Isernhagen: Grundschüler aus Altwarmbüchen backen für Obdachlose
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Isernhagen Grundschüler aus Altwarmbüchen backen für Obdachlose
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Isernhagen: Grundschüler aus Altwarmbüchen backen für Obdachlose

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15:21 29.11.2019
Sozialarbeiterin Ramona Pold nimmt die Kekse für die Obdachlosen von den Schülern der Grundschule Altwarmbüchen entgegen. Quelle: Sandra Köhler
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Altwarmbüchen

Die Grundschule Altwarmbüchen hat sich in den vergangenen Tagen in eine Weihnachtsbäckerei verwandelt. Doch nicht nur für gemütliche Momente im Klassenverband kneteten die rund 350 Schüler fleißig Teig und stachen Plätzchen aus, sondern auch für diejenigen Menschen, denen es gerade in der Weihnachtszeit besonders schlecht geht: für Obdachlose. Ramona Pold, Sozialarbeiterin bei der Caritas Hannover, nahm die liebevoll verzierten Kekse für ihre Klienten im Tagestreffpunkt am Leibnizufer in Hannover nur allzu gern entgegen.

Kekse als Zeichen der Menschlichkeit

Die Idee, auf diese Art Weihnachtsfreude zu verschenken, habe die Lehrerin Julia Olbrich gehabt, sagte Schulleiter Christian Helmert. Ihre Anregung habe er gern aufgenommen. „Schule soll auch ein Ort für soziales Lernen sein. Und genau das ist das hier – und für die Kinder dazu ein großes Ereignis.“ Carolin und Matthis, die Sprecher der vierten Klasse, die die Kekse an die Sozialarbeiterin überreichten, fanden die Backaktion jedenfalls „total super“. Pold war sichtlich gerührt. „Diese Kekse sind genau das, was Weihnachten aus meiner Sicht wirklich ausmacht. Sie sind mit Liebe gemacht und werden geteilt.“

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Kekse, so erläuterte die Sozialarbeiterin, bedeuteten für die Obdachlosen weit mehr als gerade im Winter dringend benötigte Kalorien, sagt Pold. „Es macht einen Unterschied, ob sie gekauft oder selbst gebacken sind. Eben weil sie dann etwas ganz Besonderes sind. Das sieht man schon, wenn man die Dose öffnet.“ Es sei ein Zeichen der Menschlichkeit und Zuwendung, die diese Menschen nur selten erlebten. Im Winter gehe es für die Obdachlosen buchstäblich ums Überleben. „Wir überlegen in diesen Tagen vielleicht: Ziehe ich noch die Übergangsjacke an oder schon die Winterjacke? Doch für die auf der Straße ist das eine andere Nummer. Da sind fünf Grad plus bei Feuchtigkeit viel unangenehmer als fünf Grad minus bei trockener Kälte.“

Die Kälte sorgt für Lebensgefahr

Deshalb passen Pold und die rund 20 Ehrenamtlichen die Öffnungszeiten des Tagestreffpunkts auch den Witterungsverhältnissen an, damit die Obdachlosen einen möglichst großen Teil des Tages im Warmen verbringen können. „Normalerweise haben wir 25 Stunden in der Woche geöffnet. Wenn es kälter wird, verlängern wir die Öffnungszeiten auf 50 Stunden, nämlich von 7 bis 17 Uhr.“ Und wenn es ganz schlimm wird, dann bleibt die Einrichtung wie im vergangenen Jahr auch schon einmal zwei Wochen lang rund um die Uhr offen. Zusätzlich beteiligt sich die Caritas am sogenannten Kältebus, verteilt warmes Essen, Kleidung und Schlafsäcke.

Letztere werden von der Caritas als Spenden gern angenommen. Denn sie werden auf der Straße schnell feucht, müssen dann gewaschen und getrocknet werden. „Ich bin immer wieder sprachlos, wenn Leute zu den Obdachlosen sagen: ,Ihr müsst doch gar nicht draußen sein. Geht doch in eine Unterkunft‘“, sagt Pold, erschüttert über so viel Gefühls- und Gedankenlosigkeit.

Das Gegenteil erfahren die Obdachlosen, wenn sie die Kekse aus Isernhagen erhalten. Denn die bunten und reich verzierten Leckereien wurden von den Schülern mit viel Liebe gebacken.

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Von Sandra Köhler

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