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Isernhagen Wildunfall-Gefahr steigt – Jäger: Bitte vorsichtig fahren
Umland Isernhagen Wildunfall-Gefahr steigt – Jäger: Bitte vorsichtig fahren
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14:01 25.04.2019
Die S-Kurve und der benachbarte Waldstreifen an der K114 zwischen Altwarmbüchen und Isernhagen K.B. sind Schwerpunkte von Wildunfällen. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
Isernhagen

Autofahrer aufgepasst: Die Gefahr von Wildunfällen ist derzeit besonders hoch. Die steigenden Temperaturen lassen die Tiere aktiver werden, zudem kommt es zu Revierkämpfen. Detlef Pausch, Vorsitzender des Hegerings Isernhagen, weist auf die vermehrten Wildwechsel hin und bittet Verkehrsteilnehmer um eine angepasste, besonders achtsame Fahrweise.

Jäger: Mindestens 45 Rehe starben auf den Straßen

„Im vergangenen Jahr hatten wir in unseren Revieren 249 Stück Rehwild auf der Strecke – aber davon kamen mindestens 45 Tiere im Straßenverkehr ums Leben“, berichtet er von der Analyse des Hegerings für 2018. Möglicherweise war die Zahl der Unfallopfer sogar noch höher, denn bei 22 weiteren aufgefundenen Rehen war die Todesursache unbekannt.

Um die Gefahr einer Kollision von Wildtieren mit Fahrzeugen nach Kräften zu vermeiden, bejagen die Mitglieder des Hegerings Isernhagen entlang der Kreisstraßen 112, 113 und 114 die Randstreifen auf einer Breite von 200 Metern besonders intensiv. Doch auch frei laufende Hunde können Wildunfälle auslösen: „Hetzen Hunde ein Wildtier, kann das in seiner Panik schnell auf die Straße geraten“, berichtet der erfahrene Jäger. Im Fall der Fälle könne das weitreichende und für den Hundehalter kostspielige Folgen haben: „Kommt es zur Kollision mit einem Fahrzeug, werden möglicherweise sogar Fahrzeuginsassen verletzt“, mahnt Pausch.

Auch sieben Wildschweine wurden Opfer von Verkehrsunfällen

Durchschnittlich 20 Kilogramm wiegt ein Reh. Noch schwerere Kaliber sind Wildschweine: Selbst Frischlinge, die gut durch den Winter gekommen sind, können schon 30 Kilogramm auf die Waage bringen – und entsprechend großen Schaden am Fahrzeug anrichten. Im abgelaufenen Jagdjahr war die Strecke in Isernhagen mit 64 Wildschweinen fast doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum ausgefallen. Allerdings: Sieben Tiere hatten bei Unfällen ihr Leben gelassen.

„Der Lebensraum für Wildtiere wird kleiner und belasteter“, schildert Detlef Pausch eine Problematik der wachsenden Gemeinde. So koste die Ausweisung von Baugebieten in Randlagen – beispielsweise die Wietzeaue – Raum, der jahrzehntelang vom Wild als Einstand genutzt wurde. In der Konsequenz wechselten Rehe häufiger über die Kreisstraßen.

Manchmal wichen Rehe und Wildschweine dabei auch in Privatgärten aus. „Oft erreichen mich Anrufe von Gartenbesitzern, die sich nach der Möglichkeit des Schadensersatzes erkundigen, wenn Schwarzwild die Fläche umgepflügt oder Rehe an den Rosen geknabbert haben“, berichtet Pausch. In dem Fall helfe den Grundbesitzern jedoch nur ein hoher Zaun, denn für Schäden in Privatgärten gebe es keinen Schadenersatz.

Wildunfälle: Ein Schwerpunkt ist die K114

Auch wenn die S-Kurve auf der Kreisstraße 114 in Höhe des Basselthofs und der nahe Waldstreifen kurz vor dem Altwarmbüchener Ortseingang zu Isernhagens Wildunfall-Schwerpunkten zählen, lassen sich die Wanderungen von Rehen nicht vorausahnen. „Die Tiere sind Feinschmecker, die hier ein bisschen Sauerampfer naschen und dort ein bisschen Klee futtern“, schildert Pausch das typische Verhalten. Kämen Revierkämpfe hinzu, werde die Lage noch riskanter: „Dann vergessen Böcke jegliche Gefahr.“

Allein Umsicht und Vorausschau im Straßenverkehr könnten deshalb helfen, Wildunfälle zu vermeiden, die seit Jahren 20 bis 30 Prozent der Strecke ausmachen. „Schön wäre es, wenn die Quote sinken würde“, sagt Pausch und bittet deshalb Autofahrer, den Fuß vom Gas zu nehmen.

Von Patricia Chadde

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