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Isernhagen Hallenbad Altwarmbüchen: Rat muss über Neubau entscheiden
Umland Isernhagen

Hallenbad Altwarmbüchen: Ratsbeschluss zum Neubau

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00:19 14.06.2019
So könnte der Innenbereich des neuen Schwimmbads aussehen: Ein 50-Meter-Becken mit sechs Bahnen, das durch eine Trennwand in zwei 25-Meter-Bereiche aufgeteilt werden kann, hölzerne Deckenpaneelen in Wellenform, die für eine warme Optik sorgen, und eine Tribüne mit reichlich Sitzplätzen für Zuschauer bei Wettbewerben. Quelle: Planungsbüro Bade
Altwarmbüchen

Bekommt Isernhagen ein neues Hallenbad? Oder wird das alte Schwimmbad doch noch einmal saniert? Die Grundsatzentscheidung, ob die Gemeinde sich an einem Neubau finanziell beteiligen wird, soll in wenigen Wochen fallen.

Finanzkonzept fürs neue Hallenbad steht

Hinter verschlossenen Türen hat Eckhard Bade den Ratspolitikern in der vergangenen Woche den aktuellen Stand seines Finanzkonzeptes für den von ihm gewünschten Hallenbadneubau vorgestellt. Dem Schwimmclubchef und Aufsichtsratsvorsitzenden der Hallenbad Betreiber GmbH stand ein Vertreter der Volksbank als auserkorener Finanzpartner Rede und Antwort.

Der Isernhagener Rat soll am 1. Juli entscheiden, ob sich die Gemeinde am Betrieb eines neuen Hallenbads beteiligen würde. Andernfalls droht die Trennung vom Schwimmclub Altwarmbüchen.

Das Konzept sieht für den Hallenbadneubau Kosten von maximal 6,75 Millionen Euro vor, davon allerdings eine Million Euro als Reserve. Bades ursprünglicher Wunsch, dass die Gemeinde für die notwendige Kreditaufnahme durch die Betreiber GmbH bürgen soll, hat sich mittlerweile erledigt. „Dann würden wir uns im Vergaberecht bewegen und müssten den Neubau europaweit ausschreiben.“ Dabei seien höhere Preise zu erwarten, erläutert Bürgermeister Arpad Bogya – und für Bades Geschmack auch „zu starre Vorgaben“.

Firmen aus der Region sollen sich einbringen

Statt von einem Hauptsponsor ist im Finanzkonzept mittlerweile von einem regionalen Firmenkonsortium die Rede, das Eckhard Bade für den Neubau organisieren will. Die Unternehmen sollen einerseits selbst 500.000 Euro in das Projekt einbringen – die gleiche Höhe, in der sich auch Bade selbst engagieren möchte. Andererseits sollen die Firmen aber auch für einen Teil des Kredits bürgen, den die Betreiber GmbH aufnehmen würde.

Gutachten zum alten Bad liegt vor

Laut Bogya liegt der Gemeinde mittlerweile ein TÜV-Gutachten vor, das sie zum Zustand des alten Hallenbades an der Bernhard-Rehkopf-Straße in Auftrag gegeben hatte. „Das Gutachten sagt nicht aus, dass wir das Bad sofort schließen müssen“, so der Bürgermeister. Allerdings sei in den nächsten drei bis fünf Jahren eine Investition in siebenstelliger Höhe nötig, wenn man den Badbetrieb denn dort aufrechterhalten wolle. Konkret soll dann unter anderem eine Betonsanierung erforderlich werden. Außerdem müssten die Stahlstützen, die die Dachkonstruktion halten, alle zwölf Monate geprüft werden.

Nach Monaten, in denen die Gemeindeverwaltung immer wieder gefordert hatte, dass Bade sein Finanzkonzept konkretisiert, sieht Bogya den Ball jetzt klar im Feld der Gemeinde. Bis Ende dieser Woche soll die Verwaltung eine Sitzungsvorlage erstellen. Dann muss die Politik entscheiden, ob die Gemeinde nach einem Hallenbadneubau einen regelmäßigen Betriebskostenzuschuss zahlen soll.

Gemeinde soll mehr zahlen als bislang

Wie bislang soll die Gemeinde neben einem allgemeinen Zuschuss auch einen Beitrag – quasi als Miete – für das Schulschwimmen überweisen. Neu wäre hingegen ein weiterer Anteil als Investitionskostenzuschuss. In der Summe geht es um einen Betrag von 220.000 Euro pro Jahr aus der Gemeindekasse – knapp doppelt so viel wie die 117.000 Euro bislang.

Diskutiert werden soll die Badfrage in einer Sondersitzung der zuständigen Fachausschüsse. Die Entscheidung soll dann in der Ratssitzung am Montag, 1. Juli, fallen. „Und die Politik scheint entschlossen, entscheiden zu wollen“, so Bogya.

Findet sich dann eine Mehrheit für die Mitfinanzierung des neuen Hallenbads für Isernhagen, dann wäre als Nächstes die Volksbank am Zuge, eine Wirtschaftlichkeitsprüfung vorzunehmen. Im günstigsten Fall rechnet Bade mit einem Baubeginn im nächsten Jahr. Bürgermeister Bogya hält diesen Zeitplan für etwas optimistisch, er geht eher von einem Baustart 2021 aus.

Noch nicht abschließend geklärt ist die Standortfrage. Zuletzt wurde für das neue Hallenbad vor allem das TuS-Gelände an der Seestraße gehandelt. Der TuS hat bereits sein grundsätzliches Einverständnis erklärt.

Bei Altbau-Sanierung ist der Schwimmclub raus

Was aber passiert, wenn sich im Rat keine Mehrheit für das neue Hallenbad findet? Dann könnte die Sanierung des alten Bads an der Bernhard-Rehkopf-Straße wieder auf die Agenda kommen. Die Gemeinde hätte dann allerdings abgesehen von den Sanierungskosten und den üblichen Unwägbarkeiten eines Altbaus noch ein ganz anderes Problem: Der Schwimmclub Altwarmbüchen werde „Plan B“ – also die Sanierung des Siebzigerjahrebades – nicht mittragen, sagt Vereinschef Eckhard Bade in aller Deutlichkeit. „Dann sind wir draußen.“ So habe man es auch vereinsintern bei der Hauptversammlung Anfang des Jahres besprochen.

Statt sich weiterhin als Hauptanteilseigner mit 49 Prozent in der Betreibergesellschaft des Hallenbads zu engagieren, würde der Verein in diesem Fall in einer Sondersitzung erwartungsgemäß seinen Austritt beschließen – was eine große Lücke in die Finanzierung des Badbetriebs reißen würde. „Wir würden dann ein kleineres Bad nur für uns selbst bauen“, sagt Bade. Er wolle niemanden erpressen, aber nach zwei Jahren Stillstand sei er es nunmehr leid: „Mein Engagement ist nicht unendlich.“

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Von Frank Walter

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