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Isernhagen Fahrt unter Alkohol endet mit schwerem Unfall
Umland Isernhagen

Isernhagen: Fahrt unter Alkohol endet mit schwerem Unfall 

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17:51 12.06.2019
Von der Straße gedrängt: In diesem Kleinwagen wurden zwei Senioren schwer verletzt. Quelle: Archiv (Frank Walter)
Isernhagen N.B

Ein schwerer Unfall am zweiten Weihnachtsfeiertag 2018 in Isernhagen N.B. fand jetzt sein Nachspiel vor Gericht. Das Amtsgericht Burgwedel verurteilte den damals betrunkenen 44-jährigen Unfallfahrer wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung zu 50 Tagessätzen zu je 15 Euro.

Mercedes drängt Kleinwagen von der Straße

Für einen damals 83-jährigen Mann und seine vier Jahre jüngere Ehefrau hatte die Heimfahrt von ihrer Kirchengemeinde dramatisch geendet. Der Mercedes-Fahrer hatte ihren Kleinwagen bei einem Überholvorgang nahe dem Seefugium von der Fahrbahn gegen einen Baum gedrängt. Zuvor hatte der 44-Jährige beim Überholen bereits ein anderes Fahrzeug touchiert. Die schwer verletzten Senioren erlitten beim Aufprall am Baum unter anderem Rippenbrüche. Die Frau leidet noch heute unter den Folgen.

Unfallverursacher hatte viel Alkohol im Blut

Eine Alkoholkontrolle beim Unfallverursacher hatte einen Wert von 1,64 Promille ergeben – bereits ab 1,1 Promille gilt man als fahruntüchtig. Dennoch hatte der Hannoveraner den Strafbefehl über 50 Tagessätze samt Führerscheinsperre nicht akzeptiert und Einspruch eingelegt, weswegen der Fall nun verhandelt wurde.

Wie sich im Prozess herausstellte, war es für die Strafverteidigerin und ihren Mandanten entscheidend, dass der 44-Jährige nicht wie im Strafbefehl genannt wegen einer vorsätzlichen, sondern lediglich wegen einer fahrlässigen Straßenverkehrsgefährdung verurteilt werden würde. Aus handfesten Gründen: Im Falle von Vorsatz, so die Rechtsanwältin, werde die Haftpflichtversicherung ihres Mandanten von ihm zurückfordern, was sie nach dem Unfall an die anderen Beteiligten gezahlt hatte. Bei einem Schaden von mehreren Zehntausend Euro an den beiden Fahrzeugen drohe ihrem Mandanten – einem Berufskraftfahrer, dem sein Chef nach dem Unfall gekündigt habe – die Privatinsolvenz.

Verteidigerin begründet Blutwert mit Medikamenten

Angeblich hatte der Angeklagte vor dem Unfall nur ein Bier getrunken. Den Blutalkoholwert versuchte seine Verteidigerin mit unbekannten Medikamenten zu erklären, die ihm am Tag vor dem Unfall in einer Klinik verabreicht worden seien. Tatsächlich hatte die Polizei bei ihm am Unfallabend trotz des hohen Alkoholwertes überraschenderweise keinerlei Ausfallerscheinungen festgestellt.

Die Staatsanwältin wollte sich auf eine Fahrlässigkeit nicht einlassen, sie ging in ihrem Plädoyer weiter von Vorsatz aus. Für einen Wert von 1,64 Promille müsse man eine erhebliche Menge Alkohol getrunken haben. „Das hätte auch ein tödlicher Unfall werden können“, hielt sie dem Angeklagten vor.

Vor neuem Führerschein steht die MPU

Verurteilt wurde der Hannoveraner letztlich aber „nur“ wegen Fahrlässigkeit. Für einen Vorsatz, so Richter Michael Siebrecht, habe dieser die Straßenverkehrsgefährung zumindest billigend in Kauf nehmen müssen. Dadurch, dass der 44-Jährige aber trotz 1,64 Promille keinerlei Ausfallerscheinungen gehabt habe – „das spricht für einen Alkoholiker“ – habe er seine Fahruntüchtigkeit auch nicht zweifelsfrei erkennen oder mit ihr rechnen müssen.

Für die wirtschaftlichen Schäden des Unfalls wird der Mann somit wohl nicht aufkommen müssen. Zusätzlich zur Geldstrafe von 750 Euro kassierte er allerdings eine Sperre von neun Monaten zum Wiedererlangen seiner Fahrerlaubnis. Und vor einem neuen Führerschein wird der Mann seine Fahreignung in einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (kurz MPU, auch „Idiotentest“) nachweisen müssen.

Von Frank Walter

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