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Isernhagen „Das ist wie Kindererziehung“: Ein Besuch beim Pinscher-Schnauzer-Klub
Umland Isernhagen

„Das ist wie Kindererziehung“: Ein Besuch beim Pinscher-Schnauzer-Klub in Hannover-Isernhagen

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18:03 06.08.2019
Christina Strube absolviert mit ihrer deutschen Pinscher-Hündin Emma einen Parcours. Quelle: Sandra Köhler
Isernhagen/Lahe

 Für Altwarmbüchener und überhaupt Isernhagener Hundefreunde gleich um die Ecke liegt das Vereinsgelände des Pinscher-Schnauzer-Klubs Hannover (PSK). Zwar liegt es mit der Adresse Varrelheide ganz knapp hinter der kommunalen Grenze. Doch zahlreiche der 130 Mitglieder des Vereins kommen laut Sportwart und Vorstandsmitglied Jörg Franke aus Isernhagen und Burgwedel. Und das sind beileibe nicht nur Schnauzer- und Pinscherbesitzer.

Halter über für Begleithundeprüfung

„Das Besondere an uns ist, dass wir zwar eigentlich ein Rassehundezuchtverein sind, uns aber für alle öffnen“, sagt Franke. Und das ist nicht zu übersehen an diesem Sonntagvormittag. Auf dem Gelände herrscht munteres Treiben, zahlreiche Hundebesitzer üben unter Anleitung der Trainer mit ihren vierbeinigen Freunden. Da spielen Welpen miteinander, Junghunde üben Grundkommandos ein. Andere Hundehalter üben für die Begleithundeprüfung. Es findet Einzel- und Gruppentraining statt.

Auch wenn es kein Patentrezept gebe, liebevolle Konsequenz seien das A und O, sagt Franke. „Das ist wie in der Kindererziehung“, sagt er. Das vermitteln auch die Trainer, darunter der 86-jährige Ehrenvorsitzende Manfred Kieper.

Hund und Herrchen haben Spaß

Und dann ist da noch der große Bereich des Hundesports – vom Breiten- bis zum Turnierhundesport. Konzentriert geht Maria Reinecke den Agility-Parcours ab, den Stephan Töpfer gerade aufgebaut hat. Hürde, Reifen, Wippe, Tunnel. Den wird ihre zierliche Mischlingshündin Alma gleich auf Zeit absolvieren – von Reinecke angeleitet nur durch Körpersprache und Stimme.

Jetzt wird es ernst: Hündin und Frauchen sind ein gutes Team, verstehen sich fast blind. Versiert fädelt sich Alma durch die Slalomstangen. Danach ist Sven Weihusen mit Filly dran. Der Foxterrier-Jack-Russel-Mischling hat sichtlich Spaß dran, mit Herrchen über den Platz zu toben. „Bei uns kann sich jeder mit seinem Hund einbringen“, sagt Sportwart Franke.

Auch Herrchen und Frauchen müssen fit sein

Ein paar Meter weiter ist Turnierhundesport angesagt. Für Labrador Livvi und Besitzerin Anja Gnad geht es gemeinsam über Hürden. Jan Heeschen muss als Nächster richtig Gas geben – denn sein Bearded Collie Ole ist ziemlich schnell. „Wir trainieren hier auch die Menschen“, sagt der Sportverantwortliche schmunzelnd. Nicht die körperliche Fitness, sondern die Abstimmung zwischen Hund und Mensch ist gefragt beim Rally Obedience. Dieser Hundesport erfreue sich wachsender Beliebtheit, sagt Franke: „Man darf dabei die ganze Zeit mit seinem Hund kommunizieren, Belohnungen und auch ein Leckerli sind erlaubt.“

Agility, Unterordnung und Fährtenarbeit, Stöbern, Vierkampf, Geländelauf und Rally Obedience: Beim Pinscher-Schnauzer-Klub können Hunde und ihre Herrchen sich sportlich richtig ausleben.

Gabriele Isenberg mit ihrer Phalene-Hündin Ginny zeigen, wie Rally Obedience funktioniert. Der Parcours besteht aus Schildern, die bestimmte Gehorsamkeitsübungen verlangen. Diese basieren auf den Grundübungen: Fuß, Sitz, Platz, Steh, Bleib und Vorsitz. In der Kombination mehrerer Schilder wird es schnell anspruchsvoll. Wenn sich etwa an das Kommando Steh erst eine 180-Grad-Drehung nach rechts anschließt, auf die eine 360-Grad-Drehung nach links und eine weitere Wendung folgt. Dann sind nicht nur Abstimmung zwischen Mensch und Tier gefragt, sondern auch Merkfähigkeit und räumliches Vorstellungsvermögen.

Dass der Verein Pinscher und Schnauzer zusammenführt, hat einen guten Grund. Trotz ihres unterschiedlichen Aussehens gehören beide Rassen zu einer Familie. Besonders temperamentvoll sind die Riesenschnauzer, die bei Nichtkennern oft Unsicherheit auslösen. „Es sind tolle Familien- und Gebrauchshunde, sehr sozial und bereit zur Mitarbeit“, beschreibt Zuchtwartin Juliane Klug das Wesen dieser Hunde, die allerdings auch sehr selbstbewusst sind und einen konsequenten Halter benötigen. „Nicht jede Hunderasse passt zu jedem Menschen, wir beraten Interessenten gerne“, sagt Franke. Fatal sei es immer dann, wenn sich jemand einen Modehund anschaffe und nicht um die Eigenarten der Rasse wisse.

Bei Interesse Sonntagvormittag vorbeikommen

Aufmerksam beobachtet Pinscherhündin Emma, wie sich ihr Frauchen, die erste Vorsitzende Christina Strube, unterhält. Beim Hindernislauf zeigt sich die freundliche und sehr menschenbezogene Hündin dann schnell als absolutes Energiebündel. Als Strube schon außer Atem ist, dreht Emma erst so richtig auf. Ihre Besitzerin ist Tierärztin und Professorin an der Tierärztlichen Hochschule – beste Voraussetzungen also, um beim PSK auch Vorträge und Fortbildungen anzubieten, etwa zu Ernährungsfragen oder Erster Hilfe am Hund.

Info: Wer mehr wissen will, findet auf der Internetseite des ursprünglich in Bothfeld beheimateten Vereinswww.psk-hannover.de den passenden Ansprechpartner – oder schaut sonntags ab 10 Uhr auf dem Platz an der Varrelheide vorbei. „Es ist immer einer da, der gerade nicht im Training ist, sodass Fragen beantwortet werden können“, sagt Franke.

Von Sandra Köhler

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