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Isernhagen Planer entwickeln Zukunftsnetz für Radfahrer
Umland Isernhagen

Isernhagen: Radverkehrskonzept fertig - Radwege sollen besser werden

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17:00 28.11.2019
Nicht auszudenken, wenn ein Radfahrer mit seinem Reifen in dieser Spalte steckenbleibt: Der Pfad der Menschenrechte bei Neuwarmbüchen gilt als besonders schlechte Wegstrecke. Quelle: Gabriele Gerner (Archiv)
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Isernhagen

Mitarbeiter eines Planungsbüros haben sich alle Radwege im Gemeindegebiet Isernhagen angesehen und geben nun Handlungsempfehlungen. Ziel des in dieser Woche vorgestellten Radverkehrskonzeptes ist es, die Basis für konkrete Maßnahmen zu bilden, die die Attraktivität des Radverkehrs steigern – und diesen so für mehr Menschen zu einer echten Alternative zum klimaschädlichen Auto werden zu lassen.

Handlungsempfehlungen auf 368 Seiten

Das Werk ist keine leichte Kost: Würde man alle 368 DIN-A4-Seiten des Konzeptes hintereinander legen, so könnte man eine 110-Meter-Hürden-Strecke damit (fast) komplett pflastern. Und Hürden warten auch auf Radfahrer in Isernhagen: Manche Wegeführung ist unklar, an anderer Stelle tun sich Lücken im Netz auf, oft sollen Radfahrer Fußwege mitbenutzen. Einige Wege sind zu schmal, andere mit Schlaglöchern überzogen, oder Baumwurzeln drücken Pflastersteine hoch. Auch Hinweise auf Engstellen und fehlende Querungshilfen für Radfahrer finden sich im Schriftwerk. Doch das Werk ist mehr als bloßer Bericht, es soll Konzept sein für die Umsetzung der angeregten Maßnahmen.

Seit dem Frühjahr hatten sich die Fachleute des Planungsbüros Energielenker in Greven dazu mit dem Radverkehr in Isernhagen befasst. Die Gemeinde Isernhagen hatte für ihren Auftrag Fördermittel des Bundes erhalten. Wesentliche Zielsetzung war es zu prüfen, inwieweit sich CO2-Emissionen einsparen lassen, indem man mehr Menschen aus dem Autositz auf den Fahrradsattel bekommt und welche Maßnahmen dazu vorgeschlagen werden können.

Planer haben alle Radwege abgefahren

Im Mai hatten Mitarbeiter des Büros das Radroutennetz abgefahren. Dann folgten Gespräche mit der Gemeinde, der Region und dem Radfahrerclub ADFC, zahlreiche Daten wurde abgefragt und verarbeitet. Dabei kam ein Zukunftsnetz heraus, das sich aus bestehenden Radwegen, Verbesserungspotenzialen im Bestand und wünschenswerten zusätzlichen Radstrecken zusammensetzt. Im September wurden die Zwischenergebnisse bei einer Bürgerveranstaltung vorgestellt, nun liegt der Abschlussbericht vor.

Lob für das Planungsbüro

Gerhard Bargsten vom ADFC Isernhagen dankte im Umweltausschuss am Dienstagabend dem Planungsbüro, die Firma habe gute Arbeit geleistet. „Das ist eine gute Basis für bessere Radwege.“ Während Herbert Löffler (SPD) im Konzept noch die Verbindung zwischen Stelle und Neuwarmbüchen über den Krümpelweg vermisst, sieht sein Fraktionskollege Hans-Edgar Ojemann gerade beim Schülerverkehr viel Potenzial für den Umstieg aufs Fahrrad. So ließen sich die Fahrten mit den Elterntaxis reduzieren. Anne Walter vom Naturschutzbund Burgwedel/Isernhagen kritisierte, dass die Planer auch anregen, an manchen Straßen zulasten eines breiteren Radweges Grünstreifen in ihrer Ausdehnung zu reduzieren. „Das würde viele Bäume kosten“, monierte sie und befürchtet einen Kahlschlag.

Letztlich empfahl der Ausschuss das Radverkehrskonzept ohne Gegenstimme zum Beschluss im Rat am 12. Dezember. Im Januar oder Februar soll das Konzept dann bei einer Bürgerversammlung vorgestellt werden. Bis sich die Situation der Radfahrer konkret verbessert, wird es hingegen noch länger dauern. Angedacht ist ein Start mit ersten Maßnahmen im Jahr 2021, angelegt ist die Umsetzung auf die nächsten 15 Jahre. „Was wir wann umsetzen wollen, ist unser Ding. Wir heben die Hand, um Geld auszugeben“, so Heinrich Bätke (CDU).

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