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Isernhagen Gemeinde verbietet Alkohol am „Vatertag“
Umland Isernhagen Gemeinde verbietet Alkohol am „Vatertag“
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00:31 28.04.2018
Polizei und Sicherheitsdienst werden am 10. Mai kontrollieren, dass kein harter Alkohol am Hufeisensee getrunken wird. Quelle: Archiv
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Isernhagen

Kein harter Alkohol und keine laute Musik am „Vatertag“: Die Gemeinde Isernhagen hat jetzt zum zweiten Mal eine sogenannte Allgemeinverfügung für Christi Himmelfahrt, 10. Mai, erlassen. Der an diesem Tag stets stark frequentierte Hufeisensee in Isernhagen H.B. soll so vor pöbelnden Betrunkenen bewahrt werden.

Zu oft waren die teils wilden Partys in den vergangenen Jahren ausgeartet: Körperverletzungen, Vandalismus, gezündete Bengalos, ein im Wasser versenkter Wohnwagen, stark betrunkene Jugendliche, Beschimpfungen gegen den Ordnungsdienst und die Polizei sowie Massen an Müll und Glasscherben, die der Baubetriebshof in den Tagen nach dem Feiertag beseitigen musste. Teils hatten Aufrufe in sozialen Netzwerken mehr als 1000 Jugendliche zum Feiern an den See gelockt. 2017 hatte die Gemeinde daher in Absprache mit der Polizei und der Stadt Langenhagen die erste Allgemeinverfügung erlassen – nun geht das Verbot in die zweite Runde. 

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Die strikten Regeln gelten für den kompletten Uferbereich des Hufeisensees in Isernhagen H.B. Die Wietze, der Reuterdamm und die Uferwege samt Seitenstreifen im Norden und Osten rahmen das Gelände ein. Getränke, die mehr als 15 Prozent Alkohol beinhalten, dürfen von Donnerstag, 10. Mai, 6 Uhr, bis Freitag, 11. Mai, 6 Uhr, dort weder konsumiert noch transportiert werden. Kurzum: Sekt, Bier und Wein sind in Ordnung, Schnaps nicht. Letzterer darf auch nicht im Bollerwagen gelagert werden – im Zweifelsfall werden die Ordner ihn einsammeln oder die Besitzer des Geländes verwiesen.

Neben hochprozentigem Alkohol verbietet die Gemeinde auch das Abspielen lauter Musik mittels elektronischer Verstärker – das Verbot beginnt bereits bei Bluetooth-Lautsprechern, die Musik vom Handy abspielen. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss mit einem Zwangsgeld in Höhe von 50 Euro rechnen. Zahlt derjenige nicht, kann er sogar in Zwangshaft genommen werden. Ein von der Gemeinde beauftragter Sicherheitsdienst und Polizisten werden vor Ort sein, um die Einhaltung der Allgemeinverfügung zu kontrollieren. Auch der Rettungsdienst ist vertreten.

Es bleibt die Frage: Darf die Gemeinde so in die Vatertagssause eingreifen? „Die Verwaltungsbehörden können die notwendigen Maßnahmen treffen, um eine Gefahr abzuwenden“, heißt es im Niedersächsischen Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (NSOG). Vor dem Hintergrund der Straftaten und Ordnungswidrigkeiten der vergangenen Jahre, die zumeist auf Trunkenheit zurückzuführen waren, sieht die Gemeinde eine entsprechende Gefahrenprognose gegeben. Die laute Musik sei zudem eine Ruhestörung und Belästigung für alle Besucher des Sees, die dort nicht feiern, sondern sich erholen wollen. „Die Allgemeinverfügung ist angemessen“, resümiert die Gemeinde. In diesem Fall sei das öffentliche Interesse über das Interesse des Einzelnen zu stellen.

Die Bilanz der Allgemeinverfügung 2017 fiel positiv aus, Polizei und Gemeinde stellten weniger Straftaten und Ordnungswidrigkeiten fest. Es gab keine Ausschreitungen. Allerdings waren trotz des guten Wetters auch nur etwa 250 Besucher über den Tag verteilt zum Hufeisensee gekommen – die strengen Regeln schienen abschreckend gewirkt zu haben. Ob das Verbot auf Dauer eine Lösung bietet, das soll jetzt der erneute Anlauf in zwei Wochen zeigen.

Von Carina Bahl