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Hemmingen Petition: Römerlager soll erhalten bleiben
Umland Hemmingen Petition: Römerlager soll erhalten bleiben
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00:16 05.02.2019
Ein NDR-Kameramann filmt zwei Mitglieder der Römer AG Leine, die in römische Gewänder gekleidet sind. Quelle: Tobias Lehmann
Wilkenburg

Die Initiative „Kultur bergen, statt Kies schürfen“ hat eine Online-Petition zum Erhalt des Römerlagers in Wilkenburg veranlasst. Der niedersächsische Landtag hat die Petition zum 1. Februar offiziell freigeschaltet. „Es stellt sich im Doppelsinn des Wortes die Frage: Kultur oder Kies?“, sagte Werner Dicke aus Hildesheim am Sonnabend am Römerlager. Er bezieht sich darauf, dass noch immer nicht entschieden ist, ob das Römerlager erhalten bleibt oder die Region Hannover dem bereits von einem Unternehmen beantragten Kiesabbau an der Stelle zustimmt. Zugleich spielt er darauf an, dass das Wort Kies auch für pekuniäre Interessen steht.

Dicke stellte gemeinsam mit Hermann Meyer und Kristina Osmers, alle Mitglieder der Initiative, die Petition vor rund 40 Gästen vor. Zunächst erläuterte Experte Robert Lehmann, Mitglied der Römer AG Leine, noch einmal die kulturelle Bedeutung des Lagers. „Es ist das zweitgrößte Bodendenkmal in Niedersachsen und das größte unbebaute Römerlager nördlich des Limes“, sagte Lehmann. Der römische Grenzwall, Limes genannt, trennte damals das römische Reich von Germanien. Weiterhin sei das Lager der bisher einzige archäologische Beweis, dass der sogenannte Immensum Bellum (gewaltiger Krieg) in den Jahren 1 bis 5 nach Christus bis in den Bereich des heutigen Wilkenburg geführt wurde.

Stellen die von ihnen initiierte Petition vor: Werner Dicke (von links), Kristina Osmers und Hermann Meyer. Quelle: Tobias Lehmann

Die Initiative hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. „Wir wollen die ersten sein, die in einer Online-Petition an den niedersächsischen Landtag mehr als 5000 Stimmen bekommen“, sagte Kristina Osmers. Dies sei noch nie erreicht worden, seitdem der Landtag im Jahr 2017 die Möglichkeit der Online-Petition eingerichtet hat. Es ist aber eine wichtige Grenze. Denn mit 5000 Stimmen bekommen die Initiatoren der Petition die Möglichkeit, ihr Anliegen den Vertretern des Landtags persönlich vorzutragen. „Es macht einen Unterschied, ob nach Aktenlage entschieden wird oder nach persönlichen Erläuterungen“, sagte Osmers. Die Petition läuft bis zum 15. März.

Osmers wies noch darauf hin, dass zurzeit nur Bürger dort ihre Stimme abgeben können, die in Niedersachsen wohnen. „Offiziell gilt die Petition jedoch bundesweit. Wir werden dort noch einmal nachhaken“, sagte Osmers.

Auch der NDR war mit einem Kamerateam bei der Vorstellung der Petition vor Ort. Der Beitrag wurde am vergangenen Sonnabend um 19.30 Uhr auf NDR gesendet werden. Er kann jetzt in der Mediathek geschaut werden.

Robert Lehmann, der mit weiteren Mitgliedern der Römer AG Leine immer wieder kostenlose Führungen und Informationstage in Wilkenburg anbietet, wies noch auf eine weitere für Befürworter des Römerlagers erfreuliche Nachrichte hin: Die Bürgerstiftung Hemmingen beteiligt sich an der geplanten Finanzierung eines Lehrgartens. „Für die ehrenamtliche Arbeit hier vor Ort sind wir auf Spenden angewiesen. Die Bürgerstiftung Hemmingen ist eine der ersten Stiftungen, die sich hier mit einem namhaften Betrag beteiligt“, sagte Lehmann. Der Garten soll im römischen Stil erbaut werden und kann dann kostenlos von interessierten Bürgern oder auch Schulklassen besucht werden.

Rund 40 Gäste besuchen das Römerlager bei Wilkenburg. Quelle: Tobias Lehmann

Von Tobias Lehmann

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