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Isernhagen So soll die neue Christophorus-Kirche in Altwarmbüchen aussehen
Umland Isernhagen

Isernhagen: Altwarmbüchen: Christophorusgemeinde baut sich ein neues Haus

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16:46 30.12.2019
Architekt Oldrich Breuste (links) und Pastor Sebastian Müller präsentieren die Pläne für den Neubau des Gemeindehauses. Quelle: Gabriele Gerner
Altwarmbüchen

Mit Wasserflecken an den Decken und Wänden sowie den extremen Heizkosten soll für die evangelische Kirchengemeinde in Altwarmbüchen endlich Schluss sein: Architekt Oldrich Breuste hat nun bei der Bauausschuss-Sitzung des Kirchenvorstandes seine Pläne für einen Neubau des Gemeindehauses vorgestellt. Komplett barrierefrei soll das Gebäude werden und nach neuesten energetischen Standards gestaltet. Im Juni 2020 soll der Abriss an der Bernhard-Rehkopf-Straße starten.

Pastor: „Am meisten tat es mir für meine Mitarbeiter leid“

Ein Rundgang durch das Gemeindehaus zeigt, wie nötig der Neubau ist: Alle Büros und Gruppenräume haben nasse Stellen an den Decken und teilweise auch den Wänden. „Bei starkem Regen tropft es durch“, sagt Pastor Sebastian Müller. Es riecht muffig in den Räumen, zum Teil klaffen Löcher in der Decke. „Am meisten tat es mir für meine Mitarbeiter leid, die bisher in solch einem Umfeld arbeiten mussten“, bedauert er. „Das wünscht man sich doch anders.“

Anders wird es nun in der Tat, aber auch kleiner. „Das liegt an den zurückgegangenen Mitgliederzahlen“, erklärt Müller. „Diese sind die Basis für die Fläche, die wir bebauen dürfen.“ Während die Gemeinde in den Siebzigerjahren noch 5500 Mitglieder stark war, gibt es jetzt nur noch rund 3000 Gemeindemitglieder. „Deshalb müssen wir uns von einstmals 1000 Quadratmeter auf 282 Quadratmeter plus Kirchenraum verkleinern“, sagt Müller.

Weg zum Gemeindebüro führt bislang durch die Küche

Dennoch sieht der Pastor den Veränderungen positiv entgegen. Nicht nur moderner soll das neue Gebäude werden, sondern auch funktionaler und Ressourcen schonender. „Das alte Gebäude ist völlig verwinkelt“, schildert Müller. „Um zum Gemeindebüro zu gelangen, müssen die Mitglieder bislang durch die Küche gehen.“ Aus energetischer Sicht bezeichnet der Pastor das Gebäude als „Katastrophe“. Denn: „Die riesigen bis zum Boden reichenden Fenster mit Blick auf den Innenhof bescheren uns hohe Heizkosten“, kritisiert er.

Das neue Gebäude soll komplett barrierefrei gestaltet werden, was vielen älteren Gemeindemitgliedern entgegenkommen dürfte. Besucherfreundlich wird auch die künftige Lage der Büros: Gleich rechts vom Foyer aus gesehen, werden Gäste vom Eingang aus schnell dorthin gelangen. Neben Toiletten für Menschen mit und ohne Mobilitätseinschränkungen wird es dort eine neue Küche und weiter hinten drei modern gestaltete Gruppenräume sowie mehrere Lagerräume geben.

Pflanzen sollen auf dem Gemeindedach wachsen

Das i-Tüpfelchen: Auf dem Dach wird es Grünpflanzen geben. „Dadurch müssen wir im Winter weniger heizen, im Sommer bleiben die Räume kühler – und wir leisten einen Beitrag zur Insektenvielfalt“, freut sich Pastor Müller. Gern hätte er auch noch eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach. „Doch im Moment sieht es nicht danach aus, als wenn wir uns das leisten können und dass sich so eine Anlage für uns lohnt.“ Dennoch wolle man vorerst so bauen, dass ein späteres Montieren von Fotovoltaikelementen noch möglich sein wird. Schließlich könnten sich Gesetze und Fördermöglichkeiten auch mal schnell ändern.

Gottesdienste werden auch während des Umbaus gefeiert

Das neue Gemeindehaus soll, nur ein Jahr nach Abrissbeginn, im Juli 2021 stehen. Während der Bauphase wird eine mobile Holzwand den Kirchenraum, der unverändert bleibt, vom Rest trennen und das Eindringen von Baustaub minimieren. Gottesdienste soll die Gemeinde so dort weiter feiern können. „Sonntags gibt es ja schließlich keine Bauarbeiten“, sagt Müller lächelnd. Strom und Wärme wird ein Aggregat liefern.

Auch sonst soll das Kirchenleben während des Baus weitergehen: Für die Jugendgruppen und die Konfirmanden steht ein Raum des Kindergartens Die Arche bereit. Andere Gruppen, die sich unter der Woche treffen, können Räume in der katholischen Heilig-Kreuz-Kirche nutzen. Beim Neubau der katholischen Kirche hatte seinerzeit die Christophorus-Gemeinde den katholischen Gemeindemitgliedern in den evangelischen Räumen Unterschlupf gewährt. Dafür will sich die Heilig-Kreuz-Gemeinde nun revanchieren.

Wie gut das Verhältnis der beiden Gemeinden zueinander ist, zeigt auch die Wahl des Architekten. „Mit Oldrich Breuste haben wir einen Architekten gewonnen, der auch am Bau von Heilig Kreuz mitgewirkt hat und uns sehr empfohlen worden ist“, sagt Müller. Nachdem der zunächst gefundene Architekt aus Altersgründen die Mitarbeit niedergelegt hatte, hat Breuste dessen Pläne fortgeführt. „Das hat uns viel Geld und Zeit gespart“, meint Müller sichtlich erleichtert.

Noch fehlen 30.000 Euro

Und auf das Geld muss die Gemeinde achten. 1,3 Millionen Euro soll der Neubau kosten – ohne Einrichtung. Mit jeweils 250.000 Euro bezuschussen die Landeskirche Hannover und der Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen das Projekt. Dadurch, dass die Gemeinde einen Teil ihres Grundstücks für 800.000 Euro für den Bau von Wohnhäusern verkauft hat, hat sie selbst die Basis für die Finanzierung geschaffen. 634.000 Euro davon dürfen laut kirchlichen Vorgaben in den Neubau fließen. Durch Rücklagen und bereits eingeworbene Spenden stehen der Gemeinde weitere 130.000 Euro zur Verfügung. Doch noch fehlen ihr rund 30.000 Euro für den Neubau.

Pastor Müller hat schon eine Idee, wie er weiteres Spendengeld akquirieren kann: Für den Sommer plant er ein Benefizessen im leer geräumten Kirchenraum. „Kurz vor dem Abriss kann hier zu festlicher Tischmusik aus der Orgel fein getafelt werden.“ Das Geld für das Menü soll dann dem Neubau zugutekommen. Das wäre auch ein feierlicher Abschluss für alle, die in den nächsten Wochen bei den Vorarbeiten mit anpacken: Denn noch müssen die Kellerräume leer geräumt werden. Müller freut sich über jeden, der dabei mithilft.

Kleiner, energiesparender und barrierefrei soll das neue Kirchengebäude der Christophorus-Gemeinde in Isernhagen-Altwarmbüchen werden. 1,3 Millionen Euro kostet es. Im Juni 2020 beginnt der Abriss.

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Von Gabriele Gerner

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