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Isernhagen Bühne frei für dichtende Bio-Landwirte
Umland Isernhagen Bühne frei für dichtende Bio-Landwirte
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00:19 08.09.2018
In der Neuwarmbüchener Bio-Gärtnerei wird das Gewächshaus nicht zum ersten Mal zweckentfremdet. Wo vergangenes Jahr beim Erntefest Gottesdienst gehalten wurde, liefern sich am 15. September Bio-Poeten einen Dichter-Wettstreit. Quelle: Frank Walter (Archiv)
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Neuwarmbüchen

Wenn die Sonne schlafen gegangen ist, schreibt Bio-Bauer Burti Gedichte und Kabaretttexte. Seine Literatur präsentiert er auf Hoffesten und bei Poetry Slams. Beim 1. Niedersächsischen „Bio-Slam“ in der Biogärtnerei Rothenfeld am Sonnabend, 15. September, wird er einen Korb voller frischer Gedichte mitbringen – und zum ersten Mal in einem Gewächshaus auftreten.

Bühne frei für dichtende Bio-Landwirte! Im Gewächshaus der Bio-Gärtnerei Rothenfeld in Neuwarmbüchen stehen am 15. September Hobby-Poeten auf der Bühne. Ab 17 Uhr gibt es Pizza, Getränke und Texte.

Im Rahmen der „Aktionstage Ökolandbau“ werden sechs Slammer auf der Bühne in Neuwarmbüchen stehen. Manche Freizeit-Poeten sind im wahren Leben Bio-Landwirte, andere studieren ökologischen Landbau oder forschen als Wissenschaftler in diesem Bereich. Das Publikum darf sich auf unterschiedlichste Perspektiven und Textgattungen freuen. Doch ob Science-Slam, Kurzgeschichte oder Gedicht – das Thema ist immer die Bio-Landwirtschaft.

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„So etwas gab es noch nie bei uns und ich freue mich riesig auf das Event“, sagt Annette Ohm von der Gärtnerei Rothenfeld in Neuwarmbüchen. Die Zuschauer können die Auftritte der Slammer in zwei Vortragsblöcken verfolgen. „Dazwischen gibt es Live-Musik, selbstgebackene Pizza von meinem Mann Frederic Pein, Bratwurst und Getränke“, das verrät Ohm schon. Zum Schluss dürfen die Besucher über den besten Vortrag abstimmen.

„Hier sieht´s aus wie im Schweinestall!“

Zum Beispiel über das Werk „Immer Ärger mit den Kerlen“. So heißt der Text von Katharina Heidbüchel, in dem sie Einblicke gewährt in ihr Bio-Ebermast-Projekt. Dieses hat die wissenschaftliche Angestellte am Thünen Institut für ökologischen Landbau jahrelang begleitet. Ihre Kollegin, die Agrarwissenschaftlerin Gesa Mielke, forschte zu umwelt- und tiergerechter Schweinehaltung. Dabei fragte sie sich immer wieder: Machen Sätze wie „Hier sieht’s aus wie im Schweinestall“ und „Ich schwitze wie ein Schwein“ überhaupt Sinn? Mit ihrem poetischen Beitrag beim Bio-Slam räumt sie mit Vorurteilen über Schweine auf.

Der 1. Niedersächsische Bio-Slam wird am Sonnabend, 15. September, von 18 bis 21 Uhr in der Biogärtnerei Rothenfeld, Rothenfeld 8, 30916 Isernhagen, ausgetragen. Einlass ist 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Von Gabriele Gerner

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