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Isernhagen Mentor-Projekt: Gemeinde will mehr Frauen in die Politik holen
Umland Isernhagen

Isernhagen: Mentor-Projekt: Gemeinde will mehr Frauen in die Politik holen

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00:21 10.05.2019
Helmut Lübeck (links), Irene Sassenburg-Fröhlich und Hans-Edgar Ojemann hoffen auf viele Teilnehmer beim Mentoren-Programm. Quelle: Stephan Hartung
Isernhagen

Die Verteilung auf die Geschlechter passt nicht, das machen die Zahlen deutlich: Nur 28 Prozent der Abgeordneten im Landtag in Hannover sind Frauen, auf kommunaler Ebene in Niedersachsen sind es mit durchschnittlich 24 Prozent noch weniger. In Isernhagen mit seinem Rat und seinen Ortsräten liegt dieser Wert sogar nur bei 22,85 Prozent. Die Gemeinde will da gegensteuern und beteiligt sich deshalb an dem Projekt „Frau. Macht. Demokratie.“ des Niedersächsischen Sozialministeriums.

„Frauen müssen mehr Lust und Mut haben, sich in der Kommunalpolitik einzubringen“, sagt Irene Sassenburg-Fröhlich, die frisch ins Amt gewählte Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde. Das Mentoring-Programm soll interessierten Frauen einen leichten Einstieg in die Kommunalpolitik ermöglichen. Schon vor fünf Jahren hatte Isernhagen daran teilgenommen und vier Frauen in das Programm holen können. „Es ist unser Ziel, diesmal auf fünf zu kommen,“ sagt Sassenburg-Fröhlich.

Erfahrene Politiker stehen Frauen zur Seite

Dabei bieten auch die beiden Fraktionsvorsitzenden Helmut Lübeck (CDU) und Hans-Edgar Ojemann (SPD) ihre Erfahrungen als politische Mandatsträger an. Ihnen und anderen Isernhagener Politikern sollen sogenannter Mentee zur Seite gestellt werden. Die Mentees – Frauen, die zum Zeitpunkt der Kommunalwahl im Herbst 2021 mindestens 18 Jahre alt sind, gern auch mit Migrationshintergrund – lernen ab August 2019 ein Jahr lang durch Gespräche und die Teilnahme an politischen Sitzungen die Arbeit der Mandatsträger kennen. So erhalten sie das Rüstzeug, um vielleicht selbst für die ein oder andere Partei bei der Kommunalwahl 2021 zu anzutreten, wie es ein ehemaliger Mentee im Herbst 2016 getan hatte.

Frauen sollen sich mit der Kommunalpolitik befassen

„Das ist aber nicht zwingend notwendig. Es ist schon ein Erfolg, wenn sich die Mentees durch das Programm mit Kommunalpolitik befasst haben und vielleicht später mal beispielsweise in einem Ortsrat engagieren“, sagt Ojemann. Lübeck sieht es ähnlich: „Es ist wichtig, dass wir Frauen in die Politik bekommen. Sie gehen ganz anders an Politik ran, das sehe ich bei unseren Fraktionssitzungen.“

Der Wunsch beider Fraktionsvorsitzenden ist es vor allem, junge Frauen in die Politik zu holen, die sich bei Themen einbringen wie Kindergärten und Ganztagsschule – „also Themen, über die wir älteren Abgeordneten gar nicht reden können“, sagt Lübeck. Gerade für Mütter kleiner Kinder seien Uhrzeit und Dauer der politischen Sitzungen jedoch nicht familienfreundlich.

Anmeldungen sind bis 15. Mai möglich

Irene Sassenburg-Fröhlich hofft, dass außer CDU und SPD auch die anderen Ratsfraktionen beim Mentoring-Programm mitmachen werden – die Anfrage sei allerdings sehr kurzfristig gewesen. Heiko Weichert (Bürgerstimme) hat schon seine Bereitschaft signalisiert. Kurzfristig ist auch die Anmeldefrist für Interessenten, die am Mittwoch, 15. Mai, endet. Interessierte können sich per E-Mail an gleichstellungsbeauftragte@isernhagen.de oder per Telefon unter (0511) 6153-1008 anmelden.

Von Stephan Hartung

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