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Isernhagen Altwarmbüchener See: Gemeinde Isernhagen warnt vor Blaualgen
Umland Isernhagen

Isernhagen Hannover-Lahe: Warnung vor Blaualgen im Altwarmbüchener See

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16:24 01.01.2020
Am Steg des WSV Altwarmbüchen sind die grünen Schlieren im Wasser nicht zu übersehen. Quelle: Frank Walter
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Altwarmbüchen

Mitten im Winter erscheint diese Nachricht aus der Zeit gefallen – und könnte doch in einigen Monaten viele Menschen beschäftigen: Nach Überzeugung der Gemeinde Isernhagen drohen am Altwarmbüchener See im Sommer 2020 Badeverbote. Der Grund dafür ist eine Gewässerverunreinigung, vor der auch jetzt schon auf Schildern gewarnt wird.

Wasserproben weisen Blaualgen nach

Aus der Entfernung erscheint das beliebte Badegewässer an der Grenze zur Landeshauptstadt Hannover idyllisch wie eh und je. Wer jedoch näher an den Altwarmbüchener See herantritt, sieht überall grünliche Schlieren auf der Wasseroberfläche schwimmen.

Wegen dieser starken Grünfärbung hatte die Gemeinde Isernhagen bereits Mitte November veranlasst, dass der Fachbereich Gesundheit der Region Hannover Wasserproben entnimmt. Der mikroskopische Untersuchungsbefund der stark getrübten Probe zeigte dann ein massenhaftes Vorkommen des toxischen Cyanobakteriums mit Namen Woronichinia naegeliana auf – zu deutsch „Gemeine Schwebekugel“.

Bakterien produzieren starke Gifte

Eine Massenentwicklung von Cyanobakterien, besser bekannt als Blaualgen, kann die Gewässernutzung deutlich einschränken. Meist treffen die dann folgenden Warnhinweise der Behörden allerdings die Sommermonate. Hoher Phosphat- und Stickstoffgehalt im Wasser, verursacht beispielsweise durch Ausscheidungen von Tieren, kann besonders in Verbindung mit höheren Wassertemperaturen die Entwicklung der Bakterien begünstigen.

Diese Bakterien produzieren eine Vielzahl von Giften. Einige der Toxine gehören zu den stärksten natürlichen Giften und können auch für Menschen gesundheitsgefährdend sein. So können bei Badenden etwa allergische Hautreaktionen und auch Entzündungen entstehen. Schluckt man cyanobakterienhaltiges Wasser, kann es zudem zu Magen- und Darminfektionen kommen.

Gemeinde stellt Warnschilder auf

Immer wieder werden auch Fälle bekannt, bei denen Hunde nach dem Trinken aus mit Blaualgen belasteten Gewässern gestorben sind. Um ihrer Sicherungspflicht nachzukommen, hat die Gemeinde Isernhagen an ihrem Teil des Sees deshalb Warnschilder aufgestellt.

Die Empfehlung der Fachleute aufgrund der Algenproblematik lautet nun, in der Zeit von April bis Oktober eine limnologische Untersuchung vornehmen zu lassen. Die Limnologie ist die Wissenschaft, die sich mit dem Stoffhaushalt von Binnengewässern befasst. Die Untersuchung beinhaltet eine Darstellung der Entwicklung des Gewässers vom Frühjahr bis zum Herbst sowie Vorschläge für Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustandes des Altwarmbüchener Sees.

Gemeinde erwartet sommerliche Badeverbote

Die Kosten für diese Untersuchung belaufen sich laut der Gemeinde Isernhagen, die bereits Angebote von Fachlaboren eingeholt hat, auf knapp 10.000 Euro. Nach Informationen aus dem Rathaus liegt dort eine telefonische Zusage der Stadt Hannover vor, einen Teil dieser Kosten zu übernehmen. Der See liegt zum Teil auf Isernhagener und zum anderen auf hannoverschem Gebiet.

Laut der Gemeinde Isernhagen sollte die Wasseruntersuchung schnellstmöglich veranlasst werden – „da absehbar ist, dass es 2020 zu Badeverboten im Altwarmbüchener See kommen wird und der öffentliche Druck steigen wird, Gegenmaßnahmen zu ergreifen“, wie es in einer Mitteilung an die Ratspolitiker heißt. Ganz soweit will die Region Hannover nicht gehen. Nach Auskunft von Regionssprecherin Sonja Wendt sei aktuell noch völlig unklar, ob das Blaualgen-Problem auch zum Start der Badesaison am 15. Mai noch bestehen wird.

Gemeinde warnt: Kontakt mit dem Wasser vermeiden

Auf Zetteln am Ufer warnt die Gemeinde Isernhagen vor direktem Kontakt mit dem Wasser des Altwarmbüchener Sees. Auch sollte man seinen Hund nicht davon trinken lassen. Falls nach dem Wasserkontakt Beschwerden wie Erbrechen, Durchfall, Atemnot oder Hautreizungen auftreten, sollte man einen Arzt aufsuchen. Außerdem sollte man dann den Fachbereich Gesundheit der Region Hannover, Telefon (0511) 616-0, informieren.

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