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Isernhagen Den Pilzen auf der Spur: Mit dem Nabu im Lohner Wald
Umland Isernhagen

Isernhagen Burgwedel: Pilze sammeln und bestimmen mit dem Nabu im Lohner Wald

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14:54 04.10.2019
Klaus Stannek freut sich über seine drei gefundenen Nebelkappen. Quelle: Lisa Otto
Neuwarmbüchen

Ob Maronen-Röhrling oder Mehl-Räsling: Diese und viele weitere Pilzarten sind im Lohner Wald zu finden. Davon konnten sich die Teilnehmer einer Pilzexkursion des Naturschutzbundes (Nabu) Isernhagen und Burgwedel überzeugen. Unter der Leitung des Pilzsachverständigen Eike Heinemann ging es ins Waldstück bei Neuwarmbüchen. Doch Vorsicht: Auf der gut dreistündigen Tour fanden sich nicht nur essbare Pilze.

Zu den giftigen Arten zählte beispielsweise der Kartoffelbovist. Was auf den ersten Blick wie eine richtige Kartoffel aussah, entpuppte sich schnell als Pilz – von innen ist er nicht gelb wie die Knolle der Nutzpflanze, sondern schwarz. „Der Kartoffelbovist wurde den Menschen daher früher auch oft als Trüffel verkauft“, erläuterte Heinemann. Echte Trüffel fanden die Teilnehmer im Lohner Wald bedauerlicherweise nicht.

Bei einer Pilzexkursion des Naturschutzbundes Burgwedel und Isernhagen durch den Lohner Wald ging es nicht um volle Körbe für die Küche. Vielmehr stand das Bestimmen der Arten im Mittelpunkt.

Im Lohner Wald kommen zahlreiche Pilzarten vor

Dafür freute sich Teilnehmer Klaus Stannek besonders über seine drei Nebelkappen. „Sie sollten aber erst einmal testen, ob Sie den Pilz vertragen“, riet der Pilzsachverständige. Anders sah dies bei den Maronen-Röhrlingen aus, die Stannek ebenfalls in seinen Korb gelegt hatte. „Diese können ohne Probleme gegessen werden.“ Von dieser Pilzart hatte auch Johanna Schürmeyer einige gefunden. „Es ist schön, hier zu lernen, welche Pilze wirklich essbar sind“, sagte sie. Schon lange habe sie sich für Pilze interessiert, aber sich mit den Arten nicht ausgekannt. „Da ich die Maronen jetzt aber erkenne, würde ich auch regelmäßig nach denen gucken.“

Ähnlich ging es Ursula Schoenwiese. Schon oft war sie im Lohner Wald unterwegs und hatte dabei auch schon einige Pilze fotografiert. „Ich finde Pilze schön und faszinierend, kannte mich mit ihnen aber nicht wirklich aus. Und ich habe heute viel mehr Pilze gesehen als sonst.“ Um diese bei späteren Spaziergängen auch wiederzuerkennen, hatte sie vorsorglich sowohl Zettel und Stift als auch ihre Kamera mitgebracht.

Viele wollen die Arten besser kennenlernen

Eine ähnliche Vorgehensweise hatte sich Frank Kloes überlegt. Er möchte die Pilze bei künftigen Spaziergängen ebenfalls fotografieren und anschließend dann mithilfe von Fachbüchern bestimmen. Diese Verfahren wenden Kloes und seine Frau bereits schon lange bei Pflanzen an (zu denen Pilze nicht gehören): „Jahrelang ist man an Pflanzen vorbeigelaufen und wusste eigentlich gar nicht, um was für eine es sich handelt“, erläuterte er den Grund. Ähnlich geht es dem Ehepaar auch bei den Pilzen. „Es ist viel interessanter und schöner, wenn man weiß, um was für eine Art es sich handelt.“ Aus diesem Grund ging es Frank Kloes bei der Exkursion auch weniger darum, genügend Pilze für ein schmackhaftes Essen zusammenzubekommen, als vielmehr darum, sich weiterzubilden.

Dafür hatten am Ende dann andere Teilnehmer gut gefüllte Körbe und konnten diese anschließend mit nach Hause nehmen. Ob es bei der nächsten Nabu-Exkursion auch wieder ein gemeinsames Pilzessen geben wird, darauf wollte sich die Organisatorin und stellvertretende Vorsitzende des Nabu Isernhagen und Burgwedel, Anne Walter, noch nicht festlegen: „Ich kann es mir aber sehr gut vorstellen.“

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