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Isernhagen Familienvater hortete Kinderpornos
Umland Isernhagen Familienvater hortete Kinderpornos
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11:15 12.11.2018
Der Isernhagener hatte sich mehr als 1800 kinderpornografische Dateien aus dem Internet auf sein Laptop geladen. Quelle: Symbolbild (dpa)
Isernhagen

Das Amtsgericht Burgwedel hat am Donnerstag einen Isernhagener wegen des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischer Bilder zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Fast 1800 Bilder hatte der Mann gespeichert, wie ihm die Ermittler der Polizei hatten nachweisen können.

Bräuchte es einen Beleg, dass Kinderpornografie keineswegs ein Delikt von Menschen am Rande der Gesellschaft ist, könnte der Mittfünfziger wohl als Paradebeispiel gelten: Er ist verheiratet, selbst zweifacher Familienvater, geht einer geregelten Arbeit nach und hat keinerlei Vorstrafen. „Vollständig sozialisiert“ sei er, so Amtsrichter Michael Siebrecht.

Im Prozess räumte der Angeklagte, dem die Situation sichtlich peinlich war, die Vorwürfe vollständig ein. Innerhalb eines halben Jahres hatte er insgesamt mindestens 1773 kinderpornografische Dateien aus einem Chat-Portal im Internet heruntergeladen – mit „teils heftigen“ Darstellungen von unter 14-Jährigen, wie Staatsanwalt und Richter mit Blick auf einige der Bilder unisono meinten.

Angefangen habe alles mit einem Privatchat mit einer Bekannten in jenem Internetportal, so der Angeklagte. Dann habe er sich durch öffentliche Chaträume geklickt und sei dabei auf die Bilder gestoßen. Die Erklärung, warum er diese dann heruntergeladen hatte, statt seinen Fund der Polizei zu melden, blieb der Isernhagener allerdings schuldig. Dass er in einem Fall eine Datei sogar verschickt hatte, bezeichnete der Mann als Versehen: „Ich habe einmal an der falschen Stelle doppelt geklickt .“

Als die Polizei bei einer Hausdurchsuchung schließlich Laptop und Festplatte beschlagnahmte, hatte der nun Angeklagte den Großteil der Dateien bereits wieder gelöscht. Zurück blieben jedoch deren Spuren, so dass die Ermittler die verbotenen Bilder rekonstruieren konnten. Auf derselben Festplatte hatte der Mann auch rund 10.000 Familienfotos gespeichert. Ob er diese Erinnerungen zurückerhält, bleibt abzuwarten: Die Polizei hatte die Festplatte als Tatmittel beschlagnahmt.

Der Staatsanwalt forderte in seinem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten auf Bewährung sowie die Teilnahme an einer Therapie. Nach einer solchen hatte sich der Angeklagte im Vorfeld des Prozesses auch schon erkundigt. Der Strafverteidiger hingegen bat, es bei einer Geldstrafe zu belassen. Es gebe Täter, die eine Geldstrafe nicht beeindrucke. „Aber mein Mandant gehört nicht dazu.“ Allein schon der Auftritt vor Gericht habe bei ihm Wirkung hinterlassen. Zudem habe sein Mandant fast alle verbotenen Bilder von sich aus wieder gelöscht.

Dem Antrag des Verteidigers folgte letztlich Amtsrichter Siebrecht und beließ es bei einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu je 50 Euro – der Isernhagener ist damit vorbestraft. In seiner Urteilsbegründung lenkte Siebrecht den Blick aber auch auf die Opfer kinderpornografischer Aufnahmen. Diese seien keineswegs nur abstrakte Bilder: „Die Kinder machen das nicht freiwillig. Und durch die Nachfrage schafft man neues Leid.“

Therapie unter Schweigepflicht

Nach einer Therapie erkundigt hatte sich der nun Verurteilte bei der Organisation „Kein Täter werden“, an der sich auch die Medizinischen Hochschule Hannover beteiligt. Das Projekt richtet sich an Menschen mit auf Kinder gerichteten sexuellen Fantasien, die befürchten, sexuelle Übergriffe zu begehen, und therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen möchten. Die Teilnehmer sind per Schweigepflicht geschützt.

Im Gegensatz zu bestehenden Therapieangeboten für bereits straffällig gewordene Personen entstand mit dem Projekt 2005 weltweit erstmals ein Angebot, welches sich speziell an Menschen richtet, die entweder noch gar nicht straffällig oder zumindest nach ihren Taten (noch) nicht der Justiz bekannt wurden. Darüber hinaus können aber auch Personen aufgenommen werden, die schon wegen entsprechender Taten angezeigt oder rechtskräftig verurteilt wurden. Ausgeschlossen ist allerdings eine Aufnahme vor Abschluss der polizeilichen und juristischen Maßnahmen – auch eventuell verhängte Bewährungszeiten müssen vollständig abgelaufen sein.

Weitere Informationen finden sich auf www.kein-taeter-werden.de.

Von Frank Walter

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