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Isernhagen Nabu schafft neuen Lebensraum für Amphibien
Umland Isernhagen Nabu schafft neuen Lebensraum für Amphibien
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00:17 26.01.2019
Anne Walter, stellvertretende Vorsitzende des Nabu Burgwedel und Isernhagen, steht am neuen Teich der Naturschützer. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
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Altwarmbüchen/Isernhagen K.B

 Weil der Naturschutzbund Burgwedel und Isernhagen (Nabu) heimischen Amphibien ein neues Zuhause bieten will, haben die Naturschützer einen neuen Teich in der K.B.er Feldmark ausbaggern lassen. Welche Tierarten sich im Endeffekt ab dem Frühjahr in dem neuen Gewässer tummeln werden, das weiß der Nabu noch nicht. Aktuell ist die Oberfläche des 700 Quadratmeter großen Gewässers zugefroren. Anne Walter, stellvertretende Nabu-Vorsitzende, schätzt die Tiefe des Weihers auf rund 50 Zentimeter. „Die feuchte Gegend ist günstig für Amphibien.“

Warum der neue Teich? Immer mehr landwirtschaftliche Flächen weisen zu viele Nährstoffe durch Düngemittel auf. „Das sorgt fürs Aussterben vieler Amphibienarten“, sagt Walter. Deshalb soll mit dem Teich die Artenvielfalt in der Wietzeniederung erhöht werden. Weil einige heimische Amphibien zu den gefährdeten Arten zählen, sollen sie dort einen neuen Lebensraum erhalten. Der Teich hat laut Walter auch eine Bedeutung als Biotop für andere Tierarten wie Libellen, Wasserkäfer und Wasserschnecken – und dient Säugetieren, Reptilien und Vögeln als Tränke.

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Anhand einer bereits erfolgten Kartierung sind nach Walters Angaben bestimmte Pflanzen rund um das Gewässer nachgewiesen worden: Eine blütenreiche Wiese mit Kräutern sei erfasst worden, die im Frühjahr ihre Pracht entwickeln werde. Auch Schwertlilien, Iris, Sumpf-Kratzdistel und Kuckucks-Lichtnelke seien dort entdeckt worden. „Diese Pflanzen sind wichtig für die Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten.“

Frösche können im neuen Nabu-Teich ein Zuhause finden. Quelle: Archiv

Begünstigt wird die neue Heimat für die Frösche und Molche durch die angrenzenden Weißdornhecken. „Dort verstecken sich die Molche beim Laichen gern, weil die Äste stachelig sind und sie somit Schutz vor anderen Tieren haben“, erläutert Walter.

Der bereits im August ausgehobene Teich befindet sich in der Feldmark zwischen Altwarmbüchen und Isernhagen-Süd auf einer Kompensationsfläche der Gemeinde Isernhagen – und dieses 10.000 Quadratmetern große Areal hat der Nabu gepachtet. Der Teich soll als „Trittstein-Biotop“ genutzt werden, um Amphibienarten räumlich zwischen anderen Vorkommen ein neues Refugium zu bieten. In dem Stillgewässer sollen sich Teich-, Kamm- und Bergmolche, Gras- und Teichfrösche sowie Erdkröten ansiedeln. „Wir haben das neue Gewässer geschaffen, damit sich die Tiere dort wohlfühlen und auch fortpflanzen können“, sagt Walter und hofft auf Nachwuchs.

Auch Molche sollen sich im neuen Teich des Nabu ansiedeln. Quelle: Archiv

Um aktuelle Vorkommen einzelner Arten rund um den neuen Teich festzustellen, plant der Nabu für das Frühjahr eine Kartierung. „Dann haben wir Gewissheit, welche Amphibienarten sich möglicherweise in dem neuen Stillgewässer künftig heimisch fühlen könnten“, sagt Walter.

Die Naturschützer hoffen, dass der Tümpel im Sommer auch mal austrocknen wird, damit sich keine Fische dauerhaft ansiedeln können. „Viele Fischarten fressen Amphibienlaich“, erklärt Walter. „Und das Ziel, ein Laichgewässer für Amphibien zu schaffen, wäre somit verfehlt.“ Eingebracht werden könnten die Fische beispielsweise von Enten, wenn diese zuvor auf anderen Gewässern schwämmen und Fischeier an ihren Füßen hätten.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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