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Hemmingen Tempo 30 vorerst bis ins neue Jahr
Umland Hemmingen Tempo 30 vorerst bis ins neue Jahr
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20:33 21.11.2018
Die Tempo-30-Schilder an der Deveser Ortsdurchfahrt bleiben bis zur endgültigen Entscheidung im Ministerium. Quelle: Andreas Zimmer
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Devese

Auf der Ortsdurchfahrt Devese bleibt es auch in den nächsten Wochen bei Tempo 30. Bevor das Niedersächsische Verkehrsministerium entscheidet, ob auf der K221 wieder Tempo 50 gefahren werden darf, müssen erst die Ergebnisse der Lärmberechnungen vorliegen. Diese erwartet das Ministerium für Anfang 2019, wie die stellvertretende Sprecherin Julia Wolffson auf Anfrage dieser Zeitung mitteilte.

Ein Hemminger, der die Geschwindigkeitsreduzierung für rechtswidrig hält, hatte sich an das Ministerium gewandt. Es hatte die Region Hannover angewiesen die Schilder bis Ende April 2018 zu entfernen. Damit sollte die Höchstgeschwindigkeit wieder 50 Kilometer pro Stunde betragen so wie vor vier Jahren, und zwar vor der Sanierung der Kreisstraße. Doch es hagelte Proteste unter anderem von Bürgern, Rat und Stadtverwaltung, worauf das Ministerium „wegen bisher nicht vorgetragener Argumente“, wie es Ende April hieß, zusagte die Sachlage erneut zu prüfen.

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Gegen Tempo 50 auf der Ortsdurchfahrt haben sich jetzt mehr als 300 Unterzeichner einer mit „Deveser Bürgerbegehren“ betitelten Unterschriftensammlung ausgesprochen. Das teilt der Arbeitskreis Ortsentwicklung im Bürgerverein Devese mit, der die Sammlung initiierte. In dem Papier heißt es: „Mit höherer Geschwindigkeit wird sich auch eine höhere Gefahrenlage ergeben.“ Dieser seien - wegen der Nähe zur Ortsdurchfahrt - Jungen und Mädchen im Kindergarten ausgesetzt und Friedhofsbesucher sowie Bewohner und Gäste der Demenzgruppe. Die Unterschriften möchte der Bürgerverein Verkehrsminister Bernd Althusmann übergeben. Das Ministerium teilte mit, dass wegen der noch ausstehenden Prüfung bislang kein Termin angeboten werden könne.

Der Lärmschutz spielt bei allem eine entscheidende Rolle. Wolffson erläuterte gegenüber dieser Zeitung, dass die Region die Verkehrsbelastung ermittelt hat und Lärmberechnungen erstellt. Demnach rollen täglich etwa 8500 Fahrzeuge auf der Straße Vorm Dorfe, also der Ortsdurchfahrt. „Die ursprüngliche Weisung zur Aufhebung von Tempo 30 erging auf der Grundlage der damaligen Stellungnahme der Region Hannover. Hier wurde die Geschwindigkeitsbeschränkung ausschließlich mit der Fahrbahnbreite begründet.“ Dies allein aber rechtfertige nicht Tempo 30. „Auf eine ungewöhnlich hohe Verkehrsbelastung wurde seinerzeit nicht hingewiesen.“ Die im April 2018 genannten Argumente wie der nahe gelegene Kindergarten, die Demenzgruppe und der Lärmaktionsplan der Stadt Hemmingen seien bei der ersten Prüfung nicht bekannt gewesen, würden aber nun einbezogen. In einem Schreiben an den Bürgerverein bewertet das Ministerium die tägliche Zahl von etwa 8500 Fahrzeugen als „überdurchschnittliche Verkehrsbelastung für eine Kreisstraße“, bei der, auch im Hinblick auf die enge Ortsdurchfahrt, „eine Geschwindigkeitsbegrenzung aus Lärmschutzgründen in Betracht kommen könnte“.

Auch im neuen Lärmaktionsplan der Stadt, den der Rat am 29. November beschließen soll, ist die Ortsdurchfahrt ein Thema. Im Entwurf heißt es klar: „Die Geschwindigkeitsreduzierung von 50 auf 30 km/h stellt für die Ortsdurchfahrt Devese die effektivste und daher bedeutendste Lärmminderungsmaßnahme dar.“

Von Andreas Zimmer

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