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Isernhagen Luftfilter für Kitas und Schulen: Rat gibt grünes Licht für Förderantrag
Umland Isernhagen

Isernhagen: Stationäre Luftfilter für Grundschule, Klassenräume und Kita

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15:03 24.07.2021
Isernhagen will Kitas und Grundschulen mit fest installierten Luftfilteranlagen ausstatten – mit der Umsetzung wird es aber nichts vor 2022.
Isernhagen will Kitas und Grundschulen mit fest installierten Luftfilteranlagen ausstatten – mit der Umsetzung wird es aber nichts vor 2022. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild
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Isernhagen

500 Millionen Euro hat der Bund freigegeben, um Räume in Kitas und Schulen für Kinder unter zwölf Jahren – also für alle, die noch keine Impfung bekommen können – mit stationären Luftfilteranlagen auszustatten. In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hat der Rat der Gemeinde Isernhagen am Donnerstagabend einheitlich beschlossen, jetzt schnell einen entsprechenden Förderantrag zu stellen.

108 Räume in Isernhagen sollen Luftfilteranlagen erhalten

108 Klassen- und Kita-Räume hat die Gemeindeverwaltung für den Förderantrag ausgemacht. Diese befinden sich in den Grundschulgebäuden in Kirchhorst, Neuwarmbüchen und N.B. sowie in allen Kindertagesstätten der Gemeinde. Ausgenommen sind die Grundschulen in Altwarmbüchen und H.B. Denn diese ziehen in den nächsten Jahren um, werden saniert oder erweitert – und dann sollen in diesem Rahmen entsprechende Lüftungssysteme verbaut werden. Ausgenommen sind zudem der neue Schulcampus, der bereits eine Lüftungsanlage hat, sowie der Altbau des Gymnasiums, der nicht förderfähig ist, da dort Schüler, die älter als zwölf Jahre alt sind, unterrichtet werden, wie Bürgermeister Arpad Bogya (CDU) auf Nachfrage erläutert.

So viele Räume die Luftfilteranlagen auch erhalten könnten – das Vorhaben wird das Infektionsrisiko im Herbst nicht senken. „Selbst wenn es mit dem Fördergeld schnell geht: Vor nächstem Frühjahr ist mit dem Einbau nicht zu rechnen“, betonte Bogya in der Ratssitzung. Antrag, Beschaffung, Ausschreibung der Arbeiten – das alles koste Zeit. „Die Delta-Variante werden wir damit also kurzfristig nicht auffangen können.“

Stationäre Luftfilter kosten 2 Millionen Euro

Für die Installation der stationären Luftfilteranlagen, die auch das regelmäßige Lüften überflüssig machen, da sie vorgewärmte Frischluft und ausreichende Sauerstoff in die Räume bringen, kalkuliert die Gemeinde inklusive Einbau mit rund 2 Millionen Euro. 80 Prozent Förderung stellt der Bund in Aussicht, 400.000 Euro müsste die Gemeinde also selbst tragen. Dafür gab es am Donnerstagabend grünes Licht. „Die stationären Anlagen sind auch unabhängig von der Situation förderlich“, betonte Bogya. In Neubauten – ob Kita oder Schule – verbaut die Gemeinde solche Lüftungssysteme schon seit mehreren Jahren.

Mobile Luftfilter: Politiker warten Förderrichtlinien ab

Ob die Gemeinde auch mobile Lüftungsanlagen mit Fördergeld anschaffen möchte, soll sich in den nächsten Wochen klären. Auch dafür ist eine Förderung in Aussicht gestellt. „Bisher fehlen jedoch eine Liste der förderfähigen Geräte und die genauen Richtlinien“, erläuterte Bogya im Rat. Auch die Politiker waren sich einig, die Gemeinde solle vorerst alle Informationen szusammentragen.

„Erst wenn wir eine Informationsgrundlage haben, können wir entscheiden“, sagte Heinrich Bätke (CDU). „Wir freuen uns jedenfalls, dass wir uns bei dem Thema Luftfilter endlich auf den Weg machen“, sagte Herbert Löffler (SPD). Seine Fraktion hatte schon Anfang des Jahres auf Luftfilter gedrängt. Sollte die Förderung nicht möglich sein, müsse man überlegen, wie man das aus eigenen Mitteln finanzieren könne. Einig waren sich am Donnerstagabend jedoch alle, dass man kurzfristig – auch in der Sommerpause – für einen schnellen Beschluss zur Verfügung stehen werde.

Von Carina Bahl