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Isernhagen Illegaler Waffenbesitz kostet 900 Euro
Umland Isernhagen Illegaler Waffenbesitz kostet 900 Euro
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12:31 04.09.2018
Weg mit der Waffe: Als die Amnestiefrist begann, saß der nun Verurteile bereits in Haft. Quelle: Symbolbild (Archiv)
Isernhagen

Das Amtsgericht Burgwedel hat einen Isernhagener jetzt wegen unerlaubten Waffenbesitzes zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen verurteilt. Das Urteil akzeptierte der Mann sofort, die Strafe nahm er mit unbewegter Miene entgegen – vor dem Hintergrund, dass er wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern aktuell eine mehrjährige Haftstrafe absitzt, beeindruckte ihn die neuerliche Verurteilung sichtlich nicht.

Angeklagt war der heute 55-Jährige, weil er jahrelang im Keller seiner Mietwohnung in einem Isernhagener Ortsteil drei Gewehre und eine Pistole vom Kaliber 7,65 Browning sowie Munition gelagert hatte. Der Besitz der Pistole wog besonders schwer, weil es sich dabei um eine halbautomatische Waffe handelte – dafür sieht das Waffengesetz eine Mindestfreiheitsstrafe von sechs Monaten vor.

Zehn Seiten umfasste das waffentechnische Gutachten des Landeskriminalamtes, das die Waffen als alt und teilweise funktionsunfähig definierte. Die Pistole beispielsweise stammt aus dem Jahr 1958. Die Waffen hätten wohl nur unter Mühen wieder einsatzfähig gemacht werden können, sagte Amtsrichter Michael Siebrecht mit Blick auf die Fotos des Gutachtens.

Verlesen musste er die zehn Seiten allerdings nicht, denn der Angeklagte räumte den unerlaubten Waffenbesitz in vollem Umfang ein. Demnach hatten die Waffen seinem früh verstorbenen Vater gehört, anschließend gingen sie auf seine Mutter ein. Beiden hatten Berechtigungsscheine. Zweieinhalb Jahre, nachdem auch die Mutter gestorben sei, habe er die Pistole und die Gewehre im Keller gefunden. Dass er selbst wohl kaum einen Berechtigungsschein bekomme würde, sei ihm klar gewesen, so der Angeklagte – schließlich sei er damals schon vorbestraft gewesen. „Ich konnte die Waffen aber ja schlecht zum Sperrmüll geben“, beschrieb der Isernhagener seine Misere. Also habe er sie zunächst in seiner neuen Wohnung im mit einer Stahltür gesicherten Keller verstaut und auch niemandem den Schlüssel gegeben.

Angeblich hatte der Mann sogar eine Telefonberatung kontaktiert, um sich Unterstützung für sein „Entsorgungsproblem“ zu holen – jedoch ohne Erfolg. Und als 2017 die Amnestieregelung zur straffreien Abgabe illegaler Waffen in Kraft trat, hatte der ledige und kinderlose Mann bereits seine Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern in acht Fällen angetreten.

Letztlich waren sich Staatsanwalt, Strafverteidiger und Richter einig. Die Mindeststrafe von sechs Monaten wurde in eine Geldstrafe umgewandelt, das Urteil lautete auf 180 Tagessätze zu je 5 Euro. Mit Handschellen gefesselt, wurde der Mann von Justizbeamten zurück in die JVA nach Hannover gebracht.

Von Frank Walter

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