Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Isernhagen Kita-Kinder aus St. Marien verabschieden Südafrikanerin Gee
Umland Isernhagen Kita-Kinder aus St. Marien verabschieden Südafrikanerin Gee
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 18.02.2019
Letzte gemeinsame Momente: Goitseone Segwati sind die Kinder der Kita St. Marien sehr ans Herz gewachsen. Quelle: Sandra Köhler
Anzeige
Isernhagen K.B

Beim Abschied flossen viele Tränen: Für Goitseone Segwati aus dem Kirchenkreis Odi in Südafrika ist die Zeit in Deutschland nun zu Ende. Ein Jahr lang war die 26-Jährige im Rahmen eines Austauschprojektes zwischen Odi und dem Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen zu Gast in Isernhagen und arbeitete dort in der evangelischen Kindertagesstätte St. Marien kräftig mit. Am Freitagmorgen wurde die mit Spitznamen „Gee“ genannte junge Frau mit einem sehr persönlichen und herzlichen Gottesdienst verabschiedet.

Schon beim ersten Lied fließen Tränen

Eine Geburtstagskrone mit ihrem Namen bekommt Goitseone Segwati angepasst, bevor diese mit guten Wünschen im Koffer verschwindet. Quelle: Sandra Köhler

Bereits beim ersten Lied in der von Diakonin Anika Schneider, Pastorin Susanne Jürgens sowie den Kindern und Mitarbeitern des Kindergartens gestalteten Andacht konnte Gee ihre Tränen nicht zurückhalten. „Du kamst in unsere Kita, das ist ein Jahr her. Dein Name klang so seltsam, die Aussprache war schwer. ... German war auch schwierig, heut sprichst du’s aber krass“, erklang es aus vielen Kehlen zur Melodie des Geburtstagsliedes „Wie schön das geboren bist“. Dann gab es viele gute Wünsche und Geschenke: Etwa eine Tasse, CDs, ein Liederbuch, Bilder, Schokolade – und auch ein Kissen mit einem Jahreszeitenbaum. „Damit du den Herbst nicht vergisst“, neckte Erzieherin Anja Morgan die in ihrer Heimat sonnenverwöhnte Südafrikanerin. Die hatte nämlich den Herbst ob der für sie ungewohnten Temperaturen kurzerhand zum Winter erklärt.

Anzeige

Gee: „Die Kinder haben mir beim Lernen sehr geholfen“

Vor dem Auszug von Goitseone Segwati verteilen die Erzieherinnen Taschentücher zum Winken an die Kinder. Quelle: Sandra Köhler

„Ich bin froh, dass ich meine Familie bald wiedersehe, aber auch traurig, dass ich wegfahren muss“, sagte die junge Frau, die im März 2018 ohne ein Wort Deutsch zu sprechen, nach Isernhagen gekommen war. „Die Kinder haben mir beim Lernen sehr geholfen“, erzählt sie jetzt ohne Probleme auf Deutsch. Weil ihr die Arbeit mit ihnen soviel Freude machte, wolle sie auch in Südafrika weiter etwas mit Kindern machen. „Das muss nicht unbedingt beruflich sein, vielleicht mache ich das auch in der Kirchengemeinde.“ Positiv habe sie empfunden, wie Erwachsene in Deutschland mit Kindern umgehen: „Hier redet man mit ihnen wie mit großen Leuten. In Südafrika ist das anders“, sagt die 26-Jährige, die vor ihrem Auslandsjahr Psychologie studierte und auch dabei bereits mit Kindern gearbeitet hatte.

Kirchenkreis bedankt sich für die große Unterstützung

„Sie wird überall fehlen und hat uns ganz toll unterstützt“, sagte Kita-Leiterin Yvonne Dorsch: „Mit ihrer offenen Art hatte sie sofort Zugang zu allen.“ Für das Kita-Team war es bereits die zweite Unterstützung aus dem Partnerkirchenkreis aus Südafrika. Vor drei Jahren war es ein junger Mann gewesen, der für ein Jahr nach K.B. kam. Auch Dörte Behn-Hartwig, Vorsitzende des Partnerschaftsausschusses im Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen und Superintendent Holger Grünjes ließen es sich nicht nehmen, Gee Danke zu sagen.

Von Sandra Köhler