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Hemmingen Lehrküche als Kompromiss?
Umland Hemmingen Lehrküche als Kompromiss?
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21:29 27.11.2018
So soll die neue Mehrzweckhalle in Hiddestorf aussehen: Sicht von Norden.
So soll die neue Mehrzweckhalle in Hiddestorf aussehen: Sicht von Norden. Quelle: Architekturbüro Mosaik
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Hiddestorf

Für die Küche in der künftigen Hiddestorfer Mehrzweckhalle gibt es jetzt eine weitere mögliche Lösung: Bürgermeister Claus Schacht hat in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses als Kompromiss eine Lehrküche vorgeschlagen. Bisher lagen für die Sanierung und den Umbau der Halle zwei Varianten auf dem Tisch: eine für etwa 3,1 Millionen Euro mit einer Küche, in der nur Essen warmgemacht wird, und eine für fast 3,4 Millionen Euro mit einer Küche, in der das Essen frisch zubereitet werden kann. Am Donnerstag, 29. November, soll der Rat entscheiden. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaus. Das ist der Stand der Diskussion:

Städtische Fachausschüsse: Alle vier Ratsfraktionen begrüßen das ehrenamtliche Engagement des Gremiums Dorfküche. Die Dorfküche soll zum neuen sozialen Mittelpunkt in Hiddestorf werden. Rund 20 Eltern sowie Vertreter aus Vereinen und Verbänden arbeiten an dem Konzept. Laut Kommunalpolitiker gibt es aber noch viele offene Fragen wie Haftung, Finanzierung und die Frage, was passiert, wenn sich der künftige Verein auflöst. Die Bündnisgrünen haben sich bereits früh positioniert und befürworten eine Frischkochküche.

Verwaltungsausschuss: Das vertraulich tagende Gremium habe sich in der jüngsten Sitzung die „Kalkulation kritisch angesehen“, sagte Bürgermeister Claus Schacht am Dienstag gegenüber dieser Zeitung. Die Mitglieder kritisieren unter anderem, dass das Küchenpersonal nicht ausreicht. Die Fraktionen wollen nun intern über den neuen Vorschlag mit der Lehrküche beraten. SPD und CDU möchten zudem weitere Informationen beim Gremium Dorfküche einholen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Jens Beismann sagte am Dienstag gegenüber dieser Zeitung: „In der Summe ist es nicht so einfach.“ Die Fraktion sehe das große Engagement der Hiddestorfer, doch das Essen müsse auch für jedermann erschwinglich sein und es müsse eine „adäquate Versorgung“ geben, wenn ein Koch krank sein sollte. „Die Kalkulation muss von vorne bis hinten passen“, forderte Beismann und verwies darauf, dass der Rat eine gesamtstädtische Verantwortung habe. Diese stellte auch CDU-Fraktionschef Ulff Konze heraus. „Wir zollen dem Engagement Respekt und Anerkennung, aber der Finanzbedarf ist fünfstellig, und es gibt noch viele offene Fragen“, sagte er am Dienstag gegenüber dieser Zeitung.

Stadtverwaltung: Sie ist grundsätzlich für die teurere Variante mit der Frischkochküche, sofern Fördergeld fließt. Sonst sei die Kalkulation neu zu bewerten. Sie verweist ferner auf den Entwurf, der auf der Grundlage der Machbarkeitsstudie mit Schule und Vereinen sowie dem Behindertenbeauftragten der Stadt abgestimmt worden sei. Als Kompromiss schlägt sie nun die Lehrküche vor.

Gremium Dorfküche: Es möchte, dass nicht nur für die Kindertagesstätte und Grundschule gekocht wird, sondern auch für andere Bewohner im Stadtteil. Eine Vereinsgründung ist geplant. Der Verein wäre bereit, die Küche zu betreiben.

Eltern: Nach einer Umfrage des Gremiums Dorfküche sprechen sich 54 Eltern mit Kindern in der Grundschule für eine Frischkochküche aus sowie weitere 51 Eltern von Kindern in der Tagesstätte.

Schule: Sie befürwortet eine Frischkochküche. „Die Kinder bekommen einen besseren Bezug zum Essen, was der Grundstein für das spätere Ernährungsverhalten sein kann“, sagt die pädagogische Mitarbeiterin Antje Frenz.

Von Andreas Zimmer