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Isernhagen Entkernung ohne Asbestschutz: Geschäftsführer von Baufirma muss 10.500 Euro zahlen
Umland Isernhagen

Asbest unsachgemäß entsorgt – Amtsgericht Hannover verurteilt Geschäftsführer einer Baufirma zu einer Geldstrafe von 10.500 Euro

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15:23 15.01.2020
Asbesthaltige Abfälle dürfen nicht ohne Schutzmaßnahmen entsorgt werden. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
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Hannover

Der Geschäftsführer einer Isernhagener Baufirma, die bei der Kernsanierung eines Hainhölzer Wohnhauses Geld sparen wollte und zwei Arbeiter völlig unsachgemäß asbesthaltige Eternit-Entlüftungskanäle und Eternit-Schmutzwasserrohre demontieren ließ, ist vom Amtsgericht Hannover zu einer Geldstrafe von 10.500 Euro verurteilt worden. Dies entspricht in etwa dem Bußgeld, das das Gewerbeaufsichtsamt dem 72-Jährigen bereits auferlegt hatte und das dieser nicht zahlen wollte.

Die beiden Firmenmitarbeiter trugen auf der Baustelle weder Schutzanzüge noch Atemschutzmasken und hatten die Kanäle und Rohre nur mit etlichen Beschädigungen aus dem Gebäude herausreißen können. Schon lange aber ist bekannt, dass inhalierte Asbestfasern Krebs auslösen können.

Eine Firma arbeitete korrekt

Der erste Bauabschnitt der Sanierung des Zwölf-Parteien-Wohnhauses in der Bömelburgstraße war 2017 ohne Beanstandungen über die Bühne gegangen. Die Eigentümerin ließ im Zuge des Modernisierungsvorhabens von verschiedenen Firmen Bäder und Küchen entkernen sowie Bodenbeläge, Fenster und Türen herausreißen; um das Herausbrechen und Entsorgen von asbesthaltigen Fensterbänken, Abflussrohren und Bodenbelägen hatte sich 2017 ein ordnungsgemäß arbeitendes Subunternehmen gekümmert.

Doch weil die Isernhagener Baufirma bei der Abwicklung des zweiten Bauabschnitts im Jahr 2018 die Kosten für eine Fachfirma sparen wollte, gab der Geschäftsführer zwei eigenen Arbeitern die Anweisung, das lebensgefährdende Asbestmaterial aus vier verbliebenen Wohnungen herauszuschaffen.

Der Hinweis eines anderen in der Bömelburgstraße tätigen Unternehmens rief am 30. Januar 2018 einen Überwachungsbeamten der Staatlichen Gewerbeaufsicht auf den Plan. Ihm gegenüber erklärten die beiden Arbeiter der Isernhagener Firma, bereits 40 Prozent der Abbrucharbeiten erledigt zu haben. Untaugliche Maleranzüge und Staubmasken ohne ausreichende Schutzfilter hatten sie unausgepackt im Haus deponiert. Die bereits ausgebauten Rohre und Kanäle lagen völlig ungeschützt vor dem Gebäude, freigesetzte Fasern hätten also auch Dritte gefährden können.

Warnung in den Wind geschlagen

Die Gewerbeaufsicht stellte im Zuge ihrer Ermittlungen fest, dass es vor Beginn der gefährlichen Arbeiten keinerlei Gefährdungsbeurteilung gab, dass keine Schutzmaßnahmen getroffen wurden und die Arbeiter vorab nicht arbeitsmedizinisch untersucht worden waren. In dem von Amtsrichter Melle Klinkenborg geleiteten Prozess erklärte ein Bauleiter, er habe den Geschäftsführer der Isernhagener Baufirma ausdrücklich darauf hingewiesen, er dürfe die Asbestarbeiten nicht mit völlig ungeeignetem Personal und unzureichenden Mitteln durchführen. Doch das habe diesen nicht interessiert. Auch die Aussagen weiterer Zeugen ließen den Richter zu dem Schluss kommen, dass „der Betroffene die Ausführung der Asbestarbeiten durch eigene Mitarbeiter veranlasst hat, um Kosten einzusparen“.

Eigentlich hielt das Gericht sogar die Verhängung einer Geldstrafe von 15.000 Euro für angemessen. Doch weil das Verfahren gegen den 72-Jährigen nun schon zwei Jahre – und damit unverhältnismäßig lange – währt, reduzierte Melle Klinkenborg die Strafe um ein Drittel.

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