Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Isernhagen Amtsgericht Burgwedel: Falschaussage bleibt unbestraft
Umland Isernhagen

Isernhagen: Amtsgericht Burgwedel: Falschaussage bleibt unbestraft

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:29 02.12.2019
Nach einem Streit in Isernhagen musste sich ein Mann wegen falscher Verdächtigung vor dem Amtsgericht Burgwedel verantworten. Quelle: Frank Walter (Archiv)
Isernhagen

Auf offener Straße hatten sich im Juni 2018 in einem Isernhagener Ortsteil ein Mindener und der neue Lebensgefährte seiner Ex-Frau einen Disput geliefert. Der Streit endete damit, dass der frühere Ehemann eine Anzeige wegen Nötigung, Bedrohung, Sachbeschädigung und später auch noch Freiheitsberaubung erstattete – obwohl dies möglicherweise nicht stimmte. Wegen falscher Verdächtigung musste sich der 67-Jährige jetzt vor dem Amtsgericht Burgwedel verantworten. Das Verfahren endete allerdings ohne Urteil.

Ex-Mann fühlte sich bedroht

Was war vorgefallen? Die Ex-Frau war gemeinsam mit ihrem neuen Freund, ihren Kindern und Bekannten auf dem Rückweg von einem Reitturnier gewesen. In insgesamt drei Autos fuhren sie hintereinander, als die Tochter bemerkte, dass der Mindener ihnen folgte. Dann kam es zum Showdown auf offener Straße: Die Verfolgten umstellten das Auto des 67-Jährigen, es kam zum Streit mit dem neuen Lebensgefährten. Angeblich soll dieser den 67-Jährigen mit einem Energy-Getränk überschüttet und ihn dann noch mit den Worten „Nächstes Mal bringe ich dich um!“ bedroht haben.

Dass der Mindener in der Situation nicht mehr habe wegfahren können, bestätigt auch ein Polizist als Zeuge. Ob der Angeklagte aber wirklich etwas von dem Getränk abbekommen hat, konnte er nicht sagen. „Auf seiner Kleidung war nichts zu sehen.“ Ähnlich wackelig sah es mit der angeblichen Bedrohung aus. „An den genauen Wortlaut konnte er sich erst später erinnern“, sagte der Polizist über den 67-Jährigen aus.

Der Vorfall in Isernhagen war nicht der erste

Aus Sicht der Ex-Frau war es wohl kein Zufall, dass der Mindener an diesem Abend in Isernhagen auftauchte. „Ich wurde schon am Vortag von Freunden per Whatsapp gewarnt“, sagte die 52-Jährige aus. Von dem Streit zwischen ihrem Ex-Mann und ihrem neuen Lebensgefährten habe sie aber nichts mitbekommen. „Ich habe mich bewusst zurückgehalten.“

Während es vor diesem Vorfall schon zu einigen Auseinandersetzungen, Anschuldigungen und Anzeigen gekommen war, ist seitdem nichts mehr passiert. „Mit der Scheidung ist Ruhe eingekehrt“, sagte die ehemalige Ehefrau des Mindeners. Und auch der Angeklagte selbst versicherte: „Es gibt keine Kabbeleien mehr.“ Insgesamt gehen sich die beiden früheren Eheleute aus dem Weg. „Wir haben nur noch über Whatsapp Kontakt, wenn es um unseren gemeinsamen Sohn geht“, erläuterte der Angeklagte.

Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt

Für Amtsrichter Michael Siebrecht war somit der Rechtsfriede auch ohne das Eingreifen der Justiz wiederhergestellt, die weiteren Zeugen vernahm er nicht mehr. „Wir müssen nicht alte Wunden aufreißen. Wenn man Einsicht zeigt und nichts weiter passiert ist, kann man das Verfahren durchaus einstellen“, sagte er. Das tat er dann auch, wobei der Angeklagte für seine Anwaltskosten selbst aufkommen muss.

Lesen Sie auch

Von Lisa Otto

Ein Angebot, das bei Kindern aus Isernhagen die Leselust wecken soll: Ein neuer offener Bücherschrank steht nun an der Neuwarmbüchener Grundschule. Möglich gemacht hat das der lange Atem des Fördervereins der Schule.

02.12.2019

Das wird ein musikalischer Genuss: Am Sonntag, 8. Dezember, tritt der Projektchor der Musikschule Isernhagen/Burgwedel in der St.-Philippus-Kirche auf. Auf dem Programm stehen unter anderem Werke von Bach und Mozart.

02.12.2019

Zum zweiten Mal haben sich Schüler, Lehrer, Sponsoren und Moderatoren von „Plant for the Planet“ zusammen getan, um weitere Apfelbäume zu pflanzen.

01.12.2019