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Isernhagen 335 neue Wohneinheiten für Kirchhorst: Region signalisiert grünes Licht
Umland Isernhagen

Isernhagen: Kirchhorst: Freiraumsicherung soll weichen - für 335 neue Wohnungen

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17:45 22.11.2019
An dieser Stelle gegenüber der Einmündung der Kreisstraße aus Richtung Neuwarmbüchen soll die Ortschaft Kirchhorst wachsen dürfen - um 335 Wohneinheiten. Quelle: Frank Walter
Kirchhorst

Rund dreimal so groß wie Isernhagens aktuell größtes Neubaugebiet Wietzeaue II in Altwarmbüchen soll ein Neubaugebiet in Kirchhorst werden. Ersten groben Plänen nach sollen südlich der Steller Straße 335 Wohneinheiten entstehen – in welchem Zeitrahmen, das ist aber noch offen.

Die Grundvoraussetzung dafür ist jetzt geschaffen: Der Ausschuss für Regionalplanung der Region Hannover hat sich am Donnerstag mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, die Grenzen der Freiraumsicherung nach dem regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) an dieser Stelle zurückzunehmen. Ein entsprechender Beschluss des Regionsausschusses am 10. Dezember gilt damit als sicher. Damit gewinnt die Gemeinde Isernhagen die Planungshoheit zurück.

Bürger hatten gegen Lückenschluss protestiert

Gegen die Pläne für den Lückenschluss zwischen dem Wohngebiet rund um die Straße Questwiesen und dem Grundstück der Feuerwehr Kirchhorst hatte es in der Vergangenheit vehemente Proteste gegeben. Manche Anlieger fürchten um ihren Blick in die freie Landschaft, andere Isernhagener lehnen das Projekt wegen grundsätzlicher Bedenken gegen die fortschreitende Versiegelung von Freiflächen ab. Bei einer Onlinepetition hatten die Gegner mehr als 500 Unterschriften gesammelt und Ende 2018 an die Regionsverwaltung übergeben.

So langwierig die Vorgeschichte auch war, so schnell ging nun die Abstimmung über die Bühne. Lediglich die beiden Vertreter der Grünen stimmten im Fachausschuss der Region gegen die Vorlage, mit der die Regionsverwaltung ihnen die „Zurücknahme des Vorranggebietes Freiraumfunktionen“ empfahl. Das entsprechende Verfahren zur Änderung des RROP soll eingeleitet werden, sobald auch der Regionsausschuss zugestimmt hat.

Neue Mitte bietet Platz für 335 Wohneinheiten

Um welche Größenordnung es bei der Neuen Mitte geht, deutet eine schematische Darstellung an. Diese hatte die Region bei der Gemeinde nachgefordert, die bloße Absichtserklärung zur Siedlungsentwicklung war der Behörde in Hannover zu vage gewesen.

Ziel der Wohnbauentwicklung ist es demnach, verschiedene Wohnformen und -konzepte sowie preisgünstiges Wohnen zu realisieren. Genannt ist eine Zahl von 200 Wohnungen in 30 Mehrfamilienhäusern im nördlichen Bereich – mit bis zu drei Voll- und einem Staffelgeschoss. Südlich in Richtung Autobahn 37 sollen sich 85 Wohneinheiten in Doppel- und Reihenhäusern sowie 50 Einfamilienhäuser anschließen – insgesamt also etwa 335 Wohneinheiten auf 12 Hektar Bauland. Geplant ist die Entwicklung als kommunales Bauland. Hinzu kommt direkt an der Steller Straße ein Areal als Gemeindebedarfsfläche. Ein Investor will dort seit längerem ein Dorfgemeinschaftshaus samt Gastronomie errichten.

Reaktionen fallen unterschiedlich aus

„Es geht voran!“, kommentierte Isernhagens Bürgermeister Arpad Bogya das positive Votum des Ausschusses für Regionalplanung. Gleichzeitig verwies er darauf, dass der weitere Weg zu neuen Baugrundstücken in Kirchhorst noch lang sein werde. Die Pläne für die Neue Mitte müssten in die Planungen im gesamten Gemeindegebiet eingepasst werden, „und da diktiert die Infrastruktur das Tempo“.

Tatsächlich hatte die Gemeinde zuletzt beim Baugebiet Wietzeaue II in Altwarmbüchen schon auf die Bremse getreten, da ein neues Baugebiet auch immer junge Familien anlockt – und aktuell in Isernhagen nach wie vor Kita-Plätze fehlen.

Enttäuscht äußerte sich Eike Brand, einer der Betreiber der Onlinepetition gegen das neue Bauland, über die Empfehlung der Regionspolitiker. Es sei bedauerlich, „dass der Flächenfraß in Kirchhorst weitergeht“, sagte er. Ortsbürgermeister Herbert Löffler sieht das hingegen anders: „Ich bin sehr froh, dass diese Entscheidung da ist.“ Nun müsse es darum gehen, die Gemeindebedarfsfläche samt neuem Dorfgemeinschaftshaus zügig zu entwickeln, und auch der Bedarf an barrierefreiem und bezahlbarem Wohnraum sei da. Die Öffentlichkeit werde die Möglichkeit haben, sich im Verfahren zur RROP-Änderung zu beteiligen. „Und ich wünsche mir, dass das konstruktiv läuft.“

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Von Frank Walter

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