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Isernhagen Motorrad-Sternfahrt: 120 Biker zelten beim TSV in H.B.
Umland Isernhagen

Isernhagen: Motorrad-Sternfahrt: Biker campieren beim TSV

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17:16 23.08.2019
Die Teilnehmer der Südwest-Route erreichen das Sportplatzgelände. Quelle: Frank Walter
Isernhagen H.B

Ein kräftiges Hallo, eine kurze Umarmung – man kennt sich, man fährt ja oft zusammen. Chromblitzende Motorräder und Lederkutten dominieren das Bild auf dem Gelände des TSV Isernhagen am Donnerstagabend. Wo sonst Männer und Jungen in kurzen Hosen und Stollenschuhen gegen Fußbälle treten, stehen am Donnerstagabend Dutzende Zelte. Die Biker-Union, bundesweite Interessenvertretung der Motorradfahrer, macht bei ihrer Sternfahrt nach Berlin Station in den Altdörfern.

Nachtlager am Fußballplatz: Die Biker-Union hat bei ihrer Motorrad-Sternfahrt nach Berlin Station beim TSV Isernhagen gemacht.

Motorengeblubber kündigt die Biker an

Mit 120 Maschinen fahren die Biker vor. Schon von Weitem kündigt ein lautes Geblubber der schweren Maschinen die beiden Züge an, die sich in Isernhagen vereinen. So wild, wie die Geräuschkulisse es suggeriert, geht es aber nicht zu: Ganz gesittet in zwei Reihen nebeneinander rollen die Biker heran, vorneweg fährt die Polizeieskorte, Warnwesten weisen einige der Teilnehmer der Sternfahrt als Ordner aus. Die mehrtägige Fahrt ist als Demonstrationszug angemeldet, da muss man viele Regeln beachten.

Auf dem Platz sind die warmen Kutten dann schnell abgestreift und die Zelte aufgebaut. Manch einer verdrückt sich verschwitzt von der Fahrt erst mal unter die Dusche, andere lassen sich lieber gleich eine Bratwurst oder ein Steak schmecken. Die Wertmarken dafür sind schnell zur Hand, die Logistik ist perfekt. Dicht umlagert ist vor allem der Getränkestand.

Ein Hauch von Freiheit

„Wir sind hier die Schirmherren“, sagt Manfred „Pille“ Pilgrim vom Isernhagen-Chapter des Motorrad-Clubs The Rats mit einem breiten Grinsen und zapft die nächsten Biere. Die Rats hatten die besondere Einkehr beim TSV Isernhagen vermittelt – zum bereits dritten Mal. Wie bei den meisten auf dem Platz ist Pilles Haar schon grau, jung geblieben ist er aber allemal. Er sei Rocker geworden, „um am Wochenende Freiheit zu schnuppern“, erzählt der Langenhagener und nimmt einen kräftigen Schluck Whisky-Cola. Etliche zehntausend Euro kostet sein Trike auf Basis einer Honda Goldwing, „das ist ja eher nix für Jüngere“.

„Es ist nicht leicht, Jüngere in die Organisation zu bekommen“, bestätigt der Biker-Union-Vorsitzende Rolf „Hilton“ Frieling aus Frankfurt. Aber das gehe Vereinen aus anderen Bereichen heutzutage ja nicht anders. Rund 3800 Mitglieder hat die bundesweite Interessenvertretung der Motorradfahrer, was bei rund sechs Millionen motorisierter Zweiräder in Deutschland keine besonders eindrucksvolle Quote ist. Frieling spricht ganz offen von einem „krassen Missverhältnis“. Aber er ist auch stolz, dass man dennoch mit eigenen Forderungen recht erfolgreich sei.

Biker demonstrieren für ihre Interessen

Ihre Forderungen wollen die Motorradfahrer bei ihrer Sternfahrt aus verschiedenen Teilen Deutschlands bis zur Abschlusskundgebung am Sonnabend am Brandenburger Tor tragen. Worum es ihnen geht, haben manche der Biker gleich im DIN A4-Format auf dem Windschild oder den Seitenkoffern befestigt. Sie protestieren beispielsweise gegen Durchfahrtsverbote nur für motorisierte Zweiräder und gegen Flickschusterei auf öffentlichen Straßen. „Vor zehn Jahren bin ich an einer solchen Stelle selbst mal gestürzt, in einer Kurve auf der Autobahnauffahrt“, erinnert sich Martin Hofer aus der Nähe von Stuttgart. „Bitumen bringen uns um!“, lautet die Botschaft auf dem Windschild seiner Maschine. Rolf Frieling ärgern vor allem Leitplanken ohne Unterfahrschutz. „Das kann für Biker tödlich enden.“

Doch zuviel mit der Politik wollen sich die Biker dann doch nicht befassen. Im Mittelpunkt steht das Gemeinschaftserlebnis, die Fahrt im großen Konvoi. Am Freitag um 10 Uhr geht es wieder auf die Piste – brav in Zweierreihen, die Polizei vorneweg, immer in Richtung Berlin. „Unterwegs kommen noch die Münchener hinzu. Dann sind wir wohl 200 bis 250 Bikes“, rechnet Frieling vor. Bis zur Abschlusskundgebung der 13. Sternfahrt am Sonnabend soll der Tross dank vieler Berliner Zweiradfahrer sogar auf 800 bis 1000 Maschinen anwachsen.

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