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Isernhagen Auf Zeitreise mit Matthias Brodowy
Umland Isernhagen Auf Zeitreise mit Matthias Brodowy
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15:46 07.09.2018
Matthias Brodowy im Isernhagenhof. Quelle: Maximilian Hett
Isernhagen

Die Vorfreude ist groß unter den Gästen im Isernhagenhof. Immer wieder klatschen einige, obwohl die Bühne noch leer ist. Dann, um kurz nach 8 Uhr, betritt der Kabarettist Matthias Brodowy die Bühne. Mit einer musikalischen Hommage an Norddeutschland eröffnet er den Abend. Er sei ein Nordlicht aus dem südlichsten Zipfel des Nordens, singt der 46-Jährige, der sich selbst als Vertreter für gehobenen Blödsinn bezeichnet – oder, für Vertreter der Wirtschaft, als „Chief Director for a High Level Bullshit“.

Mit den Höhepunkten aus neun Bühnenprogrammen trat Matthias Brodowy im ausverkauften Isernhagenhof auf. Mit Erzählungen und Musik begeisterte er das Publikum beim zweieinhalbstündigen Auftritt.

„Bis es Euch gefällt“ heißt das Programm, mit dem der Hannoveraner auftritt. Es beinhaltet die Höhepunkte aus neun Bühnenprogrammen, oder wie er es selbst beschreibt: „Ich mache einfach so lange weiter, bis es Euch gefällt.“

Appell für mehr Achtung der Sprache

Gleich zu Beginn des Abends geht es auf eine Zeitreise. Brodowy schwelgt in Erinnerungen an die Siebzigerjahre und wie anders damals alles war. „Damals hat man sich ein Telefonat vorgenommen, ganz Deutschland saß um 17.59 Uhr vor dem Telefon“, erinnert der Künstler –schließlich waren Ferngespräche in den Abendstunden günstiger als tagsüber. „Früher konnte man aus dem Haus gehen, ohne dass die Jacke klingelt und die Hose vibriert.“ Sagt es und erntet Applaus für seinen Appell, mehr zu leben und weniger Zeit am Handy zu verbringen.

Immer wieder kommt an diesem Abend das Thema Fußball zur Sprache. Dass der ehemalige Fifa-Chef Sepp Blatter ein Buch über „die ganze Wahrheit der Fifa“ auch in Sachen Korruption schreiben wolle. „Fifa und Ethik, das passt zusammen, als wenn die Frau des Papstes Gleichstellungsbeauftragte der Taliban ist“, meint Brodowy.

Ermuntert von den zahlreichen Lachern im Isernhagenhof, möchte Brodowy zwischen den Musikstücken weitere Botschaften loswerden: „Wir sollten die Sprache höher schätzen“, ist eine davon. Gerade im Fußball setzten sich englische Begriffe in der Berichterstattung immer mehr durch: Aus dem Torwart werde der Keeper oder aus dem Schiedsrichter der Referee. „Die Anglizismen im Fußball klingen nicht toll“, meint Brodowy und erhält viel Zustimmung. Trotzdem wird das Programm nicht belehrend, zahlreiche Alltagsanekdoten zeigen den Zuhörern auf humorvolle Weise ihre kleinen Eigenheiten auf.

Bei plattdeutscher Einlage singt das Publikum mit

Seit mittlerweile knapp 30 Jahren steht Matthias Brodowy auf der Bühne, ist längst Vollprofi. Trotzdem räumt er nach einer Pause ein: „Ich habe mich vorhin ein bisschen verquatscht“ – und spielt darauf an, dass die Pause später begann als geplant. Und wer hätte das gedacht: Trotz seiner langen Bühnenkarriere schreibt sich der Künstler die meisten Texte nicht auf. Einen der wenigen, die dazugehören, trägt er am Abend vor: sein einziges Stück auf Plattdeutsch. Damit scheint er einen Nerv im Publikum getroffen zu haben – es wird laut mitgeklatscht und -gesungen, und am Ende folgt starker Beifall.

Nach rund zweieinhalb Stunden endet der Abend, wie er angefangen hat: mit einer Hommage an die Heimat, dieses Mal steht Hannover im Mittelpunkt. „Was für eine Stadt am hohen Ufer“, bei der es „Liebe auf den dritten Blick“ war, singt der gebürtige Braunschweiger, bevor er die Bühne unter großem Applaus verlässt – es hat gefallen.

Von Maximilian Hett

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