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Isernhagen Zu wenig Erzieher: Bei Erkältungswelle drohen Kita-Schließungen
Umland Isernhagen

Isernhagen: Gemeinde sieht Kita-Betreuung bei Erkältungswelle gefährdet

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16:52 11.11.2019
Was passiert, wenn die Erkältungswelle die Erzieher erfasst? Die Gemeinde hofft, dass keine Kita-Gruppen geschlossen werden müssen. Quelle: Daniel Junker (Archiv)
Isernhagen

Herbstzeit ist Erkältungszeit. Wenn das Personal in Kitas erkrankt, gefährdet dies die Betreuung von Kindern in den Einrichtungen – was die Eltern vor Probleme stellt. In der Tat rechnet die Gemeinde Isernhagen für die kalte Jahreszeit mit krankheitsbedingten Ausfällen beim Kita-Personal.

„Die Vergangenheit hat gezeigt: Wenn es eine Krankheitswelle gibt und zu viele Mitarbeiter in den Kitas erkranken, kann es einen Punkt geben, an dem wir aus rechtlichen und versicherungstechnischen Gründen nicht an der Zusammenlegung oder Schließung von Gruppen vorbeikommen“, sagt Silvia Voltmer, Leiterin des Amtes für Jugend, Bildung und Sport. Mit verschiedenen Mitteln versucht die Gemeinde jedoch, dem vorzubeugen. „Wir haben Vertretungskräfte und arbeiten auch mit Zeitarbeitsfirmen zusammen.“ Regelmäßig veröffentlicht die Gemeinde zudem Stellenanzeigen. Doch Bewerber sind rar.

Aktuell sucht die Gemeinde jeweils zwei Erzieher für die Kita in H.B. und die Kita in Neuwarmbüchen. Für die Kita in N.B. sucht die Gemeinde auf ihrer Website sogar fünf Kräfte – darunter zwei Vollzeitkräfte für den Krippenbereich, eine Vollzeitkraft als Springer sowie einen Teilzeit-Mitarbeiter für den Hort.

Engpässe in der Kita Isernhagen H.B.

Besonders stark betroffen von krankheitsbedingten Ausfällen war in den vergangenen Jahren die Kita in H.B., in der knapp 200 Kinder betreut werden. Sowohl im Kindergarten als auch in der Krippe seien deshalb schon mehrere Tage lang Gruppen geschlossen gewesen, berichtet die Elternbeiratsvorsitzende Wiebke Mund. „Ich fand die Schließung in der Krippe allerdings auch nachvollziehbar, da damals alle Stamm-Erzieher fehlten. Die einjährigen Kinder kann man schließlich nicht völlig fremden Erziehern überlassen.“

Die betroffenen Eltern hingegen waren empört. „Das war eine Zumutung“, meint ein Elternteil. „Schließlich mussten wir uns kurzfristig unbezahlten Urlaub nehmen, um das Kind zu Hause zu betreuen oder eine Tagesmutter oder einen Babysitter buchen, was ja auch Geld kostet.“ Die Option, ein kleines Kind mit zur Arbeit zu nehmen, hätten die meisten Eltern nicht.

Nicht alle Stellen können zeitnah besetzt werden

Die Elternschaft hatte deshalb im September das H.B.er Ortsratsmitglied Felix Schünemann (Grüne) angesprochen. Auf seine Anfrage, was die Gemeinde unternehme, um die Personalsituation in der Kita H.B. zu verbessern, hieß es: „Es können nicht alle offenen Stellen zeitnah besetzt werden. Es wird umgehend neu ausgeschrieben.“ Da, wo es sinnvoll sei, ziehe die Gemeinde den Einsatz von Sozialassistenten in Erwägung.

Sozialassistenten dürfen Kinder nicht allein betreuen

Die aktuelle Anzahl an Erziehern und Sozialassistenten in H.B. sei allerdings ausreichend, um alle Gruppen aufrechtzuerhalten – auch wenn Erzieher erkrankten, beteuert die Gemeinde in ihrer Antwort an Schünemann. Eine Erzieherin und eine Sozialassistentin reichten aus, um eine Kindergartengruppe mit bis zu 25 Kindern zu betreuen. Das Problem: Sobald eine Erzieherin erkrankt, könne die Gruppe nicht stattfinden, da eine Sozialassistentin keine Kinder allein betreuen dürfe.

Gemeinde spricht mit Eltern der Kita Isernhagen H.B.

In einem Gespräch mit der Elternschaft der Kita H.B. hatten Gemeindevertreter Ende Oktober die Probleme thematisiert. „Das Gespräch lief sehr konstruktiv“, lobte Mund. „Die Gemeinde geht offen und transparent mit dem Problem um und tut alles, damit es zu keiner Versorgungslücke kommt.“ Nach Möglichkeit sollen Eltern künftig frühzeitig gewarnt werden, falls sich Krankheitsfälle beim Personal häufen. In der Konsequenz könnte die Kita Eltern, denen es möglich ist, bitten, ihre Kinder freiwillig zu Hause zu betreuen.

Angesichts des Erziehermangels versucht die Gemeinde mittlerweile, Sozialassistenten zu beschäftigen, die berufsbegleitend die Ausbildung zum Erzieher absolvieren und sich dafür längerfristig an die Gemeinde als Arbeitgeberin binden.

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