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Isernhagen Dirk Roßmann appelliert beim FDP-Neujahrsempfang an das soziale Gewissen der Liberalen
Umland Isernhagen

Isernhagen: Dirk Roßmann und Martin Kind beim FDP-Neujahrsempfang

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17:32 09.01.2020
Dirk Roßmann spricht beim Neujahrsempfang der FDP im Hotel Hennies. Quelle: Sandra Köhler
Altwarmbüchen

Vor dem geselligen Austausch bei Frikadellen und Schmalzbroten beim Neujahrsempfang der Liberalen stand die Suche nach einem Parkplatz. Entsprechend eröffnete Christiane Hinze, Vorsitzende der FDP Isernhagen, die gemeinsame Veranstaltung der Ortsverbände Burgdorf/Uetze, Burgwedel, Isernhagen und Langenhagen im Hotel Hennies in Altwarmbüchen um eine Viertelstunde später als geplant.

Keinerlei Probleme mit der Parkplatzsuche hingegen hatte der Referent und Stargast des Abends, Dirk Roßmann. Der Drogeriekettenunternehmer hatte seinen Freund Martin Kind überredet, ihn zu den Liberalen zu begleiten – und sich von ihm chauffieren lassen. Dass die prominenten Unternehmer gleich im Doppelpack kamen, war auch für Hinze eine Überraschung. Der 96-Boss avancierte so zum Ko-Stargast. Wenn auch zumindest anfänglich eher widerwillig.

Roßmann und Kind plaudern über ihre Freundschaft

„Am Anfang dachte ich, der hat ja eine Meise“: Dirk Roßmann (links) und Martin Kind, hier auf Schloß Marienburg in Nordstemmen, verbindet eine langjährige Freundschaft. Quelle: Rainer Dröse

Während Roßmann vor 120 Gästen aus Politik und Gesellschaft gut gelaunt seinen Vortrag begann, entspannte sich auch Kind zusehends. Nach dem Auftritt des Gründers der Drogeriekette mit Sitz in Burgwedel plauderten beide locker mit ihren Tischnachbarn und gaben Einblicke in ihre bereits viele Jahre bestehende Männerfreundschaft. Beide treffen sich regelmäßig zum Skat, zum Tennis und zum Wandern. „Am Anfang dachte ich, der hat ja eine Meise“, sagte Roßmann mit Blick auf Kind: „Jetzt weiß ich es. Aber ich weiß auch, dass er ein ganz toller Mensch ist.“

Fußball bliebt hingegen Nebensache, zumindest in der ersten Stunde der Veranstaltung. Einen kurzen Gesprächsversuch zu diesem Thema von Sonja Thoms von der Sparkasse Hannover lenkt Kind mit dem Einwurf „Ich bin schon 50 Jahre lang Sparkassenkunde“ schnell in andere Bahnen.

Unternehmer spricht über soziale Verantwortung

Nicht nur Isernhagens FDP-Chefin Hinze hatte Roßmanns Vortrag gespannt erwartet. „Es sind keine Wahlen. Das ist schön, weil man mal einen Referenten aus der Wirtschaft holen kann.“ Mit dem Drogeriemarktpionier hatte sie da einen idealen Kandidaten an der Hand: Ein deutschlandweit bekannter Medienprofi und – obwohl er dort nicht mehr wohnt – trotzdem in der Region verhaftet.

„Es ist ein bisschen wie nach Hause kommen“, bekannte der 74-Jährige, der sich stets zu den Rossmann-Azubi-Tagen in der Firmenzentrale einfindet, um den Nachwuchs dort auf die Unternehmensphilosophie einzuschwören. Denn gleich beim Betreten des Saales war er alten Bekannten und ehemaligen Mitarbeitern in die Arme gelaufen. „Er ist Herr seiner Zeit“, sagte Kind, als sein Freund anhob zu referieren. Und klang dabei fast ein wenig neidisch: „Meine Termine macht meine Sekretärin, er behält sich das selber vor.“ Prominent sein, diese Erkenntnis blitzt dabei auf, ist nicht nur eitel Sonnenschein. Sondern auch viel harte Arbeit, die im Blitzlichtgewitter von allen Seiten kritisch beäugt wird.

Roßmann wirbt für den Klimaschutz

Wer angesichts des Themas „Der Unternehmer als Teil der Gesellschaft – Transparenz schafft Vertrauen“ eine wissenschaftliche Analyse oder einen Ratgeber aus Sicht des Firmenchefs erwartet hatte, dürfte überrascht gewesen sein. Denn Roßmann nahm sich auch hierbei die Freiheit, über das zu reden, was ihm ganz persönlich wichtig ist: soziales Engagement und Klimaschutz beispielsweise.

Dirk Roßmann wirbt in der Talkshow von Sandra Maischberger für den Klimaschutz. Quelle: WDR/Max Kohr

Roßmann ist erfahren genug, um zu wissen, wie er solche Themen in der Öffentlichkeit forcieren kann. Beispielsweise mit seinem Auftritt in der Fernsehshow von Sandra Maischberger, wo er Jonathan Safran Foers Buch „Wir sind das Klima! Wie wir unseren Planeten schon beim Frühstück retten können“ vorstellte und später 25.000 Exemplare verschenkte.

Verantwortung übernehmen und die Welt lebenswerter machen

„Ich wusste auch nicht, dass 91 Prozent der Brandrodungen im Amazonas-Gebiet erfolgen, damit dort Tiere gehalten werden können, die Fleisch produzieren“, sagte Roßmann. Das Buch schaffte es dann ganz vorn auf die Bestsellerliste des Spiegels. Hinschauen und selber Verantwortung übernehmen, das ist Roßmanns Devise. „Meine Mutter hat in den Fünfzigerjahren gesagt: ,Das Wichtigste ist Herzensbildung‘“. In Deutschland gehe es vielen Leuten gut. Angesichts dessen die Welt ein wenig lebens- und liebenswerter machen – das sei seine Vorstellung von Liberalität, sagte er mit Blick auf die anwesenden Politiker: „Es geht um Freundlichkeit und Menschlichkeit.“ Zur Freude der anwesenden Sozialdemokraten verwies er auf „Der Stechlin“ von Theodor Fontane: Die Hauptfigur habe, „obwohl konservativ, genau hingeguckt“.

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