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Isernhagen Diebstahl als Zeitvertreib: Amtsgericht verurteilt 58-Jährigen
Umland Isernhagen

Isernhagen: Amtsgericht verurteilt notorischen Dieb

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14:12 27.11.2019
Von Hamburg nach Altwarmbüchen zum Stehlen: Deshalb stand ein 58-Jähriger jetzt vor Gericht. Quelle: Symbolbild
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Altwarmbüchen/Burgwedel

„Brauchen Sie den Druck eines Bewährungshelfers?“: Mit dieser Frage konfrontierte Amtsrichter Michael Siebrecht vom Amtsgericht Burgwedel jetzt einen 58-Jährigen aus Hamburg, dessen Vorstrafenregister 36 Verurteilungen seit 1981 auflistet. Pausen legte der Mann nur dann ein, wenn er wie zwischen 2011 und 2016 nach einer Verurteilung unter Bewährung stand. Wohl auch deshalb wählte Siebrecht diesen Weg für sein Urteil.

Der Hamburger hatte am Nachmittag des 14. Juni den Hornbach-Baumarkt in Altwarmbüchen betreten – wohl wissend, dass dort gegen ihn ein Hausverbot bestand. Er streifte durch die Gänge und steckte schließlich zwei Diamant-Trennscheiben im Wert von 89,80 Euro in seine Jackentasche. Dann wollte er das Geschäft verlassen, ohne die Teile zu bezahlen. Der Ladendetektiv, der ihn beobachtet hatte, sprach ihn hinter dem Kassenbereich an. Der 58-Jährige räumte den Diebstahl sofort ein.

Angeklagter reist für Diebstähle durch ganz Deutschland

„Der Vorwurf ist berechtigt, darüber müssen wir nicht diskutieren“, sagte er auch zu Beginn der Verhandlung, zu der er in Handschellen erschien – weil er zuvor einen Termin versäumt hatte, ließ ihn Amtsrichter Siebrecht vorführen. Für seine Taten reist der Angeklagte quer durch die Republik, mal steht er in Wolfsburg, ein anderes Mal in Essen vor Gericht. „Nun lernen wir uns auch in Burgwedel einmal kennen“, sagte Siebrecht und erhielt auf seine Frage, wofür der Mann die Diamant-Trennscheiben benötigt hatte, keine Antwort. „Ich glaube, Sie klauen um des Klauens willen und als Zeitvertreib“, hielt er dem Hamburger vor. „Wenn sich die Gelegenheit bietet, dann stehlen Sie etwas, was Sie nicht brauchen und was sie auch nicht verkaufen möchten.“

Denn nach eigenen Angaben wollte der Dieb einen Bekannten besuchen, den er nicht antraf. Deshalb fuhr er zum Baumarkt und steckte dort die Waren ein. „Ich kann nicht sagen, warum ich stehle“, sagte er. Er wolle sein Verhalten gern erklären, könne es aber nicht. Weil die jüngsten Verurteilungen zu Geldstrafen nach Einschätzung der Staatsanwältin die Serie der Taten nicht beendet hatten, plädierte sie für eine kurze Freiheitsstrafe, um weiteren Diebstählen vorzubeugen. „Der Eindruck einer Haft soll wirken“, sagte sie und forderte drei Monate Freiheitsstrafe ohne Bewährung.

58-Jähriger nimmt das Urteil im Gerichtssaal an

„Ich kann die Forderung verstehen“, sagte der Angeklagte, der von Hartz IV lebt. Aber: „Wenn ich in Haft komme, verliere ich meine Unterkunft.“ Dann müsse er aus der Obdachlosigkeit heraus neu anfangen. Siebrecht verhängte letztlich eine fünfmonatige Freiheitsstrafe mit einer dreijährigen Bewährungszeit und 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit. „Wenn Sie das nächste Mal stehlen, dann gehen Sie ins Gefängnis“, betonte er und fügte hinzu, er hoffe auf den Erfolg seines Urteils. „Wenn Sie unter Führungsaufsicht stehen, dann hat das gut funktioniert.“ Der Angeklagte akzeptierte das Urteil noch im Gerichtssaal.

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