen zusammenarbeite.

Besonders beeindruckt hat die Jury zudem die Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt des Ortsverbandes Hemmingen/Pattensen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Diese bietet Geflüchteten wie auch sozial benachteiligten Hemmingern die Möglichkeit, ein Rad kostengünstig reparieren zu lassen oder zu erwerben.

Hemminger Delegation ist in Lüneburg

Bürgermeister Claus Schacht, Fachbereichsleiter Axel Schedler und Abteilungsleiter Sven Baumgarte haben die Auszeichnung am Mittwoch in Lüneburg entgegengenommen: bei der Jahresversammlung der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK). Christoph Wilk, Leiter der Abteilung Verkehr im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, und der AGFK-Vorsitzende Frank Otte zeichneten auch die Kommunen Emden, Göttingen und Nordhorn aus.

Es gibt noch Nachholbedarf

Für einige Bereiche in der Stadt sieht die Jury aber auch Nachholbedarf und weist auf die „straßenbegleitende Infrastruktur“ hin. Damit ist gemeint, dass mit dem Bau der Stadtbahnverlängerung und der B3-Ortsumgehung auch das Radwegenetz anzupassen sei – Aufgaben, die mit den derzeitigen personellen und finanziellen Ressourcen wohl kaum geleistet werden können.

Bürgermeister Schacht sieht es als Ansporn. „Mehr Geld und mehr Ressourcen sind immer schön. Doch wir haben bereits gezeigt, dass wir mit unseren bestehenden Mitteln auch schon viel leisten können“, sagte er.

Die Arbeitsgemeinschaft zeichnet in Lüneburg die Kommunen Hemmingen, Emden, Göttinger und Nordhorn als fahrradfreundlich aus. Quelle: Andreas Tamme

Die Stadt Hemmingen ist im vergangenen Jahr als 50. Mitglied der AGFK beigetreten, die 2015 unter der Schirmherrschaft des niedersächsischen Verkehrsministers Bernd Althusmann gegründet wude. Die Zertifizierung soll als öffentliches Qualitätsmerkmal für die Erfolge der Kommunen stehen.

Schacht sagte, er freue sich über die Bestätigung der guten Arbeit der Stadt. „Wir mussten für das Auswahlverfahren zeigen, dass wir uns um die Verbesserung des Radverkehrs in Hemmingen kümmern und auch Schwachstellen ausbessern“, sagte er. Der konkrete praktische Nutzen für die Stadt liege vor allem im gegenseitigen Austausch mit Vertretern weiterer Kommunen bei den AGFK-Tagungen. „So kommen wir immer wieder auch auf neue Ideen“, sagte Schacht.

2025 soll der Radverkehrsanteil 18 Prozent betragen

Der Rat der Stadt hat 2015 ein Radverkehrskonzept beschlossen, das unter anderem vorsieht, den Radverkehrsanteil von etwa zwölf Prozent im Jahr 2011 auf 18 Prozent bis zum Jahr 2025 zu steigern. „Sofern es möglich ist, erledige ich auch alles mit dem Rad“, sagte Schacht. Er weist auf den Vorzug von Hemmingen hin, dass die Innenstadt von Hannover problemlos mit dem Rad erreichbar sei.

Das ADFC-Team repariert Fahrräder in der Werkstatt auf dem Gelände an der Heinrich-Hertz-Straße. privat Fahrradwerkstatt Hemmingen Quelle: privat

Der Bürgermeister lobt auch die gute Zusammenarbeit mit den ADFC-Mitgliedern, die noch intensiviert werden soll. „Nur wer selbst Rad fährt und auch mit Radfahrern spricht, kann auch Schwachstellen erkennen“, sagte er.

Zertifizierung gilt bis zum Jahr 2024

Die Zertifizierung gilt für die Jahre 2020 bis 2024. „Dann wird erneut geschaut, was wir alles auf den Weg gebracht haben“, kündigte Schacht an. Als große Herausforderung bezeichnete er die Gestaltung der Radwege im Zuge der Ortsumgehung. Beim geplanten Rückbau der B3 in Arnum und der Neugestaltung der dortigen Ortsdurchfahrt seien Radwege eines der Hauptthemen.

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Von Tobias Lehmann

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