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Isernhagen Betrüger am Telefon: Falsche Polizisten rufen Altwarmbüchener Senioren an
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Isernhagen: Betrüger am Telefon: Falsche Polizisten rufen Altwarmbüchener Senioren an

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09:19 14.10.2019
Betrüger haben sich in der jüngsten Vergangenheit mehrfach bei Senioren in Altwarmbüchen telefonisch gemeldet. Sie hatten es auf Geld und Wertgegenstände abgesehen. Quelle: Symbolbild
Altwarmbüchen

Vorsicht, falscher Polizist: In Altwarmbüchen häufen sich derzeit Anrufe von Trickbetrügern. Mal waren es angeblich Polizisten, mal Bankmitarbeiter, die bei Senioren anriefen, sie ausfragten und versuchten, so ihr Geld und Wertgegenstände zu ergaunern.

„Die älteren Herrschaften werden regelrecht in Angst und Schrecken versetzt und sind völlig verunsichert“, empört sich eine Leserin. In ihrer Nachbarschaft hatte es gleich mehrere solcher Anrufe gegeben. Eine Bekannte sei so aufgeregt gewesen, dass sie stürzte und sich leicht verletzte. Andere seien erst einmal zu ihrer Bank gefahren und hätten nachgefragt, ob an den Darstellungen tatsächlich etwas dran sei. Geld habe zum Glück keiner eingebüßt.

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Und so liefen die Telefonate mit den falschen Polizisten ab: „Es werden Geschichten erzählt von Räuberbanden, die teilweise festgesetzt wurden“, sagt die Altwarmbüchenerin. Der Rest sei noch unterwegs und stelle eine Bedrohung dar, erzählten die Trickbetrüger. Bei der Befragung der Festgesetzten durch die Polizei seien dann die Namen der angerufenen Personen gefallen. Ihre Wertsachen seien zu Hause daher nicht mehr sicher. Sie sollten sie doch der Polizei übergeben. „Meine Nachbarn wurden richtig unter Druck gesetzt“, berichtet die Seniorin. Sie seien ratlos gewesen, weil sie die Nummer der Polizei in Altwarmbüchen nicht sofort gefunden oder dort keinen erreicht hätten.

„Das ist eine der klassischen Maschen, die seit Jahren immer wieder in einzelnen Kommunen auftauchen“, sagt Antje Heilmann, Pressesprecherin der Polizeidirektion Hannover. In der Tat komme es im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariates Großburgwedel, zu dem auch Isernhagen gehört, derzeit vermehrt zu Anrufen von Trickbetrügern, die als falsche Polizeibeamte auftreten. Diese, sagt Heilmann, seien höchst professionell organisiert, nutzten Callcenter und spezielle Technik, um möglichst glaubwürdig zu erscheinen.

Trickbetrüger arbeiten professionell

„Da werden den Angerufenen zum Beispiel Telefonnummern mit einer Ortsvorwahl und 110 angezeigt, um den Eindruck zu erwecken, es handle sich tatsächlich um einen Anruf der Polizei.“ Auch wenn den meisten Bürgern eigentlich klar sei, dass die Polizei nicht unter 110 anrufe – in der unerwarteten Situation verunsichere das die Angerufenen doch mitunter kolossal. Auch das von den Betrügern offerierte Angebot „Ich verbinde sie gleich mal mit dem Kommissar“ in Verbindung mit einem passenden Klack-Geräusch unterstütze den Eindruck von Echtheit.

Speziell auf ältere Leute hätten es die Betrüger abgesehen. „Es kursieren Adresslisten, mitunter werden aber auch einfach Anrufe bei Personen getätigt, die alt klingende Vornamen tragen“, erklärt die Polizeisprecherin, wie die Opfer ausgewählt werden. Mit Präventionsveranstaltungen und Aktionswochen wolle die Polizei über die Maschen aufklären und Tipps geben, welche Reaktion in einer solchen Situation angemessen ist.

Diese Verhaltenstipps gibt die Polzei

Dabei gilt: Die Polizei ruft niemals unter der Telefonnummer 110 an und fordert niemals am Telefon Geld oder Wertgegenstände ein. Wenn ein solches Telefonat ankommt, sollten Betroffene ruhig selbst den Notruf unter 110 wählen und den Vorfall mitteilen. Auch eine Kontaktaufnahme mit der nächsten Polizeidienststelle ist möglich. In Altwarmbüchen ist die Polizei unter Telefon (0511) 1232820 und das zuständige Polizeikommissariat in Großburgwedel unter Telefon (05139) 9910 zu erreichen. Wichtig dabei: Keine Wahlwiederholung verwenden und das Telefon für einige Sekunden aufgelegt lassen, damit die vorherige Verbindung korrekt getrennt wird. Telefonisch sollte zudem niemals Auskunft über finanzielle Verhältnisse gegeben werden.

Die Polizei rät zudem, niemals Geld oder Wertgegenstände an Fremde zu übergeben oder die an einem vorgegebenen Ort zu deponieren. Wenn Unbekannte versuchen, am Telefon Druck auszuüben, sollte das Gespräch sofort beendet werden. Grundsätzlich sollen auch keine Unbekannten in die Wohnung gelassen werden: Bewohner sollten von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis einfordern, rät die Polizei. Bleibt der geringste Zweifel, hilft ein Anruf bei der Behörde, von der die angebliche Amtsperson kommt. Niemand sollte den Besucher in die Wohnung lassen – stattdessen lieber die Tür absperren und ihn draußen warten lassen.

Trickbetrug: Bis zu 70 Anrufe pro Tag

Bereits seit mehreren Jahren existiert die sogenannte Ermittlungsgruppe Trick des Zentralen Kriminaldienstes der Polizei Hannover. Sie beschäftigt sich ausschließlich mit Verfahren wie mit Anrufen falscher Polizeibeamter. Allein 2018 registrierte die Ermittlungsgruppe in Hannover und der Region mehr als 1300 Anrufe. In 31 Fällen erbeuteten die Betrüger Geld und Wertsachen im Wert von mehr als einer Million Euro. 2017 waren es 450 Anrufe, 14 vollendete Taten und 250.000 Euro Schaden gewesen. Tendenz steigend: Allein in den ersten beiden Monaten des Jahres wurden der Polizei Hannover 800 Anrufe gemeldet zum Teil bis zu 70 pro Tag.

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