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Isernhagen Prozess am Amtsgericht: Mann versteckt Drogen in Überraschungsei
Umland Isernhagen

Isernhagen: Prozess am Amtsgericht: Mann versteckt Drogen in Überraschungsei

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07:09 21.06.2019
Überraschungsei mit Rauschgift-Füllung: Das Schöffengericht Burgwedel hat einen Drogenbesitzer zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Quelle: Frank Walter (Archiv)
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Isernhagen

Nichts zum Spielen und auch keine Schokolade, aber allemal eine Überraschung: Ein 49-Jähriger hat ein Überraschungsei als Behältnis für Marihuana zweckentfremdet. Zusätzlich hatte der Mann einen Beutel mit Kokain dabei. Das Schöffengericht Burgwedel verurteilte ihn nun wegen des Drogenbesitzes zu einer neunmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Zivilstreife nimmt Verfolgung auf

Im Oktober 2016 war der Angeklagte in einen blauen BMW unterwegs gewesen. Auf dem Beifahrersitz hatte ein Bekannter gesessen. Beide kamen aus Langenhagen und bogen in Isernhagen N.B. auf die Burgwedeler Straße ab. Wegen eines abgelaufenen Kurzzeitkennzeichens wurden zwei Polizisten, die als Zivilstreife unterwegs waren, auf den Wagen aufmerksam. Der 49- jährige Fahrer erkannte offenbar die Uniformen – er drückte aufs Gaspedal und fuhr mit überhöhter Geschwindigkeit in Richtung H.B. davon.

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Bei der Verfolgung verloren die Ordnungshüter das Fahrzeug kurz aus den Augen. Sie suchten die Nebenstraßen ab und wurden schließlich fündig: Der BMW war an der Straße Vor der Hahle abgestellt, die beiden Insassen kamen ihnen zu Fuß aus der Sackgasse entgegen. „Wir haben beide gleich erkannt“, sagte ein Beamter als Zeuge vor dem Schöffengericht aus. Bei der Personenkontrolle hatten die Polizisten einen Spiegel sowie ein Röhrchen mit Resten von Kokain in der Jackentasche des Fahrers gefunden. Zudem waren seine Pupillen geweitet.

Beamte finden Überraschungsei mit Marihuana-Füllung

Zudem hatten die Beamten die Straße und Vorgärten abgesucht. Dabei fanden sie ein Überraschungsei mit ungewöhnlichen Inhalt: Statt eines kleinen Spielzeugs war Marihuana darin versteckt. Gleich nebenan lag zudem ein kleiner Beutel mit Kokain und einem Taschentuch. Weil es zuvor geregnet hatte – das Ei wie auch die Plastiktüte aber trocken waren – gingen die Beamten sofort davon aus, dass der Angeklagte oder sein Beifahrer beides gerade weggeschmissen hatten. Ein Test bestätigte den ersten Verdacht: Am Taschentuch fand sich DNA des 49-Jährigen.

Aus Sicht des Staatsanwalts sprachen die Indizien und Beweise eine klare Sprache. Er plädierte für eine Haftstrafe von 16 Monaten auf Bewährung. Der Verteidiger des Angeklagten sah es hingegen nicht als erwiesen an, dass der 49-Jährige der Besitzer der Drogen war. Auch der Beifahrer – der Polizei als Drogenkonsument bekannt – komme dafür infrage.

Das überzeugte das Schöffengericht nicht: Das Urteil lautete auf neun Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung. Von Überraschungseiern mit zweifelhaftem Inhalt sollte sich der 49-Jährige in den nächsten drei Jahren also besser fernhalten.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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