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Isernhagen So haben Isernhagener Eltern ihre Babys genannt
Umland Isernhagen So haben Isernhagener Eltern ihre Babys genannt
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15:57 25.01.2019
Namen kommen in Mode und verschwinden wieder aus dem Bewusstsein – doch manche bleiben über Jahre Favorit vieler Eltern. Quelle: Symbolbild (dpa)
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Isernhagen

Wer im Jahr 2018 auf Isernhagens Wegen in einen Kinderwagen blickte und interessiert nachfragte, wie das Baby denn wohl heiße, konnte gleich von elf stolzen Elternpaaren die Antwort Emilia, Emily oder Maximilian erhalten. Das ergibt sich aus der Auswertung der insgesamt 214 im vergangenen Jahr in Isernhagen angemeldeten Neugeborenen.

Die beiden Varianten des Mädchennamens zählten auch bundesweit im vergangenen Jahr zu den zehn beliebtesten Vornamen für Neugeborene. Der Jungenname Maximilian, übersetzt bedeutet er „der Größte“, wurde und wird auch in adeligen Häusern gern vergeben, wie beispielsweise die Geschlechter der Wittelsbacher und Habsburger seit Jahrhunderten beweisen. Vom Donauraum hat sich der Vorname Maximilian seinen Weg Richtung Norden gebahnt, was zugleich als typisches Phänomen gilt.

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Isernhagens Eltern nehmen bei der Namenswahl für den Nachwuchs gern Anleihen in südlichen Gefilden, wie beispielsweise der Vorname Leon beweist. Er taucht im Isernhagener Geburtsregister für 2018 immerhin dreimal auf. Allerdings lassen sich Süddeutsche von nordisch klingenden Kindesnamen, zu denen beispielsweise Fiete zählt, nicht beeinflussen. Diese zärtliche Kurzform von Friedrich ist zwar in Norddeutschland aktuell auf dem Siegeszug, doch bis Isernhagen oder gar noch weiter südlich dringt Fiete augenscheinlich nicht recht vor.

Dafür sind sich viele Namensgeber bei den Mädchen einig: Neben Emilia und Greta ist auch Charlotte ein wundervoll klingender Vorname. Jeweils vier Mädchen mehr mit einem dieser Vornamen turnen seit 2018 durchs Gemeindegebiet. Der ähnlich klingende Name Emily ist auf dem Spielplatz jetzt dreimal mehr zu hören. Wann Isernhagens neuer Nachwuchs mit dem Rufnamen, der die weibliche Variante des Vornamens Emil darstellt, sein erstes Lebensjahr vollenden wird, hat die Gemeinde Isernhagen nicht kundgetan. Sicher ist dagegen, dass der katholische Mädchenname Emilie am 5. Januar seinen Namenstag hatte – und dazu zählen auch die ebenfalls elegant klingenden Abwandlungen wie Emilia oder Emily.

Namensvorbilder aus Film und Fernsehen

Assoziiert man mit Greta und Charlotte sofort einige berühmte Menschen aus Film und Fernsehen, sieht das bei den Jungs ein wenig anders aus. Drei Söhne in Isernhagen erhielten 2018 den Vornamen Lennard, der in den Achtzigerjahren mal schwer in Mode war, aber bundesweit inzwischen auf dem Rückzug ist. Auch Leon wurde 2018 in Isernhagen dreimal als erster Rufname gewählt. Das Wort verweist auf eine nordspanischen Stadt an der Grenze zu Portugal, trägt aber auch die Bedeutung „Löwe“ in sich. Noch weitere 15-mal müssen sich männliche Neugeborene in Isernhagen ihren Namen mit je einem Altersgenossen teilen. Bei den jungen Ladys hingegen haben die Eltern ihre Auswahl breiter gestreut – dort sind es nur fünf Namen, die jeweils doppelt vorkommen.

Namen: Die Reihenfolge lässt sich ändern

Traditionsreiche Namen wie Heinrich werden in ihrer klassischen Verwendung nur noch selten vergeben, in Abwandlungen wie Henry, Hendrik oder Heiner hingegen häufig. Die friesische Variante Aiko ist dagegen wieder äußerst rar. Für alle, die mit ihrem aktuellen Vornamen nicht glücklich sind, gibt es noch einen Tipp. Wer dank einfallsreicher Eltern gleich zwei oder mehr Vornamen abbekommen hat, die nicht durch einen Bindestrich verbunden sind, kann jetzt auch amtlich zugelassen deren Reihenfolge ändern. Wer allerdings in seinem persönlichen Umfeld anders genannt werden möchte, muss sich mit Familie und Freunden auseinandersetzen, um sie umzugewöhnen.

Von Patricia Chadde