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Isernhagen Imkerverein Burgwedel-Isernhagen hofft auf grünes Licht für Bauvorhaben
Umland Isernhagen Imkerverein Burgwedel-Isernhagen hofft auf grünes Licht für Bauvorhaben
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15:35 06.05.2019
Die Biene gilt als wichtiges Nutztier. Quelle: Archiv (Jarolim-Vormeier)
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Neuwarmbüchen

Die große Bedeutung der Biene, die durch ihre Bestäubung entscheidend zur Ernährung der Weltbevölkerung beiträgt, ist unumstritten. In Deutschland gelten Bienen gar als das drittwichtigste Nutztier – gleich nach Rindern und Schweinen. Doch im konkreten Einzelfall kann es kompliziert werden, wenn es darum geht, die Imkerei zu fördern – so wie es gerade der Imkerverein Burgwedel-Isernhagen erleben muss.

Imkerverein hat Grundstück geerbt

Ihren neuen Lehrbienenstand in Neuwarmbüchen hatten die Imker im Sommer 2018 zu ihrem 80-jährigen Vereinsbestehen stolz der Öffentlichkeit präsentiert. Ein langjährige Mitglied hatte dem Klub das 7000 Quadratmeter große Areal mit drei kleinen Holzhäusern, einem Teich und Obstbäumen vermacht. 40 Bienenvölker leben auf dem Gelände. Erfahrene Mitglieder informieren Interessierte dort über die Imkerei, es gibt Ferienpass-Aktionen und Kurse zum Beispiel für die Völkervermehrung.

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Doch mit dem Lagerplatz, der für einen einzelnen Imker noch ausreichte, kommt der 130 Mitglieder starke Verein nicht hin. Er möchte deshalb einen baufälligen kleinen Schuppen abreißen und eine Scheune mit 180 Quadratmetern Grundfläche errichten. Dort will der Verein nicht nur die Bienenstände außerhalb der Saison einlagern, sondern auch Reparaturen vornehmen und Gartengeräte unterbringen.

Bauvorhaben liegt im Außenbereich

Doch da wird es kompliziert, denn das Grundstück an der Straße Rothenfeld liegt baurechtlich im sogenannten Außenbereich. Dort dürften zwar Landwirte bauen, aber eben nicht Imkervereine, so die Rechtsauffassung der Region als Baugenehmigungsbehörde – es fehle anders als für den bisherigen Holzschuppen die Privilegierung nach Paragraf 35 Baugesetzbuch. Ein Verein könne jedoch auch keine Landwirtschaft gründen. Zudem erscheine der beantragte Bau „für eine kleine Imkerei etwas großzügig dimensioniert“, so die Region.

Angesichts solcher Signale hat der Imkerverein seine Bauvoranfrage an die Region gleich wieder zurückgezogen – den durchweg positiven Stimmen aus dem Ortsrat Neuwarmbüchen zum Trotz, auf dessen Tagesordnung das Thema aus Versehen dennoch gelandet war. Dass die Region die Scheune als überdimensioniert empfindet, kann der Imkerverein-Vorsitzende Horst Schäfer nicht nachvollziehen. „Den Platz braucht der Verein, das ist genau geprüft.“ Auch dafür, dass selbst Imkervereine nicht privilegierungsfähig sein sollen, fehlt ihm das Verständnis. Die Imkerei sei wichtig und das Interesse daran ungebrochen: Gerade habe der Kreisimkerverein wieder 160 neue Imker geschult.

Landwirtschaftskammer: Gute Chance auf Genehmigung

Unterstützung erhält der Imkerverein Burgwedel-Isernhagen von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen als Interessenvertretung der Land- und Forstwirtschaft. Franz-Josef Blome, Koordinatior für Baurecht, sieht letztlich gute Chancen für eine Genehmigung, sollte der Verein sich die Unterstützung der Gemeinde sichern und seine Bauvoranfrage erneut einreichen: Im entsprechenden Paragrafen des Baugesetzbuches existiere ein Passus, der neben privilegierten Bauvorhaben auch solche erlaube, die wegen ihrer besonderen Anforderungen an die Umgebung nur im Außenbereich ausgeführt werden sollten. Und dazu zähle der entsprechende Kommentar auch Bienenstände. „Da sollte die Region über ihren Schatten springen.“ Das hofft auch der Imker-Vorsitzende Schäfer, der die Bauvoranfrage nun erneut einreichen will.

Von Frank Walter

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