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Isernhagen 50 Jahre Bäckerei Jasiek in Altwarmbüchen
Umland Isernhagen 50 Jahre Bäckerei Jasiek in Altwarmbüchen
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11:23 07.03.2019
Echte Handarbeit in der Backstube: Nadine Prokurat, Geselle Rainer König und Bäckermeister Frank-Matthias Neu backen Berliner. Quelle: Gabriele Gerner
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Altwarmbüchen

Dass die Familie Jasiek im Jahr 1969 eine Bäckerei in Altwarmbüchen gründete, beruhte eigentlich auf einem Missverständnis. „Damals hieß es von Seiten der Gemeinde ‚Hier kommt mal das Zentrum hin’. Das sah mein Vater als große Chance an und kaufte das Grundstück“, erzählt Senior-Chefin Karola Neu. Das Gemeindezentrum entstand dann zwar 500 Meter weiter an der Bothfelder Straße. Doch die Bäckerei An der Riehe hat sich trotzdem gehalten.

Während heute 20 Mitarbeiter bei Jasiek beschäftigt sind, unterstützten Ende der 1960-er Jahre lediglich zwei Gesellen, eine Abwaschhelferin und zwei Verkäuferinnen den Chef und seine Frau. „Doch wir Kinder wurden auch oft zur Arbeit herangezogen“, sagt Karola Neu schmunzelnd.

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Im Jubiläumsjahr gibt es einen Generationenwechsel: Firmenchefin Karola Neu, die den Familienbetrieb von ihrem Vater übernommen hat, übergibt das Geschäft an ihre drei Kinder.

In der Backstube hat sich seit den Anfängen nicht viel geändert: Bis auf das Formen der Brötchen, wird auch heute noch alles per Hand produziert. Einige neue Maschinen gibt es, seit die Backstube im Jahr 2010 umgebauten worden ist. Karolas Neus Sohn Frank-Matthias fängt nachts um halb eins mit der Arbeit an. Seine Schwester Nadine, drei Gesellen, zwei Lehrlinge und ein Helfer unterstützen ihn. Zwei Konditorinnen erstellen die Torten.

So sah die Bäckerei im Jahr 1989 aus. Quelle: Gabriele Gerner

Die meisten Produkte basieren noch auf den Rezepten des Gründers

Stark geändert hat sich jedoch das Warensortiment: Reichten früher drei Brotsorten – Gerster-, Vollkorn- oder Roggenmischbrot –, verlangen die Kunden heute eine größere Auswahl. „Die Menschen essen mehr Dinkelprodukte“, sagt Nadine Prokurat. „Viele haben auch Allergien, die sie beachten müssen.“ Dennoch: Die meisten Produkte, die das Familienunternehmen herstellt, sind noch die gleichen wie vor fünfzig Jahren. „Ob Plunderteile, Hefeschnecken, Schokoladenkuchen oder der Bienenstich mit selbst gekochtem Vanillepudding – alle basieren auf den Rezepten meines Großvaters“, sagt die Juniorchefin und fügt stolz hinzu: „Unser Hit sind die Butterhörnchen. Die nehmen sich die Kunden sogar mit in den Urlaub.“

Die Butterhörnchen sind die Spezialität des Familienunternehmens. Quelle: Gabriele Gerner

An der Theke gab es auch Nähfaden und Waschmittel

Ende der 1960-er Jahre betrieb die Bäckerei Jasiek den für die Zeit typischen Lebensmittelladen. Ob Nähfaden, Waschmittel oder Eier – die Kunden sagten der Verkäuferin hinter dem Tresen, was sie brauchten. Diese holte die Waren aus den Regalen, stellte sie zusammen und kassierte. An der Theke nebenan gab es eine Schlachterei mit Fleisch- und Wurstprodukten. Doch nach und nach kamen Supermärkte auf und änderten das Einkaufsverhalten der Kunden. Die Selbstbedienung setzte sich durch. Im Jahr 2007 stellte die Bäckerei Jasiek deshalb das große Lebensmittelangebot ein und baute statt dessen ein großzügiges Café in ihre Filiale. Im März 2016 eröffnete die Bäckerei Jasiek eine zweite Filiale im Obi-Center. „Wir würden auch gern noch weiter expandieren“, sagt Frank-Matthias Neu.

Am Gründungstag Mittwoch, 17. April, wird gefeiert

Am Mittwoch, 17. April, feiert die Bäckerei Jasiek ihr 50-jähriges Bestehen in Altwarmbüchen. Von 10 bis 18 Uhr wird mit Sekt und Glücksrad und vielen Aktionen gefeiert. Alle Produkte mit Rezepten aus dem Gründungsjahr sind reduziert.

„Die meisten Kunden sind Stammkunden“, sagt Mitarbeiterin Silke Storost. „Viele kennen mich noch aus meiner Zeit als Auszubildende bei Inge und Franz Jasiek.“ Dass der persönliche Kontakt zum Kunden, die alte Handwerkstradition und die familiäre Atmosphäre weiterbestehen, dafür stehen auch die zukünftigen Chefs: Die Geschwister Frank-Matthias Neu, Christopher Neu und Nadine Prokurat übernehmen in diesem Jahr das Geschäft von ihren Eltern.

Von Gabriele Gerner