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Isernhagen Gut 90 Unternehmer informieren sich über Datensicherheit
Umland Isernhagen Gut 90 Unternehmer informieren sich über Datensicherheit
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13:10 07.03.2019
Markus Böger (rechts) vom Verfassungsschutz spricht mit Moderator Olaf Krause über Datensicherheit in Unternehmen. Quelle: Antje Bismark
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Isernhagen N.B

Ein USB-Stick für den Dienstrechner? Unverschlüsselte Mails? Kein Backup für die Firmendaten? Gleich mehrere Sicherheitslücken zählte Markus Böger von der Abteilung Wirtschaftsschutz, angesiedelt beim Verfassungsschutz, am Donnerstagmorgen beim Businessfrühstück des Wirtschaftsklubs im Seehaus auf – und sorgte für lebhafte Diskussionen unter den gut 90 Unternehmern aus der nördlichen Region Hannover.

Zu ihnen gehörte auch die Isernhagenerin Marena Heuer, Chefin der gleichnamigen Hausausbau-Firma in Langenhagen. „Das Thema beschäftigt uns schon seit Langem“, sagte sie und fügte hinzu, dass sie zum einen beim Neujahrsempfang der Gemeinde Isernhagen bereits Kontakt zu Harald Bunte, einem Kollegen von Referent Böger, aufgenommen hatte. „Er hat sich bei uns im Haus auch umgeschaut wegen möglicher Schwachstellen“, sagte sie. Zum anderen arbeite in ihrer Firma ein hochqualifizierter ITler, der sich ständig fortbilde und zudem dafür sorge, dass auch die anderen Beschäftigten jederzeit den Datenschutz im Blick behalten. Denn: „Daten bedeuten das Herz eines Unternehmens, an ihnen hängen unter anderem die Terminvergabe, die Telefonanlage, die Kundenkontakte oder auch die Tourenoptimierungen.“

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Verfassungsschützer hinterfragt Sicherheitsaspekte

Sensibel zu bleiben für das Thema – darin sieht Heuer ebenso wie Böger eine große Verantwortung der Unternehmer. „Wir haben beispielsweise von Anfang an den Zugang der Rechner für USB-Sticks gesperrt und verwenden immer die aktuellen Firewalls und Anti-Viren-Softwares“, nannte sie zwei Beispiele. Auch der Schutz des Servers und der firmeninternen Systeme stehe auf der IT-Agenda ganz oben. Gleichwohl gebe es immer noch Optimierungsmöglichkeiten, und deshalb kann sich Heuer durchaus den zweiten Besuch eines Verfassungsschützers im Unternehmen vorstellen.

„Wir sagen den Firmenchefs die Wahrheit, ob es denen gefällt oder nicht“, sagte Böger mit Blick darauf, dass solch kritische Stimmen in Betrieben eher selten sind: „Mitarbeiter, die auf der Gehaltsliste stehen, schweigen eher als Kritik zu äußern.“ Dabei müsste die IT samt aller Daten kontinuierlich unter dem Sicherheitsaspekt hinterfragt werden – unabhängig von den Produkten eines Unternehmens. Mitunter helfe ein Blick von außen, um Lücken zu offenbaren. Böger berichtete von einem mittelständischen Unternehmen mit einem verärgerten IT-Chef, der vor seiner Kündigung alle Daten so verschlüsselte, dass niemand sie mehr nutzen konnte. „Beugen sie vor“, gab er den Unternehmern mit auf den Weg.

Den Morgen rund um Sicherheit rundeten die Wirtschaftsermittlerin Sylvia Recha ab, die von Recherchen über diebische Mitarbeiter oder jene, die sich ohne Krankheit krank melden, berichtete. Spielerisch vermittelte Jürgen Recha von Datarev wichtige Fragen rund um den Datenschutz im Internet.

Von Antje Bismark